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Sharpe Ratio: Beispiel für die Anwendung

Die Bewertungskennzahl Sharpe Ratio findet zum Beispiel Anwendung, wenn man zwei verschiedene Aktienfonds miteinander vergleichen möchte.

Dabei werden sowohl das Risiko als auch die Rendite der Investments berücksichtigt.

Die Sharpe Ratio wird ausschließlich mit historischen Werten ermittelt und trifft somit keine gesicherten Annahmen über die Rentabilität der Anlage in der Zukunft.

Wichtiger ist hierbei der bewertende Vergleich mit Hilfe der Rendite aus der Vergangenheit und der Sicherheit.

Zur Berechnung der Sharpe Ratio wird eine simple Formel angewandt, bei der sowohl die erzielte Rendite als auch das Risiko des Investments eine Rolle spielt.

Sharpe Ratio: Beispiel der Berechnung

Für ein konkretes Beispiel einer Sharpe Ratio müssen zwei fiktive Investments miteinander verglichen und zusätzliche Annahmen getroffen werden.


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In unserem Fall ist die Marktlage in Deutschland als stabil zu bezeichnen und die Banken haben eine größtenteils ausgezeichnete Bonität.

Der erste Aktienfonds erwirtschaftete eine durchschnittliche Jahresrendite von 7%. Auf einem normalen Sparbuch, welches wir in unserem Beispiel als risikolos klassifizieren, erhält man einen Zinssatz von 1%.  Somit entspricht die sogenannte Überrendite in diesem Fall 6%

Angenommen die Volatilität, ermittelt über die Standardabweichung, beträgt 1,25. Eingesetzt in die Formel ergibt das:

Das Ergebnis von 4,8 hat für sich alleine genommen nur eine geringe Bedeutung. Betrachten wir hierzu ein alternatives Investment in einen spekulativeren Hedgefonds.

Der risikolose Zinssatz sollte aufgrund der besseren Vergleichbarkeit weiterhin bei 1% angesetzt bleiben. Dadurch dass der Hedgefonds wesentlich risikoreichere Anlagen tätigen darf, gehen wir davon aus, dass er bisher eine durchschnittliche Jahresrendite von 10% erwirtschaftet hat.

Allerdings ist auch die Volatilität ausgeprägter als bei unserem Investment in den Aktienfonds. Hier legen wir eine Volatilität von 2,3 zu Grunde. Für unser Ergebnis bedeutet das nun:

Sharpe Ratio: Bewertung des Ergebnisses

Bei der Interpretation des Ergebnisses des Sharpe Ratio Beispiels stellen wir fest, dass das erste Investment – der Aktienfonds – gegenüber dem spekulativeren Hedgefonds eine höhere Sharpe Ratio hat.

Dieses Signal zeigt an, dass die Anlage in den Aktienfonds zwar eine geringere durchschnittliche Jahresrendite erwirtschaftet, dafür aber auch geringeren Wertschwankungen ausgesetzt war.

Grundsätzlich lässt sich sagen: Je höher die Sharpe Ratio ist, desto besser ist das Investment in Bezug auf die Effizienz zwischen Rendite und Risiko.

Somit stellt der Aktienfonds – im Verhältnis zum eingegangenen Risiko – die „bessere“ Anlage dar, da das Risiko bei einer Investition in den Hedgefonds deutlich größer ist und verhältnismäßig weniger Gewinn erzielt.

25. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.