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Silber- und Goldverbot in den USA – Rückblick in die Vergangenheit

Die Gefahr eines staatlichen Goldverbots schwebt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Goldbesitzer.

Ob es niedergehen wird ist fraglich und ob die unter den Goldbugs kontrovers diskutierten Auswege dann eine Lösung bieten werden erst recht.

Schutz gegen ein Silber- und Goldverbot

Der realistischste Schutz gegen ein Verbot besteht wohl noch immer darin zu diversifizieren, also nicht alle Eier in einen Korb zu legen.

Für den Edelmetallbesitz bedeutet dies, dass bei größeren Mengen ein Teil des eigenen Goldes auch im Ausland verwahrt wird und bei der Vermögensumschichtung die anderen Edelmetalle, also vor allem Silber, Platin und Palladium, nicht übersehen werden.

Wer sein Gold nur im Inland verwahrt, setzt sich der Gefahr aus, dass seine an für sich sehr vorausschauende und solide Vorsorge zu scheitern droht, sollte die Politik ein erneutes Verbot für den privaten Goldbesitz beschließen.

In diesem Fall drohen unter Umständen empfindliche Verluste, weil das Gold vermutlich wie 1933 in den USA zu einem sehr schlechten Preis an den Staat zwangsverkauft werden muss.

Besser aufgestellt ist, wer zumindest einen Teil seines Goldes im Ausland lagert. Zumindest ein Teil des privaten Goldbesitzes ist dann vor dem Zugriff der eigenen Regierung sicher.

Wobei diese Strategie allerdings darauf setzt, dass nicht alle Staaten zur gleichen Zeit ein Goldverbot aussprechen bzw. einige traditionell sehr goldfreundliche Länder wie die Schweiz dies auch in Zukunft sein und niemals ein privates Goldverbot aussprechen werden.

Diversifizierung in andere Edelmetalle als Ausweg

Eine zweite Möglichkeit zu diversifizieren besteht darin statt ausschließlich Gold zu kaufen auch auf die anderen Edelmetalle Silber, Platin und Palladium zu setzen.

Wenn die Sprache auf die Edelmetalle kommt, denken die meisten zunächst an das Gold. Folglich wird es auch von den meisten bevorzugt gekauft, was aus der Sichtweise eines um Zugriff bemühten Politikers bedeutet, dass es sinnvoll ist, beim Gold bevorzugt zuzuschlagen, weil hier am meisten für den Staat zu holen ist.

Eine absolute Sicherheit ist das natürlich auch nicht, doch die wird es ohnehin niemals geben, weder beim Gold noch bei den anderen Edelmetallen. Aber relativ betrachtet dürfte die Gefahr eines staatlichen Verbots für den privaten Besitz von Platin und Palladium niedriger sein als die Gefahr für den privaten Goldbesitz. Am niedrigsten veranschlage ich die Gefahr derzeit für den Besitz von Silber, denn das Silber ist nicht nur Edel-, sondern auch Industriemetall und es ist zudem sehr weit verbreitet.

Wer den privaten Silberbesitz verbieten will, der muss nicht nur Barren und Anlagemünzen konfiszieren, sondern auch nach reichlich Besteck, Teeservice, Lötzinn und anderen Dingen des täglichen Lebens fahnden.

Warum letztlich nur das Goldverbot in Kraft trat

Schon 1933 war das Silber an so vielen Stellen im Einsatz, dass es der US Regierung praktisch unmöglich war ein Silberverbot einzuführen ohne die Wirtschaft anschließend massiv zu schädigen, ein ganzes Land zu kriminalisieren und bei der Konfiszierung des Edelmetalls ein heilloses Durcheinander zu vermeiden.

Ursprünglich wollte Roosevelt auch den privaten Silberbesitz verbieten …

Es waren vermutlich praktische Gründe wie die vielen Ausnahmeregelungen, die hätten erlassen werden müssen, die dazu führten, dass der private Silberbesitz 1933 unter Präsident Franklin D. Roosevelt nicht verboten wurde.

Im ersten Referentenentwurf für das neue Verbot vom 9. März 1933 hieß es zunächst noch vollmundig:

„Aufgrund von der mir übertragenen Vollmacht aus Abschnitt 5 (b) des Gesetzes vom 6. Oktober 1917, geändert durch Abschnitt 2 des Gesetzes vom 9. März 1933 (…), in dem der Kongress erklärte, dass ein ernsthafter Notstand existiert, verkünde ich als Präsident, dass der nationale Notstand noch besteht existiert und dass das fortgesetzte private Gold- und Silberhorten der Bürgern der Vereinigten Staaten eine ernsthafte Bedrohung für den Frieden, die Gerechtigkeit und das Wohlergehen der Vereinigten Staaten darstellt.

Um die Interessen unseres Volkes zu schützen, müssen geeignete Maßnahmen sofort ergriffen werden.

Daher verkünde ich in Ausübung der oben genannten Vollmacht, dass solcher Gold- und Silberbesitz verboten ist und dass jeder solche Münzen, Anlagemünzen oder anderen Gold- und Silberbesitz innerhalb von vierzehn Tagen bei amtlichen Beauftragten der Regierung der Vereinigten Staaten gegen Erstattung zum offiziellen Preis in offiziellen Zahlungsmitteln der Regierung abzuliefern hat.“

… am Ende verblieb nur das Goldverbot

Gold und Silber sollten also somit zunächst parallel und zeitgleich verboten werden, weil sie eine „ernsthafte Bedrohung für den Frieden, die Gerechtigkeit und das Wohlergehen der Vereinigten Staaten“ darstellen würden.

An Armseligkeit ist diese Begründung kaum noch zu überbieten, denn sie vergleicht den Kriegszustand von 1917 mit dem wirtschaftlichen Notstand der großen Depression und unterstellt dem privaten Gold und Silberbesitz eine den Frieden zerstörende Bedrohung. Naja, wer’s glaubt wird selig, aber das soll uns hier nicht weiter interessieren.

Viel wichtiger erscheint mir, dass im endgültigen Gesetzestext, der nicht einmal einen Monat später verabschiedet wurde, das Silber plötzlich überhaupt nicht mehr auftaucht.

Mit keiner Silbe wird es dort noch erwähnt. Verboten wird ausschließlich das Gold.

Und nun frage ich Sie: Können Sie mir erklären, was in diesen vier kurzen Wochen mit dem Silber geschehen sein soll, dass es seine gefährliche, den Frieden zerstörende Wirkung verloren hat, während das Gold die seine behalten hat?

Könnte es sein, dass sich das geplante Silberverbot administrativ nicht umsetzen und wirklich kontrollieren ließ und vielleicht deshalb unterblieb?

Wenn ja, dann haben wir hier einen der gewichtigsten Gründe, warum Silber auch heute noch besser vor staatlichen Verboten schützt als Gold: In unserer heutigen, hoch technisierten Welt wird Silber noch viel häufiger eingesetzt als 1933. Denken Sie nur einmal an Ihren Computer, Ihr Handy oder den Flachbildschirm auf den Sie gerade starren.

Es hat also durchaus seinen guten Grund, warum ich im Nugget Effekt das Silber so stark in den Mittelpunkt rücke. Es ist nicht allein das große Kurssteigerungspotential, das Silber ausspielen wird, wenn es die massive Shortspekulation endlich ihr Ende finden wird, es sind auch handfeste historische Gründe.

Mehr zum Thema: Das Goldverbot in den USA

25. September 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.