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So einfach fließt Ihr Geld in die Taschen der Banken

Sicher kennen Sie den Begriff „Kredithai“?

Wikipedia definiert den Begriff so: „Kredithai ist eine Metapher für einen unseriösen Kreditgeber.“ Stellen Sie sich vor:

Bank 1 kann Geld für 1 Jahr zu 5% Zinsen an einen Kreditnehmer verleihen. Es schaltet sich aber Bank 2 dazwischen, nimmt das Geld von Bank 1 und verleiht es an den Kreditnehmer zu 10% Zinsen.

Der Kreditnehmer zahlt für 10.000 Euro nicht 500 Euro, sondern 1.000 Euro Zinsen. So wie Bank 2 handelt in etwa ein Kredithai.

Haben Sie nichts mit zu tun? Glückwunsch und ich hoffe, keiner der Leser leiht sich Geld von einem Kredithai. Aber halt: Das gilt nur auf den ersten Blick. Denn nur den Kredithai der oben beschriebenen Art, den kann man meiden.

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Großbanken sind schlimmer als Kredithaie

Es gibt aber einen Kredithai, dem Sie nicht ausweichen können und der Ihnen gleichwohl das Geld aus der Tasche zieht wie oben beschrieben, ob Sie wollen oder nicht. Und so arbeitet der Kredithai und greift in Ihre Taschen:

Schauen Sie kurz auf den eingangs beschrieben Vorgang:

Bank 1 kann Geld für 1 Jahr zu 5% Zinsen verleihen. Es schaltet sich aber Bank 2 dazwischen, nimmt das Geld von Bank 1 und verleiht es zu 10% Zinsen.


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Und nun die kleinen Änderungen:

Die EZB kann Geld für 1% Zinsen an Staaten verleihen. Es schaltet sich aber die Geschäftsbank dazwischen, nimmt das Geld der EZB und verleiht es zu 5% Zinsen an Staaten.

Geschäftsbank = Kredithai

Hab ich irgendetwas falsch oder unrichtig dargestellt? Ich denke: nein. Folglich gilt die logische Schlussfolgerung: Wenn im eingangs beschriebenen Szenario die Bank 2 der Kredithai ist, dann ist es hier die Geschäftsbank. Hinzu kommt:

Die Geschäftsbank arbeitet völlig risikolos. Denn der Italiener Mario Draghi, der Präsident Europäischen Zentralbank (EZB), hat gesagt:

Die EZB werde unbegrenzt Kredite an Geschäftsbanken vergeben und Staatsanleihen europäischer Länder als Sicherheit akzeptieren.

Das ist vom Risiko her so, als würde die EZB das Geld direkt an europäische Länder vergeben. Nur: Die Kredithaie, sprich Geschäftsbanken, haben sich dazwischen geschaltet. Zufall, dass Mario Draghi, der Präsident der EZB, von 2002 bis 2005 Vizepräsident bei Goldman Sachs war?

So einfach fließt Ihr Geld in die Taschen der Banken

Wenn die Staaten Zinsen zahlen, nehmen Sie das von den Steuergeldern. Die Steuern zahlen Sie und ich. Also fließt Ihr Geld ganz einfach in die Taschen der Banken, so als würden Sie einen Kredithai bedienen.

Kredithai ausschalten: Eurobonds einführen

Es könnte so einfach sein, diese schmarotzenden Kredithaie auszuschalten: Die EZB leiht den Staaten das Geld direkt und nimmt Anleihen als Sicherheit (Direktkauf von Anleihen).

Der einzige Unterschied zum Status quo: Die Geschäftsbanken würden aus diesem Geschäft rausfliegen. Aber derzeit hält der Pakt von Politik und Finanzwesen zugunsten der Banken und zulasten der Steuerzahler. Ich hoffe, nicht mehr lange.

Mit meiner Meinung bin ich übrigens in guter Gesellschaft. Der renommierte US-Ökonom Paul Krugman empfiehlt in seinem neuen Buch (erscheint im Mai 2012) als Teil der Lösung der europäischen Finanzkrise, dass die EZB Staatsanleihen der Euro-Staaten direkt kaufen solle.

Übrigens: Wenn wir weniger Zinsen zahlen, zahlen wir weniger Steuern. Dann haben wir mehr Geld. Wir können das ausgeben und die Wirtschaft ankurbeln. Kein schlechter Nebeneffekt – oder?

Zum guten Schluss: Am 25.05.1803, also heute vor 209 Jahren, kam der US-amerikanische Philosoph Ralph Waldo Emerson zur Welt. Er schrieb:

„Es ist das Schicksal des Genies, unverstanden zu bleiben. Aber nicht jeder Unverstandene ist ein Genie.“

Wunderbar – und schon könnte ich hier über mein Fachgebiet „Optionen an Terminbörsen“ Sprüche loslassen wie diesen von Serge Demolière:

„Welcher Laie wird wohl je verstehen, dass der Verkäufer der Verkaufsoption bei Ausübung der Verkaufsoption durch den Käufer der Verkaufsoption der Käufer der von dem Käufer der Verkaufsoption verkauften Wertpapiere ist.“*

Und wenn Sie es nicht verstehen, bin ich halt ein Genie. Da ich aber weit davon entfernt bin, mich als Genie zu bezeichnen, wenn Sie mich nicht verstehen, geschweige denn ein Genie zu sein, bemühe ich mich, meine Kommentare so klar zu schreiben, dass die Gefahr des Unverstandenseins nie gegeben ist. In der Hoffnung, dass es gelingt, sende ich Ihnen beste Grüße

* Auflösung der Aussage von Serge Demolière folgt in meinem Buch „Optionen“, das in einigen Wochen am Markt ist

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

Mehr zum Thema: Wie entsteht Geld?

25. April 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.