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Short Squeeze – eine Ironie der Märkte

In diesem Beitrag möchte ich Sie mit einer Ironie der Märkte vertraut machen.

Sie lässt sich einfach erklären. In der englischen Sprache sagt man dazu „Short Squeeze“.

Ich gebe Ihnen hier in der Folge also eine Erläuterung zum „Short Squeeze“ und auch zum sogenannten „Leerverkauf“.

Short Squeeze – Definition

Sie können oft beobachten, dass die Märkte mit hoher Dynamik aufwärts laufen, wenn die Mehrheit oder ein spürbarer Anteil von Anlegern auf fallende Märkte gesetzt hat.

In solch einer Sondersituation an den Märkten spricht man vom sogenannten “Short Squeeze”.

Leerverkäufe – Definition

Bei Leerverkäufen werden Wertpapiere verkauft, die sich nicht im Depot des Verkäufers befinden.

Leerverkäufe – ein Beispiel:

Ich möchte Ihnen Leerverkäufe nun an einem Beispiel erläutern. Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor:

Der Leerverkäufer spekuliert auf einen Kursrücksetzer. Er verkauft z. B. 300 Aktien bei einem angenommenen Kurs von 100 € je Aktie.


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Dafür leiht er sich die 300 Papiere von einem Wertpapier-Verleiher. Das kann sein Broker sein. Er verkauft diese Papiere an der Börse und nimmt 30.000 € ein.

Wenn er diese Papiere später zum Preis von beispielsweise 70 € je Aktie an der Börse zurückkaufen kann, bezahlt er insgesamt 21.000 € (300 x 70 €). Er gibt die Papiere an den Wertpapier-Verleiher zurück und bezahlt die Leihgebühr.

Die Differenz zwischen dem Verkauf zu 30.000 € und Rückkauf zu 21.000 €, abzüglich der Leihgebühren, ist sein Gewinn. Er hat dank der leerverkauften Aktien einen Gewinn durch fallende Kurse erzielt.

Leerverkäufe mit unbegrenztem Risiko

Das Risiko bei Leerverkäufen ist unbegrenzt. Das zeigt die Fortführung des o. a. Beispiels, wenn es sich gegen den Leerverkäufer entwickelt.

Nachdem ein Leerverkäufer die Aktien leerverkauft hat, steigt der Kurs. Da er sich die Aktien geliehen hat, muss er sie „irgendwann“ zurückgeben.

Er muss sie also auch kaufen, wenn sie auf 120 € je Aktie, 150 €, 200 € oder weit mehr steigen. Da ein Aktienkurs unendlich steigen kann, ist das Risiko schließlich unbegrenzt.

Leerverkäufe, eine Verlust-Rechnung:

Stellen Sie sich vor, die Leerverkäufe haben mit einem Pharma-Wert stattgefunden.

Über Nacht wird bekannt, dass dieses Unternehmen ein bahnbrechendes Patent angemeldet hat. Der Kurs explodiert, sagen wir einmal: auf 200 €.

Der Leerverkäufer hat sich 300 Aktien geliehen. Er hat diese für 100 € je Aktie verkauft.

Jetzt muss er sie für 200 € je Aktie zurückkaufen. Sein Verlust je Aktie beträgt folglich 100 €.

Im o. a. Beispiel mit 300 Aktien haben die Leerverkäufe zu einem Verlust von 30.000 € geführt.

Dieses Beispiel ist übrigens nicht konstruiert. Denken Sie an das Drama mit den Leerverkäufen der VW-Aktien.

Als diese bei 1.000 € notierten, hat es viele Anleger ruiniert. Der Milliardär Adolf Merckle hatte sich damit dermaßen verspekuliert, dass er sein Leben beendete.

Put-Optionen statt Leerverkäufen

Natürlich müssen Sie auch auf fallende Kurse setzen, wenn Sie Gewinne erzielen wollen. Von Leerverkäufen rate ich Ihnen aber ab.

Denn das o. a. Beispiel zeigt: Das Risiko ist unbegrenzt. Es droht eine Nachschuss-Pflicht, im Extremfall bis hin zur persönlichen Zahlungs-Unfähigkeit.

Die bessere Alternative: Mit Puts setzen Sie auf fallende Märkte. Ihr maximales Risiko liegt aber bei dem bezahlten Kaufpreis. Eine Nachschuss-Pflicht gibt es bei gekauften Optionen nicht.

22. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen, so z.B. für das Buch „Reich mit Optionen“. Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.