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So aussagekräftig sind Bitcoin-Charts

Vor 5 Jahren waren sie noch ein Neuling in der Finanzwelt – derzeit stürmen Bitcoins die Charts. Von den ersten 10.000 Bitcoins konnte man 2 Pizzen kaufen. Heute könnte man sich von dem umgerechneten Wert mehrere Pizza-Restaurants leisten. Doch wie lässt sich dieser Werdegang erklären?

Bitcoin-Charts zeigen dennoch keinen steilen Aufwärtstrend. Es gab bereits große Crashs und trotz der Gefahr, dass sich dies wiederholt, erleben sie derzeit einen Boom. Die Bitcoin-Charts schwanken teilweise extrem. Deshalb ist es schier unmöglich, sie mit klassischer Charttechnik zu analysieren. Eines kann man jedoch festhalten: Bitcoins sind nicht begehrter als je zuvor – was sogar eine eigene Gefahr birgt, doch dazu später mehr.

Sinn einer Analyse von Bitcoin Charts

Sieht man sich den langfristigen Chartverlauf der Bitcoins seit der Entstehung 2009 an, wird eines deutlich: Der Trend geht nach oben. Regelrecht bei Null angefangen, ließ sich der erste Kurszuwachs auf 1 $ nach 2 Jahren erkennen. Weitere 2 Jahre dauerte es, bis der Motor in Gang kommen sollte. Denn zu Beginn des Jahres 2013 knackten die Bitcoins die 100 $-Marke. Ende 2013 wurden sogar  1.000 $ in den Bitcoin-Charts erreicht.

Bit Coin Chart

(Quelle: bitcoincharts.com)

Dennoch gab es Zeiten, in welchen der Kurs nicht stieg, sondern sehr stark gefallen ist. So ist der Kurs im Frühjahr 2013 in nur 7 Tagen um satte 80% gesunken. Auch im Dezember des gleichen Jahres fiel der Kurs von  1.200 $ auf 730 $ innerhalb einer Woche. Noch einmal 10 Tage später lag der Kurs bei 584 $.

Für eine Analyse der Kurse gäbe es zwar bereits viele Daten, dennoch gibt es keinen Gegenwert für Bitcoins. Das lässt auch keine Widerstände zu, die man logisch erklären könnte. Zum Beispiel gibt es keinen Grund, warum Bitcoins nicht wieder auf 1 $ oder weniger fallen könnten. Klassische Support-Marken im Chart sind deshalb nicht erkennbar.

Welche Gründe lassen die Bitcoin-Charts steigen oder fallen?

Nach der Aufhebung des Goldstandards im Jahre 1973 entscheidet in erster Linie das Vertrauen der Anleger darüber, ob Finanzmittel in eine Währung investiert oder abgezogen werden. Da der US-Dollar als Weltwährung innerhalb von 100 Jahren gut 95% seiner Kaufkraft verloren hat, ist es klar, dass immer weniger Menschen dieser Währung vertrauen.

Anders verhält es sich da mit den Bitcoins. Seit ihrer Einführung in die Finanzwelt konnte ein enormer Wertzuwachs verbucht werden. Je bekannter die Währung wird, umso höher können die Kurse steigen. Die ersten Bitcoin-Automaten wurden in den USA schon in Betrieb genommen, um den Handel weiter anzukurbeln.

Natürlich entscheiden auch Angebot und Nachfrage über den Preis. Da viele Investoren sich eher darauf verlassen, dass der Wert steigt, werden Bitcoins eher gekauft als verkauft. Dadurch werden viele Investoren angelockt, die mit ihrem Kapital überwiegend spekulieren, anstatt in feste Werte zu investieren.

Die Preise der Bitcoins sind ganz offensichtlich von Panik beeinflusst. Sei es die Panik, einen Boom zu verpassen oder die Verkaufspanik, wenn die Preise wieder in den Keller rauschen. Letztlich entscheidet hier die Masse der Benutzer, wohin die Reise geht. Dazu kommen aber noch Gerüchte und Nachrichten, die wieder für Instabilität oder Kursexplosionen sorgen können.

Als Trader sollte man deshalb den Kurs immer sehr genau im Auge behalten und dabei stets den Finger am Abzug haben.

Gründe, warum die Kurse immer wieder crashen

Der scheinbar stetige Kursverlauf nach oben hat dennoch seine Schattenseiten. Die Bitcoin-Charts zeigen in ihrem Verlauf auch tiefe Einschnitte. Im Frühjahr 2013 kam es zu einem starken Einbruch des Kurses durch eine regelrechte Panik.

Diese Panik sei laut der Handelsplattform MtGox.com durch Aussetzer im Handelssystem entstanden. Anfangs war die Angst vor Hackerangriffen groß. Viele Nutzer trennten sich daher schlagartig von ihren Bitcoins.

Der Betreiber von MtGox hatte allerdings eine andere Begründung. Denn innerhalb von 24 Stunden habe sich die Anzahl der Transaktionen verdreifacht. Dadurch wurden die Bitcoins Opfer ihres eigenen Erfolgs. Mit neuen Servern sollen solche Pannen in Zukunft nicht mehr auftreten – Bitcoin-Besitzer werden einfach darauf vertrauen müssen. Und genau dieser Glaube ist es auch, der Bitcoins am Leben erhält.

Eine klassische Analyse der Bitcoin-Charts wie bei anderen Basiswerten ist also kaum empfehlenswert. Es macht vielmehr den Eindruck, als müsse man eher auf den nächsten Crash warten und danach einkaufen und Geduld beweisen. Indikatoren für Hackerangriffe oder Überlastungen lassen sich nämlich nicht im Chart ablesen.

Wer sich als Spekulant auf dieses dünne Eis wagen will, sollte lieber nur wenig investieren. Die Gewinnchancen sind bei Kursen um die 1.000 $ eher gering, die Gefahren für einen weiteren Crash jedoch umso höher.

Auch der US-Senat hat sich bereits mit dem Thema Bitcoin beschäftigt – abgeschlossen ist dieses Thema damit noch lange nicht. Es würde sicherlich auch viele Marktteilnehmer wundern, wenn die USA mit den Bitcoins eine zweite Währung im Land auf Dauer rechtlich zulassen würden.

21. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.