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So berechnen Sie die Höhe der Schenkungssteuer

Großvater Peter Schmidt hat seine Aktien im Wert von 600.000 € verkauft und möchte das Geld seinen beiden Enkeln schenken.

Unter Umständen kann er dabei sogar die komplette Schenkungssteuer sparen. Was muss er beachten, damit die Schenkung möglichst steuerarm erfolgen kann?

Schenkungssteuer: Ein Beispiel

Bei einer Schenkung ist der Staat immer mit von der Partie und verlangt seinen Anteil in Form einer Steuer.

In welcher Höhe Schenkungssteuern anfallen und welche Freibeträge geltend gemacht werden dürfen, richtet sich im Wesentlichen nach zwei Kriterien: Dem Wert der Schenkung als Grundlage für die Steuerberechnung und der Steuerklasse, die anhand des Verwandtschaftsgrades ermittelt wird.

Schenkungssteuer: Wichtig ist der Verwandtschaftsgrad

Die Steuerschuld entsteht am Tag der wirtschaftlichen Bereicherung. Dies ist der Tag der Schenkung. Wenn beispielsweise Wertpapiere verschenkt werden und deren Kurs nach dem Tag der Schenkung steigt, gilt trotzdem der Kurs am Tag der Schenkung.

Die Höhe der Freibeträge und die Steuerklasse, nach der die Schenkungssteuer ermittelt wird, hängen ab vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Schenker und dem Beschenkten.

Dies ist in § 15 und § 16 des Erbschaftsteuergesetzes geregelt:

VerwandschaftsgradFreibetrag

(§ 16 ErbStG)

Steuerklasse

(§ 15 ErbStG)

Für Ehepartner und Lebenspartner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft500.000 €I
Für Kinder und Enkelkinder, deren Eltern verstorben sind, sowie für Stief- und Adoptivkinder400.000 €I
Für Enkelkinder200.000 €I
Für Eltern und Großeltern, Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner und Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft20.000 €II
Für alle anderen Empfänger einer Schenkung20.000 €III

Die Schenkungssteuer: Wie hoch ist sie?

Nur, was nach Abzug der Freibeträge vom verschenkten Vermögenswert übrig bleibt, ist schenkungssteuerpflichtig. Dabei wird jeder steuerpflichtige Erwerb auf volle 100 € nach unten abgerundet.

Die Steuersätze der Schenkungssteuer sind – genau wie die persönlichen Freibeträge – abhängig von den Steuerklassen und zusätzlich progressiv gestaffelt.

Das heißt, dass mit einem steigenden Schenkungsbetrag der Steuersatz steigt, wie der folgenden Tabelle zu entnehmen ist:

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließlichSteuersatz in Steuerklasse
Euro
75.000 €
300.000 €
600.000 €
6.000.000 €
13.000.000 €
26.000.000 €
über 26.000.000 €
IIIIII
7%15%30%
11%20%30%
15%25%30%
19%30%30%
23%35%50%
27%40%50%
30%43%50%

Schenkungssteuer und die Gestaltung von Schenkungen

Die steuerlichen Freibeträge bei Schenkungen kann der Beschenkte alle 10 Jahre in Anspruch nehmen. Deshalb kann es sinnvoll sein, dass man seine Schenkung in mehrere Teilbeträge aufteilt.

Erstens kann durch die mehrmalige Ausnutzung von Freibeträgen die Schenkungssteuerlast maximal reduziert werden. Zum Zweiten lässt sich durch niedrigere Schenkungsbeträge gegebenenfalls auch der Steuersatz reduzieren.

So kann zum Beispiel Vermögen innerhalb von Familien steuersparend von Generation zu Generation vererbt und die hohen Erbschaftssteuern vermieden werden.

12. Juli 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.