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Sell in May? Diese Börsenmonate sollte man eher vermeiden

Wer sein Geld in Aktien anlegt, kann natürlich einfach warten und zusehen, wie deren Wert jährlich steigt. Das wäre in etwa die Buy and Hold-Strategie des Börsenaltmeisters Kostolany. Dieses Vorgehen eignet sich gerade auch bei passiven Indexfonds wie ETFs.

Sell in May – alte Regel mit Korrekturbedarf

Beim genauen Hinsehen aber zeigt sich, dass die Sommermonate traditionell eher flau sind. Hier setzt eine andere Strategie an: Sell in May. Man steigt im Mai aus, vermeidet die Durststrecke und kauft im September zu, wenn es wieder losgeht. Deshalb gilt für Sell in May der Zusatz: but remember to come back in September. Auf lange Sicht, so das Kalkül, kann man damit die Rendite steigern.

Der Gedanke: Ab Mai versiegt der Nachrichtenfluss, wozu auch die stimulierenden Aussichten auf Dividenden gehören. Und in den folgenden Wochen dünnen sich die Umsätze an den Börsen aus.

Und was sagt die Statistik? Tatsächlich verläuft der Mai seit über 100 Jahren mehr oder weniger seitwärts. Und bis Ende August ist ebenfalls wenig los. Bestätigt wurde das in den 1980er Jahren durch verschiedene Untersuchungen und Beobachtungen der Börsen weltweit. Sell in May ist also eine alte Börsenregel. Doch die jüngere Vergangenheit rät zu einer Korrektur.


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August und September als Problemmonate

Statistisch hat sich das Problem auf den Hochsommer und vor allem den September verlagert. Dazu tragen einige historische Ereignisse bei, wie die Asienkrise im Sommer 1997, die Russlandkrise im August 1998 oder der Börsencrash am 11. September nach dem Anschlag auf die Twin-Towers in New-York. Und nicht zuletzt die Lehman-Pleite im September 2008.

Offensichtlich hat es gerade der September in sich. Zwar gibt es Ausnahmen, wie etwa das Jahr 2009, als der Dax sogar um 3,9 % zulegte, doch im Schnitt zeigt der September seit 1987 etwa beim Dax und EuroStoxx fast doppelt so hohe Minuswerte wie der August. Seit rund 30 Jahren also geben die Kurse im August und September nach, um sich im Oktober zu erholen.

Wie es aussieht, hat die alte Sell in May-Strategie ausgedient und musste einer neueren Variante Platz machen: Sell in Summer. Als Anleger heißt das: Man kauft am 1. Oktober und verkauft dann wieder am 31. Juli. Im August und September bleibt man einfach nicht investiert, bis der neue Zyklus beginnt.

Erstaunlicher Vermeidungseffekt

Mit Indexfonds geht das sogar wesentlich billiger, weil die Transaktionskosten für einzelne Aktien entfallen. Was die Aktion mit Zertifikaten oder ETFs bringt, zeigt etwa der von der Deutschen Börse eigens dafür aufgelegte DAXplus Seasonal Strategy Performance Index.

Der legte in den letzten 5 Jahren um ganze 89 % zu, beim regulären Dax waren es hingegen 38 %. Selbst auf die lange Sicht von 20 Jahren lässt sich der Gewinn im Vergleich zum schlichten Buy and Hold-Verfahren rund verdoppeln.

Das Vermeiden der miesen Monate August und September zahlt sich aus. Allerdings sollte man Sell in Summer nur als Teil einer breitangelegten Gesamtstrategie einsetzen. Statt eines simplen Automatismus ist Mitdenken angesagt und das Beobachten aktueller fundamentaler sowie charttechnischer Faktoren. Schließlich ist nicht jede Saison identisch – Ausnahmen bestätigen immer wieder die Regel.

Auch hat sich hektisches Aussteigen bei heraufziehenden Krisen nie bewährt, ebenfalls eine statistische Erkenntnis. Zudem kostet jeder Ein- und Ausstieg Gebühren, die von der Rendite abgehen. Die Alternative ist, längerfristige Trends auszumachen und gezielt vom nachhaltigen Auftrieb zu profitieren.

11. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.