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Shareholder Value vs. Stakeholder Value Ansatz

Viele Unternehmen richten ihre Zielsetzung oftmals nach den Wünschen der Anteilseigner (engl. Shareholder). Das Hauptaugenmerk der meisten Unternehmen liegt also immer noch auf den Kapitalgebern.

Dieses Verhalten trägt aber nicht immer zum allgemeinen Unternehmenswohl bei. Die Leidtragenden in diesen Fällen sind zumeist die Stakeholder.

Denn dabei geraten häufig die Interessen der Stakeholder, also aller am Wirtschaftsprozess Beteiligten, in den Hintergrund.

Inzwischen scheint ein Umdenken in der Unternehmensführungsphilosophie einzusetzen – die Einbeziehung der Interessen sowohl der Shareholder als auch der weiteren Stakeholder.

Shareholder Value vs. Stakeholder Value

Shareholder Value vs. Stakeholder Value: Eine Gegenüberstellung beider Ansätze erleichtert das Verständnis der Vor- und Nachteile beider Prinzipien.

In der Theorie klingen beide Ansätze durchaus sinnvoll und erstrebenswert. Doch bei der realen Umsetzung erscheint mancher Stolperstein – und zwar bei beiden Prinzipien.

Shareholder Value Ansatz

Das Prinzip des Shareholder Value hat seit Mitte der 1980er Jahre die Art der Unternehmensführung nachhaltig beeinflusst.

Hierbei steht nicht der Gewinn oder der Umsatz eines Unternehmens im Mittelpunkt des Unternehmensinteresses, sondern das Wohl der Anteilseigner.

Um die Maximierung des Unternehmenswertes zu erreichen, spielen vor allem der Börsenkurs und die erzielten Kursgewinne, Dividenden und Bezugsrechte eine Rolle.

Diese Fokussierung auf einen eher unsicheren und kurzfristigen Markt lässt das Unternehmenswohl außer Acht. Nachhaltiges Wirtschaften ist so weniger möglich.

Methodische Kritik wird auch seitens der Ermittlung des Shareholder Value laut. Kleine Fehler in der Ermittlung können schon große Auswirkungen auf den Wert des Shareholder Value haben.

Zum Beispiel ist die Berechnung mittels des freien Cash Flows durch Einsparungen beim Anlagevermögen leicht manipulierbar.

Auch die zukünftigen Unternehmensentwicklungen stellen keine gesicherte Größe dar, dennoch stützt sich die Berechnung des Cash-Flows auf ebendiese Prognosen.

Die operative Ausrichtung des Prinzips, die fehlende Verbindung zu strategischen Zielen und das geringe Ansehen in der Öffentlichkeit sind weitere Kritikpunkte am Shareholder Value Ansatz.

Stakeholder Value Ansatz

Der Stakeholder Ansatz konzentriert sich nicht allein auf die Aktionärsinteressen, sondern auf alle Anspruchsgruppen eines Unternehmens.

Zu diesen Anspruchsgruppen zählen nicht nur die Anteilseigner, auch die Geschäftsführung, Arbeitnehmer, Kunden, die Öffentlichkeit, der Staat etc. gehören zu den „Teilhabern“.

Bei diesem Ansatz übernimmt das Unternehmen auch soziale und politische Verantwortung. Die Nachhaltigkeit des wirtschaftlichen Erfolgs steht im Fokus, das Wohl des Unternehmens soll auf lange Sicht gesichert werden.

Jedoch treffen bei diesem Ansatz auch sehr viele unterschiedliche Meinungen der verschiedenen Anspruchsgruppen aufeinander.

Diese mehrdimensionale Sicht kann zwar durchaus positive Anreize geben, führt oftmals allerdings zu Planungs- und Umsetzungsschwierigkeiten von Unternehmenszielen.

Zusammenspiel beider Ansätze wünschenswert?

Beide Ansätze verbinden positive und negative Elemente.

Eine Einbeziehung beider Prinzipien in bestehende Unternehmensführungsphilosophien könnte sowohl das Image des einen Prinzips verbessern als auch der Umsetzungsproblematik des anderen Prinzips Abhilfe leisten.

Die Konzentration eines Unternehmens rein auf den Aktionärsnutzen dient ausschließlich dem Wohle einer Anspruchsgruppe von vielen.

Das Interesse des Unternehmens sollte sich auf die anderen Anspruchsgruppen erweitern, ohne sich grundsätzlich jedem Anspruch der verschiedenen Teilhaber zu beugen.

Langfristige Ziele müssen ebenso im Fokus stehen wie der Börsenkurs, und das Wohl des Unternehmens sollte immer im Auge behalten werden. Letztendlich kommt dies natürlich auch dem Aktionär zugute.

10. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.