MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

SIEMENS: Schlafender Riese erwacht

Die vor über 160 Jahren gegründete Siemens AG ist zu einem der weltweit führenden Elektrotechnikkonzerne gewachsen und in über 190 Ländern tätig. Dabei ist Europa der wichtigste Markt des Unternehmens. Die breite Angebotspalette umfasst Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung, Anlagen-, Auto-, Verkehrs-, Medizintechnik, Computer, Audio- und Videosysteme.

Analyse und Bewertung: Gute Zahlen

Mit seinen Zahlen per 30.06.2014 für das dritte Geschäftsquartal (Geschäftsjahr geht vom 01.10. bis 30.09. des Folgejahres) übertraf Siemens die Erwartungen des Marktes. Der Gewinn legte zum vergleichbaren Vorjahresquartal um gut 30% zu, obwohl der Umsatz im selben Vergleichszeitraum um 4% nachgab.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Diese markant gesteigerte Profitabilität ergab sich, weil im Vorjahr noch 400 Millionen € für das Sparprogramm ausgegeben wurden und im aktuellen Quartal kaum Sonderkosten anfielen. Die Börse bewertet die Vergangenheit aber nur kurz (wenn überhaupt). Wichtiger ist der Blick auf die Zukunft – und dieser Blick ist bei Siemens noch entscheidender als sonst üblich.

Unternehmens-Aussichten: Konzernumbau wird vorangetrieben

Am 01.10.2014 jährte sich der Wechsel der Konzernspitze vom Vorgänger Peter Löscher zum jetzigen Chef Joe Kaeser. Da hat Kaeser Bilanz gezogen und den Anlegern und Analysten positive Aussichten vermittelt. Dabei hat er den Konzernumbau in den Vordergrund gestellt, durch den er das Unternehmen neu ausrichtet und profitabler gestalten will.

Die derzeitige Unterteilung in 4 Sektoren (Energie, Industrie, Medizintechnik sowie Infrastruktur und Städte) und viele regionale Divisionen werden abgeschafft. Außerdem ist er auf den „Kampf gegen die Bürokratie“ und das wohl unvermeidliche Thema Personalabbau eingegangen.

Derzeit ist von rund 11.000 betroffenen Beschäftigten zu lesen. Nie lasse ich eine Meldung über Entlassungen ohne den Hinweis: Schade, dass Entlassungen zu steigenden Börsenkursen führen. Aber es gilt hier die Auswirkung auf den Aktienkurs zu beschreiben und nicht die Auswirkung auf die Betroffenen und auch die volkswirtschaftliche Belastungen, die sich durch hohe Arbeitslosenzahlen ergeben.

„Ab 1. Oktober geht es in der neuen Struktur los“, sagte Finanzvorstand Dr. Ralf Thomas kürzlich und Siemens-Chef Joe Kaeser kommentierte den Konzernumbau wie folgt: „Es ist eine große Kraftanstrengung für uns alle, die neue Organisation in so kurzer Zeit bis zum 1. Oktober startklar zu machen.“

Ob es zum 01.10.2014 wirklich abschließend geklappt hat, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Es mag hier und da noch holprig laufen. Und doch bin ich davon überzeugt, dass die Weichen auf eine positive Zukunft gestellt wurden. Zum Konzernumbau passt auch die Adhoc-Meldung vom 22.09.2014, in der Siemens bekannt gab, dass man den amerikanischen Kompressoren-Hersteller Dresser-Rand für umgerechnet etwa 5,8 Milliarden Euro übernehmen will.

Da Dresser-Rand seinen Aktionären empfohlen hat, der Übernahme zuzustimmen, ist die bis Sommer 2015 geplante Umsetzung eher Formsache. Dresser-Rand produziert und verkauft Kompressoren, Dampf- und Gasturbinen sowie Motoren und ist ein weltweit führender Anbieter für die Öl- und Gas-, Prozess- und Energieindustrie.

Siemens sieht in dieser Übernahme eine optimale Ergänzung des Siemens-Angebots im Bereich der Öl- und Gasindustrie sowie für die dezentrale Energieerzeugung. Gleichzeitig kündigten Siemens und Bosch das Ende ihrer jahrzehntelangen Haushaltsgeräte-Kooperation an. Bosch wird den Siemens-Anteil für 3 Milliarden € übernehmen.

4. Oktober 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.