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Schwerpunkt Erneuerbare Energien – ein holpriger Weg

Saubere Energie, Klima- und Umweltschutz mögen für viele ein Modethema sein, dennoch sind es Wachstumsbranchen. Wer sozusagen mit guten Gewissen investieren will, kann über Indexfonds, also ETFs, oder Zertifikate versuchen, die Potenziale der grünen Industrie mitzunehmen.

Schon 2007 hat die Deutsche Börse diesen Trend aufgegriffen und einen Spezialindex aufgelegt, den ÖkoDax. Die Zusammensetzung enthält die zehn nach Marktkapitalisierung größten deutschen Erneuerbare Energien-Unternehmen. Sie stammen aus den Branchen Solar, Wind, Wasserkraft und Bioenergie.

ÖkoDax – Zusammensetzung des Index

Die ÖkoDax-Zusammensetzung wird wie bei den anderen bekannten Indizes Dax, MDax oder SDax vierteljährlich überprüft und angepasst. Gelistet werden nur Titel aus dem Prime Standard, dem Börsensegment mit den höchsten Regulierungs- und Transparenzanforderungen. Das grüne Börsenbarometer wird im Minutentakt als Performance- oder als reiner Kursindex neu berechnet.


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Wie der Blick auf die ÖkoDax-Zusammensetzung der letzten Jahre zeigt, sollte man eher über Indexfonds investieren als ein Einzelaktienrisiko einzugehen. In dem noch jungen Feld kam es immer wieder zu Insolvenzen, Übernahmen oder zum Ende der Börsenzulassung.

Gerade einige der Photovoltaik-Hersteller, die anfangs als Hoffnungsträger und internationale Vorreiter galten, gerieten im Preiskampf unter Druck und wurden zahlungsunfähig. Dazu gehören Conergy, Solon, Centrosolar und S.A.G. Solarstrom. Das Windenergieunternehmen REpower wurde vom indischen Konkurrenten Suzlon Energy geschluckt und Schmack Biogas in die Viessmann GmbH überführt.

Wechselnde Besetzung, schwankender Kursverlauf

Derzeit findet sich in der ÖkoDax-Zusammensetzung aus der Ursprungsbesetzung etwa SolarWorld. Der Hersteller von Solarstromanlagen geriet 2011 ebenfalls in eine existenzielle Krise, konnte die aber durch Umstrukturierungen bewältigen. Ebenso seit 2007 dabei ist CropEnergies, das Biomethanol für Motoren herstellt oder das Windkraftunternehmen Nordex. Der Biokraftstoffhersteller Verbio wiederum ist im Rückblick mit nur größeren Unterbrechungen gelistet.

Das Hin und Her in der Branche spiegelt sich auch in der Performance wider. Auf die vergangenen 5 Jahre bezogen brachte der ÖkoDax ein Minus von gut 81%. Auch die letzten 3 Jahre waren mit Minus rund 21% im Keller. Zwischen Mai 2015 und 2016 allerdings lag der grüne Index mit 1,88% im grünen Bereich. Kein Wunder, denn er erholte sich von seinem historischen Tiefstand im Februar 2015.

Die teils heftigen Kursausschläge erklären sich nicht nur mit den Krisen verschiedener Unternehmen. Ereignisse wie die Nuklearkatastrophe von Fukushima oder der Atomausstieg sorgten für Sprünge und Gewinnmitnahmen. Trotz des allgemeinen Auftriebs nach Fukushima fielen 2011 die Aktien von Vestas Wind Systems um mehr als 70% und die vom mittlerweile insolventen Solar Milennium gar um 90%.

Nischenindex mit zweifelhaftem Erfolg

Echte Börsenschwergewichte finden sich im ÖkoDax nicht. Einzig Nordex und SMA Solar kommen auf eine Marktkapitalisierung von 1,688 Mrd. € bzw. 2,487 Mrd. €. Der Rest liegt im Millionenbereich, drei davon nur zweistellig. Was auffällt, ist bei den meisten Unternehmen ein extrem niedriges KGV. Wo es eine Chance ist, günstig einzusteigen oder ein Warnzeichen, kann nur eine Einzelanalyse zeigen.

Insgesamt verhält sich der ÖkoDax völlig anders als die anderen Indizes der Deutschen Börse. Als einziger Underperformer spiegelt er die Krisen und die Umbruchphase der Branche. Nicht alle grünen Unternehmen haben eine rosa Zukunft.

Nach dem Ausstieg aus der Atomkraft und dem Umstieg auf Elektrofahrzeuge haben vor allem Unternehmen gute Karten, die den dringend benötigten Ausbau der Stromnetze vorantreiben. Ohne die können auch kaum neue Windparks ans Netz gehen. Hier kommen wieder Klassiker wie Siemens oder ABB ins Spiel. Die aber sind nicht im ÖkoDax gelistet.

8. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.