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Shortselling Strategien: Leerverkäufe besser beherrschen

So sinnvoll sie auch sind, Shortselling Strategien werden von den meisten gemieden. In der letzten Finanzkrise kamen sie in Verruf, wurden teilweise verboten, und das obwohl sie lediglich das Portfolio absichern. Voraussetzung für eine erfolgreiche Absicherung ist allerdings, dass man sich mit ihnen beschäftigt und die Risiken kennt.

Umkehrschub zur Depotabsicherung

Mit Shortselling Strategien schaltet man sozusagen auf Umkehrschub, wenn die Kurse fallen. Man nimmt parallel die gegenläufige Position ein und profitiert von fallenden Kursen, um Verluste auf der Longseite aufzufangen, wo man in der Käuferposition auf steigende Kurse setzt.

Der Vorteil: Man muss sich nicht bei jedem Kursrutsch von allen Wertpapieren trennen und vor der Wende wieder zukaufen.

Shortselling Strategien folgen als effektive Gegenläufer einer simplen Logik, sind aber in der Handhabung nicht ganz einfach. Während die Händler bei Optionen oder Futures zur Absicherung einfach ihre Kontrakte gegenseitig tauschen, geht das Shorten bei Aktien oder anderen Wertpapieren nur über die Konstruktion des Leerverkaufs.

Hat ein Anleger zum Beispiel Signale, dass der 100-Euro-Kurs seiner Aktie fällt, geht er eine Short-Position ein und verkauft sie zum aktuellen Kurs leer. Fällt sie dann auf 80 €, muss er nur seine Position zeitig schließen und er hat einen Gewinn von 20% gemacht.


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Leerverkauf mit Tücken

Wie funktioniert der Leerverkauf? Short-Seller müssen eine Aktie, die sie verkaufen wollen, nicht besitzen. Sie leihen sie sich gegen Provision vom Broker, hinterlegen eine Sicherheit in Höhe von 25% und verkaufen eben leer. Das Kalkül: Wenn der Kurs fällt, kann man sie viel günstiger kaufen und dem Broker zurückgeben. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Rückkaufpreis ist der Gewinn.

Steigt der Kurs aber oder verpasst man den Ausstieg, geht die Rechnung nicht auf. Der Broker macht das Spiel nur so lange mit, bis das hinterlegte Geld aufgebraucht ist. Spätestens zu Ende der Leihfrist muss dann das Papier teuer zurückgekauft werden. Abhängig vom Kursausschlag und der Leihgebühr können die Verluste dann erheblich sein.

Shortselling Strategien: Eigenheiten bei Derivaten

Shortselling Strategien funktionieren auch mit Derivaten. Hier geht es um fallende Kurse des Basiswerts, beispielsweise mit einem Short-ETF oder einem Short-Zertifikat auf den DAX. Geht es mit dem DAX bergab, streicht man Gewinne ein. Dies läuft ebenfalls über den Leerverkauf.

Bei einem Short-ETF etwa leiht sich der Anleger über den Fondsverwalter keine Einzelaktie, sondern einen für den Index typischen Aktienkorb von einem anderen Investor. Die Besonderheit beim Indexfonds: Weil das Geld nicht in Einzelaktien investiert ist und der Verkauf der im Index enthaltenen Aktien ein Leerverkauf ist, werden obendrein Zinsen am Geldmarkt erwirtschaftet. Diese Zinsen erhält der Anleger zusätzlich, und zwar in Höhe des doppelten Tagesgeldzinssatzes.

Die Herausforderung beim Shorten: Ein Anleger muss den unteren und oberen Wendepunkt der Kursentwicklung erkennen. Weil dies nicht einfach ist, sollte man beim Ein- und Ausstieg sicherheitshalber schrittweise vorgehen.

Beim Short-Indexfonds kommt es zudem darauf an, dass seine Struktur mit dem abzusichernden Index im Depot übereinstimmt. Die Zusammensetzung muss erkennbar sein.

Selbst wenn sie identisch ist, so gibt es noch einen weiteren Haken: Die Entwicklung von Short-ETFs verläuft nicht 100% spiegelbildlich und weicht mit jedem Tag ab. Der Grund: Short-ETFs bilden die Wertentwicklung börsentäglich neu ab, der sogenannte Basiseffekt.

Abweichende Entwicklung berücksichtigen

Fällt etwa der DAX am ersten Tag um 2%, steigt dann um 1% und fällt am dritten Tag wieder um 3%, entsteht ein Minus von 2%. Anders beim Short-DAX: Am ersten Tag legt er noch spiegelbildlich um 2% zu. Am Folgetag aber geht es erneut von der niedrigeren Basis des Schlusskurses vom Vortag weiter. Und weil diese Basis jedes Mal verändert ist, entstehen mit der Zeit Abweichungen, was ein stetes Nachjustieren erfordert.

Das hat damit zu tun, dass man bei Verlusten prozentual rechnen muss: Um 50% Verlust aufzuholen, braucht es 100% Zuwachs. Bei 75% Verlust sind es bereits 300%. Diese Gesetzmäßigkeit wird gerne übersehen. Als Privatanleger sollte man solche Eigenheiten kennen und ansonsten beim Kauf darauf achten, dass ETF und Short-ETF aufeinander abgestimmt sind.

Shortselling Strategien sind also taktisch und nur kurzfristig ausgelegt. Langfristig stoßen sie an ihre Grenzen, allein schon wegen des Leerverkaufs. Zudem sind sie für Anfänger weniger geeignet. Mit Spekulantentum jedoch haben sie nichts zu tun. Im Gegenteil: Sie sind ein Korrektiv am Finanzmarkt und wirken einseitigen Blasen entgegen.

18. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.