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Sekundärrohstoffe: Geld machen mit Abfall

Bei Sekundärrohstoffe handelt es sich um einen speziellen Zweig der Abfallwirtschaft.

Hier werden nicht nur Abfälle entsorgt, sondern auch Abfälle als sekundäre Rohstoffquelle verwendet, um die im zu entsorgenden Produkt enthaltenen Rohstoffe wiederzugewinnen.

Eine Gesellschaft, die mit dem Geschäftsmodell Sekundärrohstoffe gutes Geld verdient, ist die in Dortmund ansässige Envio AG.

Sie ist auf die fachgerechte Entsorgung von PCB, insbesondere von PCB enthaltenden Transformatoren spezialisiert. PCB hat den Vorteil nicht brennbar zu sein.

Diese Brandschutzeigenschaft führte dazu, dass die Transformatoren lange Zeit mit PCB vor Bränden und Selbstentzündung geschützt wurden, zumindest so lange, bis man entdeckte, dass PCB bei hohen Temperaturen mit der Umwelt reagiert und dabei Dioxine und Furane entstehen.

Teufelszeug PCB

Diese Entdeckung führte dazu, dass PCB – ähnlich dem Asbest – heute als „Teufelszeug“ gilt und als Sondermüll nur unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen entsorgt werden darf.

Inzwischen ist das Ende für alle PCB Transformatoren längst beschlossen, doch es wird noch Jahrzehnte dauern bis der letzte PCB Transformator entsorgt ist.


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Der Grund dafür liegt einerseits in der weiten Verbreitung von Transformatoren. Andererseits müssen Sie berücksichtigen, dass diese noch bis 1985 produziert wurden.

Wie schnell oder langsam ein Staat seine Altlasten entsorgen wird, ist von Land zu Land höchst verschieden.

Auf einer Umweltschutzkonferenz in Stockholm wurde zwar die Substitution aller PCB Transformatoren bis 2025 beschlossen, doch das will noch nicht viel heißen.

Der politische Wille zur Beseitigung der Altlasten ist vorhanden.

Doch was Fachleute an einer Umsetzung des Beschlusses bis 2025 zweifeln lässt, ist die Tatsache, dass die augenblicklich vorhandenen Entsorgungskapazitäten nicht ausreichen, um alle PCB Transformatoren bis 2025 aus dem Verkehr zu ziehen.

Es wird also zwangsläufig zu Fristüberschreitungen kommen.

Sekundärrohstoffe: Einahmen vom Lieferanten und Käufer

Am weitesten fortgeschritten ist die Entsorgung in Westeuropa. Hier gilt das Jahr 2010 als Ziellinie.

Deutschland wird bis Ende nächsten Jahres seine PCB Transformatoren substituiert und entsorgt haben. Ob Frankreich das Gleiche gelingen wird, ist längst noch nicht sicher.

Der Grund sind die zu geringen Entsorgungskapazitäten. Je weiter man nach Osten kommt, desto größer wird die Zahl der noch zu entsorgenden Transformatoren. Für Osteuropa wurde deshalb in Stockholm das Jahr 2015 als Ziel festgeschrieben.

Doch da Länder wie Bulgarien noch gar nicht damit begonnen haben ihre alten PCB enthaltenden Transformatoren auszutauschen, wird auch hier die zur Verfügung stehende Zeit kaum reichen.

Mit Fristüberschreitungen ist deshalb auch in diesen Ländern zu rechnen.

Für Firmen wie Envio, die sich auf eine derartige Nische spezialisiert haben, bleibt der Markt deshalb noch auf Jahre hinaus ein sehr lukrativer. Die Margen sind extrem hoch, denn Envio bekommt Geld von jedem.

Die Eigentümer der alten PCB Transformatoren zahlen für die fachgerechte Entsorgung. Bei dieser gewinnt Envio zahlreiche Rohstoffe, unter anderem Kupfer. Diese kann das Unternehmen anschließend weiterverkaufen.

Firmen wie Envio sind also in der angenehmen Position. Egal, ob ein Geschäftspartner etwas anliefert oder abholt, er bringt in jedem Fall Geld mit. Entsprechend hoch sind die Gewinne.

8. Juli 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.