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Short Squeeze: Definition einer Sondersituation an den Märkten

Manchmal schwankt die Börse sehr stark und fast jeder Privatanleger war schon einmal positiv und negativ von den kurzfristigen Ausbrüchen betroffen. Das macht die Börse spannend. Dabei ist gerade für Kleinanleger nicht immer sofort erkennbar, warum es zu den Schwankungen kommen konnte. Eine mögliche Erklärung dafür kann der sogenannte Short Squeeze (to squeeze ist englisch für auspressen) sein, der als Konsequenz aus Leerverkäufen entstehen kann.

Leerverkauf als Ausgangssituation für einen Short Squeeze

Aktien können auch verkauft werden, obwohl der jeweilige Händler diese gar nicht im Besitzt hat. Das Zauberwort dafür lautet Leerverkauf. Durch einen Leerverkauf haben Händler die Möglichkeit, die Aktie jetzt zu verkaufen und zu einem späteren Zeitpunkt und dem dann gültigen Kurs nachzukaufen.

Diese Leerverläufe sind vorwiegend institutionellen Händlern wie Banken vorbehalten und dienen zur Spekulation auf fallende Kurse. Sie verkaufen den Wert zum aktuell hohen Kurs und spekulieren darauf, den Wert zu einem späteren Zeitpunkt günstig nachzukaufen. Als privater (und risikofreudiger) Anleger ermöglichen diverse Zertifikate eine solche Spekulation auf fallende Kurse.


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Definition: Was ist der Short Squeeze?

Der Shorts Squeeze bezeichnet eine Marktsituation, bei dem Händler ihre zuvor getätigten Leerverkäufe mit neuen Käufen der Aktie „decken“. Dies ist dann sinnvoll, wenn Händler auf sinkende Kurse gesetzt haben, der Titel aber steigt. Die deckenden Käufe dienen dazu, den Verlust zu begrenzen und treiben den Kurs des jeweiligen Titels dabei stark nach oben.

Hierbei entsteht unter Umständen eine Kettenreaktion. Durch den plötzlichen Kursanstieg sehen sich weitere Händler, die auf fallende Kurse spekuliert haben, dazu gezwungen, ihre Verluste zu begrenzen und kaufen ebenfalls Aktien.

Je mehr Händler „short“ spekuliert haben – also auf sinkende Kurse setzen – umso größer fällt der Kurssprung im Folgenden aus. Gerade wenn der am Markt verfügbare Anteil an Aktien geringer als die nachgefragte Menge ausfällt, kommt es zu starken Bewegungen. Somit werden die sogenannten „Shorties“ finanziell ausgepresst (to squeeze). Daher spricht man auch von einem Short Squeeze.

Praxis-Beispiel: Die VW Aktie

Der wohl bisher drastischste Short Squeeze aufgrund einer Spekulation auf fallende Kurse war der VW Aktie (WKN: 766400) im Oktober 2008 zuzuschreiben. Mehrere Investoren hatten damit gerechnet, dass der Kurs von VW sich in nächster Zeit eher nach unten bewegt und waren in hohem Maße short investiert. Kurz darauf war VW das nach Marktkapitalisierung teuerste Unternehmen der Welt (zum Vergleich: in 2013 lag VW auf Platz 60), die Aktie erreichte kurzfristig einen Höchstkurs von etwa 1.005 €. Was war passiert?

Porsche hatte am 26. Oktober mitgeteilt, seinen Anteil am VW-Konzern von 35% auf 42,6% zu erhöhen und weitere Anteile über Optionen gesichert zu haben. Das Land Niedersachsen war ebenfalls als Hauptanteilseigner mit 20% im Besitz der Aktien, weshalb nur noch wenige Papiere am freien Markt gehandelt wurden. Die „Shorties“ hatten sich aber 12% der Anteile geliehen und waren durch den Kursanstieg nach der Porschemeldung gezwungen, nun ihre Verluste zu verringern. Die Folge war der rasanter Kursanstieg von rund 200 € auf über 1.000 € pro Aktie. An diesem Tag war die Bewertung des Unternehmens surreal.

Fazit: Leerverkäufe nur für spekulative Anleger interessant

Diese Entwicklung verdeutlichte einmal mehr die Gefahr von Leerverkäufen und die Macht von Spekulanten. Besonders für Privatanleger sind Leerverkäufe nur bei viel Erfahrung und großem Fachwissen zu empfehlen. Privatanleger haben keine Möglichkeit, einen Short Squeeze zu verhindern oder auf diesen Einfluss zu nehmen. In diesem Fall heißt es am besten abwarten und die Papiere halten.

21. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.