MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

So bewirken Sie geringere Vorauszahlungen ans Finanzamt

Arbeitnehmer begleichen monatlich ihre Lohnsteuer, die automatisch abgezogen wird. Unternehmer, Selbständige und Freiberufler indes zahlen eine Einkommensteuervorauszahlung, und zwar vierteljährlich.

Voraussetzung ist, dass mindestens 400 € im Jahr fällig sind. Ab dieser Höhe werden die Raten im Vorauszahlungsbescheid festgelegt. Die Summe wird in der Regel auf Basis des letzten Einkommensteuerbescheids geschätzt. Dabei geht das Finanzamt von steigenden Gewinnen aus und erhöht die Abschlagszahlungen pro Jahr erst um 4% und dann um 5%.

Anpassung an schlechtere Geschäftsergebnisse nötig

Doch was ist, wenn die Geschäfte nicht wie gewünscht verlaufen? In dem Fall gibt es die Möglichkeit, zur Einkommenssteuervorauszahlung eine Herabsetzung zu beantragen. Das gleiche gilt, wenn sich unerwartet absetzbare Aufwendungen wie Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen einstellen oder erhöhen.

Gerade bei Einzel- und Jungunternehmern können Mehrbelastungen bei geringeren Umsätzen unter Umständen zu Liquiditätsengpässen führen. Sobald das Einkommen um mindestens 600 € sinkt, kann die entsprechende Einkommenssteuervorauszahlung durch Antrag auf Herabsetzung gesenkt werden. Im Antragsscheiben müssen natürlich die Gründe für die verminderte Gewinnerwartung dargelegt werden. Das Finanzamt will Zahlen zur wirtschaftlichen Lage.

Finanzamt will nachvollziehbare Zahlen

Empfehlenswert ist, die erwartete Einnahmenentwicklung anhand einer groben Planungsrechnung darzulegen. Eine vorhandene Zwischenbilanz vereinfacht die Sache.

Voraussichtlich geringere Erträge können etwa durch wegfallende Aufträge oder eine Neuausrichtung des Geschäfts absehbar sein. Höhere Ausgaben ergeben sich beispielsweise durch umfangreichere Investitionen.

Einkommenssteuervorauszahlung – Gründe zur Herabsetzung

Einkommensmindernd wirken sich aber auch Versorgungsleistungen aus, die einer anderen Person gegenüber zu leisten sind. Das können etwa Rentenzahlungen sein oder Nießbrauchrechte wie ein lebenslanges Wohnrecht der Eltern in der eigenen Immobilie. Infrage kommen auch vereinbarte Unterhaltsleistungen beispielsweise an übernommenen Gebäuden oder anderen Betriebsvermögensgegenständen.

Ungeplante Unterhaltszahlungen an Personen, sprich geschiedene Ehepartner, können ebenfalls aufgeführt werden. Die Höhe richtet sich danach, ob sie als Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastung absetzbar sind. Im ersten Fall ist der Höchstbetrag 13.805 € im Jahr. Das setzt jedoch voraus, dass der Ex-Partner zustimmt, da er das Geld versteuern muss. Alternativ gelten bis zu 7.680 € pro Jahr als außergewöhnliche Belastung – aber auch nur, wenn der Empfänger über keine Einkünfte verfügt.

Funktioniert die Ehe, können etwa Betreuungskosten für die Kinder anfallen. Die sind bis zu 4.000 € steuerlich abzugsfähig. Es gibt noch eine ganze Reihe an außergewöhnlichen Belastungen, die das Einkommen schmälern. Als Sonderausgaben kommen klassischerweise auch Spenden in Betracht, die nicht selten die eigene Reputation im potenziellen Kundenkreis erhöhen.

Und wenn negative Ergebnisse aus parallel laufender Vermietung und Verpachtung entstehen, können diese Ausfälle ebenso aufgelistet werden.

Fristen beachten

Wenn die aufgezählten Gründe nachvollziehbar sind, sollte einer Herabsetzung der Einkommensteuervorauszahlung und einem entsprechenden Steuerbescheid nichts im Wege stehen.

Und noch etwas: Sind gleichzeitig Vorauszahlungen zur Gewerbesteuer zu leisten, so informiert das Finanzamt die Gemeinde automatisch. Weil die bereits im Februar fällig ist, sollte der Antrag noch im Dezember des laufenden Jahres gestellt werden. Wenn nicht, so auf jeden Fall in den ersten Tagen des kommenden Jahres.

7. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.