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Seltene Erden: Zertifikate mit hohem Risiko

Vor drei Jahren noch mehr oder weniger unbekannt, hat inzwischen ein wahrer Run auf sie stattgefunden.

Die Rede ist von Seltenen Erden – Zertifikate sollen den Einstieg in den neuen Boom-Markt erleichtern.

Verschiedene Emittenten haben in den vergangenen Monaten vermehrt Zertifikate auf Seltene Erden heraus gegeben. Dabei stehen sie jedoch vor einem Problem.

Mehr dazu: Börsen ABC: Zertifikate – Unterschiede und Besonderheiten

Aktienkörbe ohne Kernförderer

Denn die Rohstoffe an sich sind auch weiterhin nicht handelbar. Stattdessen setzen die Emittenten nun auf die so genannten Baskets – zu deutsch: Aktienkörbe.

Dieser Zertifikate fassen Aktien von mehreren Unternehmen zusammen, die an der Förderung der Seltenen Erden beteiligt sind – oder zumindest sein sollten.

In Wahrheit werden nämlich mehr als 95 Prozent der Seltenen Erden in China gefördert – und die Volksrepublik versucht alles, um die einheimischen Förderer vor ausländischen Investoren abzuschirmen.


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Im Klartext bedeutet dies, dass die meisten Zertifikate, die es momentan auf dem Markt zu kaufen gibt, Aktien von westlichen Förderern beinhalten, die noch nicht aktiv abbauen.

Laut bisherigen Plänen sollen die Großteile dieser Unternehmen frühestens 2015 mit dem Abbau in Grönland, Kanada oder den Vereinigen Staaten beginnen.

Mehr dazu: Seltene Erden: Große Vorkommen auch auf Grönland

Seltene Erden: Name als Trugschluss

Bei der Investition in Seltene Erden sollten sich Anleger übrigens nicht von Namen täuschen lassen. Die vermeintlich seltenen Metalle sind in Wahrheit nämlich in ausreichender Form in der Erdkruste vorhanden.

Momentan steht der weltweite Verbrauch bei knapp über 100.000 Tonnen jährlich. Dem gegenüber stehen weltweite – zu einem großen Teil bereits entdeckte – Vorkommen von mehreren hundert Millionen Tonnen.

Andere Edelmetalle wie Gold oder Platin sind in der Erdkruste demnach in deutlich geringerer Menge vorhanden als die Seltenen Erden. Deren Zertifikate haben daher ein vergleichsweise hohes Blasenrisiko.

Deutliche Preissteigerungen in der Vergangenheit

Die Versorgung mit Seltenen Erden ist vor allem durch die Exporteinschränkungen Chinas, das die Metalle mit hohen Ausfuhrzöllen oder gar kompletten Exportverboten belegt, zumindest momentan nicht gesichert.

Aufgrunddessen wurden in den vergangenen Jahren deutliche Preissteigerungen verzeichnet.

So stieg der Preis für Cerium Oxide als Extrembeispiel seit 2007 um mehr als 2000 Prozent an – eine nur schwer zu erklärende Steigerung. Die Preiskurve zeigt indes weiter nach oben.

Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass die Preise für Seltene Erden und damit verknüpfte Zertifikate und Aktien rapide abfallen können, falls China die bestehenden Export-Restriktionen lockern sollte.

Mehr dazu: Seltene Erden: Chinas neue Superwaffe

Zertifikate mit Einschränkungen

Und auch weitere Einschränkungen müssen Investoren in die bestehenden Seltene Erden-Zertifikate hinnehmen.

Denn die Zusammenstellung oder Laufzeit dieser Baskets lässt sich nicht ändern – eine Einflussnahme durch den Investor ist somit nicht gegeben.

Da die Aktienkörbe momentan vor allem potenzielle – und keine aktiven – Förderer beinhalten, sind auch deren Aktien momentan eher vom Gold- oder Silberpreis abhängig als von Seltenen Erden.

Das Risiko einer Fehlinvestiton bleibt indes hoch.

Potenzielle Käufer sollten hier Vorsicht walten lassen und die Gegebenheiten des Marktes genau unter die Lupe nehmen – große Gewinne sind nach den deutlichen Preissteigerungen im vergangenen Jahr vorerst wohl nicht zu erwarten.

18. März 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.