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Schweizer Index: Leitindex SMI ist Wissenschaft für sich

Gerade einmal knapp 5% ist der Schweizer Leitindex SMI (Swiss Market Index) im ersten halben Jahr 2007 nach einem heftigen Auf und Ab angestiegen, von 8.786 Punkten auf 9.209 Punkte.

Damit war seine Halbjahres-Performance deutlich schwächer als die des DAX, der im gleichen Zeitraum ein Plus von knapp 20% machte.

Außerdem weist der Schweizer Leitindex eine viel stärkere Schwankung als der DAX auf.

Dennoch wäre es ein Trugschluss zu glauben, dass Investments in der Schweiz derzeit deutlich weniger rentabel sind als eine Geldanlage in Deutschland.

Denn der Schweizer Leitindex SMI gibt nicht den gesamten Schweizer Aktienmarkt wider.

Vielmehr repräsentiert er nur einen Ausschnitt davon, nämlich im Wesentlichen die „Big Four“, die vier Schweizer Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung (also dem größten Börsenwert). Diese Schwergewichte im SMI sind

  • die beiden Pharmariesen Roche und Novartis,
  • die Bank UBS
  • sowie der Nahrungsmittelkonzern Nestlé.

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    • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
    • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
    • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
    • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
    • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
    • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

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Zusammen beeinflussen diese Unternehmen den Punktestand des SMI zu fast 60%.

Schweizer Indizes: Durchblick schwierig

Das Manko des Schweizer Leitindex SMI – die zu starke Gewichtung der vier größten Schweizer Aktiengesellschaften – ist in der Schweiz so bekannt wie auch international.

Institutionelle Investoren richten Ihr Augenmerk deshalb schon lange auf den SPI (Swiss Performance Index), der insgesamt 227 Titel umfasst und damit ein viel breiteres Abbild der Schweizer Wirtschaft gibt.

Jüngst hat zudem die Schweizer Börse, Swiss Exchange, noch einen neuen Index herausgebracht.

Seit Anfang Juli 2007 wird zusätzlich zum SMI (Swiss Market Index) der so genannte SLI (Swiss Leader Index) berechnet und veröffentlicht. Der neue Index umfasst 30 Unternehmen, der SMI wird dafür auf 20 Mitglieder verschlankt.

Gewichtungen im SLI-Index

Unternehmen ISIN Index-Gewicht in % NESTLE CH0012056047 9,01 ROCHE CH0012032048 8,81 NOVARTIS CH0012005267 8,69 UBS CH0024899483 8,57 ABB LTD CH0012221716 4,99 SYNGENTA CH0011037469 4,88 HOLCIM CH0012214059 4,66 ZURICH FINANCIAL CH0011075394 4,54 RICHEMONT CH0012731458 4,53 CS GROUP CH0012138530 4,41 SWISS RE CH0012332372 4,25 JULIUS BAER CH0029758650 3,23 ADECCO CH0012138605 2,52 SWATCH GROUP CH0012255151 2,38 NOBEL BIOCARE CH0014030040 2,25 SWISS LIFE CH0014852781 2,25 SGS CH0002497458 1,88 SWISSCOM CH0008742519 1,85 GEBERIT CH0030170408 1,84 SYNTHES US87162M4096 1,82 PETROPLUS CH0027752242 1,81 GIVAUDAN CH0010645932 1,57 ACTELION CH0010532478 1,40 BALOISE CH0012410517 1,39 KUEHNE & NAGEL CH0025238863 1,32 LOGITECH CH0025751329 1,29 CIBA SC CH0005819724 1,34 LONZA CH0013841017 1,32 CLARIANT CH0012142631 0,94 OC OERLIKON N CH0000816824 0,60

Der SLI-Index ist wesentlich ausgewogener als der SMI.

Im SLI sind die „Big Four“ zwar auch vertreten, ihr Einfluss auf den Index wurde aber auf maximal 9% pro Unternehmen begrenzt.

Die restlichen 26 Mitglieder des SLI können den Index je zu maximal 4,5% beeinflussen.

Im SLI sind 20 große, aber auch 10 mittelgroße Unternehmen vertreten, darunter der Zementhersteller Holcim und der Logistikkonzern Kühne & Nagel, den wir Ihnen vor einem Jahr empfahlen.

„Geldanlage-Berater“-Tipp: Schweizer Aktienmarkt anhand von SPI und SLI verfolgen

Der SLI ist weit weniger pharma- und bankenlastig als der SMI, der SPI umfasst noch mehr Unternehmen – auch die kleineren. Wenn Sie die Märkte in der Schweiz also gern verfolgen wollen, schauen Sie

  • auf den SPI für den Gesamtmarkt und
  • auf den SLI für die Blue Chips und Marktführer in ihren jeweiligen Branchen.

Ob sich der SLI allerdings künftig als international anerkannter Richtwert für die Schweizer Börse durchsetzen wird, ist fraglich.

Der Börsendinosaurier Dow Jones zeigt: Ein Index kann in seiner Berechnungsmethode noch so veraltet sein: Die Welt blickt noch jahrzehntelang auf ihn, wenn er sich einmal als Standard etabliert hat.

Ein weiteres Problem: Da der neue Index erst im Juli gestartet wurde, gibt es bisher kaum Derivate, die den Index im Verhältnis 1:1 abbilden.

Wenn sich der SLI durchsetzt, wird aber auch dieses Problem gelöst. In einem Jahr kann der SLI bereits eine echte Anlage-Alternative sein. Vorerst heißt es aber: Abwarten und beobachten.

2. September 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.