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Short-Seller: Was Sie darüber wissen sollten

Sicherlich haben Sie schon einmal von den sogenannten Short-Sellern gehört oder gelesen. Gemeint sind damit Leerverkäufer.

Wenn Sie sich unter beiden Begriffen nichts oder nur schwer etwas vorstellen können, ist das kein Problem.

Denn ich möchte Ihnen in diesem Beitrag erklären, was damit gemeint ist und wie Short-Seller bzw. Leerverkäufer agieren.

Short-Seller haben hierzulande einen schweren Stand

Gerade in Deutschland gibt es viele Vorurteile gegen Leerverkäufer, die u. a. dazu geführt haben, dass sogenannte „ungedeckte“ Leerverkäufe hier verboten worden sind.

Zudem gibt es immer wieder Bestrebungen, Leerverkäufe in Deutschland gänzlich zu verbieten. Das allerdings ist aus meiner Sicht nicht angebracht.

Was der Unterschied zwischen „gedeckten“ und „ungedeckten“ Leerverkäufen ist, werden Sie im Folgenden erfahren.

Außerdem werde ich Ihnen verraten, warum ich Leerverkäufe – und somit auch die Leerverkäufer – nicht grundsätzlich verteufele, und

Wie „gedeckte“ Leerverkäufe funktionieren

Kommen wir zunächst einmal ganz allgemein dazu, was Leerverkäufe eigentlich sind und wie sie funktionieren: Bei Leerverkäufen wetten Investoren auf fallende Kurse von Wertpapieren.

Dies kann beispielsweise auch über Put-Optionen oder Put-Optionsscheine geschehen, bei denen die Optionen oder Optionsscheine davon profitieren, wenn der Kurs des Basiswertes (in unserem Fall: einer bestimmten Aktie) sinkt.

Bei Leerverkäufen funktioniert die Wette anders: Leerverkäufer verkaufen beispielsweise Aktien, die sie sich etwa bei Fonds ausgeliehen haben.


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Der Plan dahinter: Sinkt der Kurs, können Sie die Titel später zu einem niedrigeren Kurs zurückkaufen und dem eigentlichen Besitzer zurückgeben.

Den Differenz-Betrag zwischen Verkaufs- und späterem Rückgabekurs streichen die Leerverkäufer als Gewinn ein.

Die Fonds machen dieses Spiel mit, weil sie die Aktien langfristig im Bestand halten wollen. Als Entschädigung für die Ausleihe erhalten die Fonds von den Leerverkäufern eine Leihgebühr.

Das, was ich Ihnen gerade beschrieben habe, sind sogenannte „gedeckte“ Leerverkäufe – gedeckt deshalb, weil der Leerverkäufer sich vor dem Verkauf der Aktien tatsächlich leihweise damit eingedeckt hatte.

So funktionieren „ungedeckte“ Leerverkäufe

Anders ist es bei „ungedeckten“ Leerverkäufen, die gelegentlich auch als „nackte“ Leerverkäufe bezeichnet werden: Dabei verkaufen die Leerverkäufer Papiere, mit denen sie sich zuvor nicht eingedeckt haben.

Im Extremfall könnte ein besonders pessimistischer Leerverkäufer dabei eine große Menge Aktien eines Unternehmens auf den Markt werfen, die es – im Grunde genommen – gar nicht gibt.

Durch das große Angebot erzeugt er massiven Druck auf die Kurse, weil das Angebot dadurch künstlich erhöht wird.

Solche Geschäfte können die Kurs-Ausschläge bei dem Basiswert (in unserem Fall: eine Aktie) drastisch beschleunigen – auch nach oben.

Denn sobald der Anleger die Aktien wieder zurückkaufen möchte, um den Leerverkauf zu beenden, treibt er den Kurs ungewollt in die Höhe.

Das war beispielsweise bei der Übernahme-Schlacht zwischen Porsche und VW der Fall.

Die Folge: Die VW-Aktie kostete zwischenzeitlich über 1.000 €. Dieses Phänomen wird als „Short Squeeze“ bezeichnet.

Solche Deals sind möglich, weil eine Lieferpflicht für die Papiere meist erst nach Tagen besteht. In Deutschland sind „ungedeckte“ Leerverkäufe jedoch verboten.

Warum Leerverkäufer wichtig für den Markt sind

Eingangs hatte ich Ihnen noch versprochen, dass ich Ihnen erklären würde, warum ich Leerverkäufer nicht grundsätzlich verteufele.

Hier die Erklärung: Zahlreiche wissenschaftliche Studien zu dem Thema weisen darauf hin, dass Leerverkäufer ein wichtiges Korrektiv sind, um Kurs-Exzesse nach oben abzuschwächen.

Wie Märkte funktionieren, wenn es keine Leerverkäufer gibt, zeigt das Beispiel des Immobilien-Marktes:

Hier sind Spekulationsblasen viel verbreiteter; Die größten Börsen- und Wirtschafts-Krisen hatten meist hier ihren Ursprung.

Leerverkäufer sind also in gewisser Weise so etwas wie Finanzaufseher der Märkte.

Denn sie können nicht auf Dauer gegen ein gesundes Papier oder gegen einen gesunden Staat spekulieren. Ihre Rechnung geht nur dann auf, wenn dort wirklich etwas im Argen liegt.

Fazit

Für Sie bedeutet das: Wenn Sie als Anleger mittel- bis langfristig Ihr Geld anlegen, können Sie die Leerverkäufer und ihre Leerverkäufe getrost ignorieren.

Denn: Wie Sie gerade erfahren haben, agieren Leerverkäufer eher kurzfristig.

28. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.