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Sind 10% Provision zu viel?

Am Nikolaustag geht es um die Höhe der Provision. Wie hoch darf die Maklerprovision sein?

„10% sind viel zu viel.“ Denken Sie auch so? Was aber tun bei einer Immobilie für 45.000,- €, Handwerkerobjekt, schlechte Materiallage, viel Recherche durch den Immobilienmakler erforderlich.

5% Provision wären 2.250,- €. Bei einem Stundensatz von 80,- bis 100,- € wäre die Tätigkeit also nach 23 Stunden beendet.

100 bis 120 Stunden Zeitaufwand sind normal

Nun ist aber eine Immobilie in der Regel nicht nach 20 oder 25 Stunden vermittelt. Stattdessen nimmt oft schon die Beschaffung der notwendigen Unterlagen diese Zeit in Anspruch. Dann hat noch keine Besichtigung stattgefunden.

Mit  Objektaufnahme, Wertermittlung, Beschaffung der Unterlagen, Aufbereitung des Exposees und weiterer Unterlagen, Besichtigungsterminen, Gesprächen mit dem Eigentümer, Verhandlungen, Vorbereitung und Begleitung des Notartermins kommen typischerweise rund 100 Stunden Arbeitszeit in einem Maklerbüro zusammen.

Provision ist auch Vergütung des Zeitaufwands

In meinem kleinen Beispiel kann bei einer Provision von 2.250,- € ein Stundenaufwand von 100 Stunden in keinem Fall erbracht werden.

Der Immobilienmakler hat nun zwei Möglichkeiten: Auftrag ablehnen oder höhere Provision vereinbaren.

Ist die Ablehnung eines Vermittlungsauftrags wirklich eine Lösung? Konsequent zu Ende gedacht würde dies bedeuten, dass Immobilienmakler in einem bestimmten Marktsegment nicht tätig werden dürfen.


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Diese Entwicklung sollte nicht eintreten. Das wäre für das Selbstverständnis des Berufsstandes sehr schädlich.

Ausweg: Provisionsvereinbarung

Damit bleibt für Immobilienmakler in diesem Fall nur die Vereinbarung einer über dem ortsüblichen Satz liegenden Provision.

In Fällen mit besonders hohem Aufwand für den Immobilienmakler sollte dieser Aufwand bereits bei Abschluss des schriftlichen Maklervertrages fixiert werden. Das können z.B. sein:

  • eine weit verstreute Erbengemeinschaft, die mit hohem Aufwand kontaktiert und alle Vereinbarungen auf dem Schriftweg eingeholt werden müssen
  • ungeklärte Vermögensverhältnisse an einem Grundstück in den neuen Bundesländern
  • schwierige Bebaubarkeit eines Grundstückes und sehr hohe Anforderungen an die Erlangung einer positiven Bauvoranfrage;
  • ein so niedriger Preis für eine Immobilie im ländlichen Raum, dass die Anstrengungen des Immobilienmaklers ohne eine erhöhte Provision nicht wirtschaftlich sind.

In allen Fällen gilt, dass die Umstände dem Eigentümer/Kunden nicht verschwiegen werden dürfen.

Insgesamt ist die Vereinbarung einer höheren als der ortsüblichen Provision kein Tabu. Wenn eine Abweichung erfolgt, sollten die Umstände jedoch schriftlich festgehalten werden.

Die aktuelle Diskussion um die Neuregelung des Maklerrechts und die Einführung der Auftraggeberprovision will ich gar nicht befeuern.

In der Diskussion geht es um die ganz andere Fragestellung, wer die Provision bezahlen soll und wie hoch die Provision sein darf.

Im letzten Beitrag der Themenwoche „Sittenwidrige Maklerprovision“ * habe ich den Ombudsmann Immobilien zur Sittenwidrigkeit der Provision interviewt. Das Interview lesen Sie morgen.

* Die vorangegangenen Artikel zur Themenwoche “Sittenwidrige Maklerprovision” können Sie unter den folgenden Links einsehen:

Teil 1: Wie viel Provision darf der Immobilienmakler verlangen?

Teil 2: Ab wann ist eine Maklerprovision sittenwidrig?

Teil 3: Wie begründet die Rechtsprechung die Sittenwidrigkeit bei der Provision?

6. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.