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Arbeitszimmer oder Büro: Maximale Steuervorteile erreichen

Eigentlich können Sie alle Kosten abziehen, die Ihnen im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit als Vermieter entstehen. Bei einigen Kostenpositionen sieht das Gesetz allerdings Einschränkungen vor. Hierzu gehören auch die Kosten, die in Zusammenhang mit einem „häuslichen“ Arbeitszimmer entstehen. Sie sind vom gesetzlichen Grundsatz her nicht abziehbar. Die Ausnahmeregelung entnehmen Sie bitte der folgenden Übersicht.

Diese Möglichkeiten zur Absetzung gibt es

Nach den geltenden Vorschriften gibt es für Sie zwei Möglichkeiten, die Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen. Sie können alle Kosten Sie können maximal 1.250 € im Jahr absetzen. in voller Höhe absetzen

Achtung: Dies ist kein Pauschalbetrag sondern eine steuerliche Obergrenze. Die Kosten müssen Sie exakt nachweisen.

Die Möglichkeiten im Überblick:

1. Möglichkeit2. Möglichkeit
Sie können alle Kosten in voller Höhe absetzenSie können maximal 1.250 € im Jahr absetzen. Achtung: Dies ist kein Pauschalbetrag sondern eine steuerliche Obergrenze. Die Kosten müssen Sie exakt nachweisen.
VoraussetzungVoraussetzung
EntwederOder
Das häusliche Arbeitszimmer bildet den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen und betrieblichen Betätigung.Sie üben mehr als 50% Ihrer beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit in Ihrem Arbeitszimmer aus.Für Ihre Tätigkeit steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung.
Priveligierter Personenkreis
Heimarbeiter sowie selbstständige Ärzte, Rechtsanwälte und Steuerberater mit Praxis oder Büro im eigenen Haus. Ruheständler mit Nebentätigkeiten. Existenzgründer, die vom häuslichen Arbeitszimmer aus starten. (Freie) Mitarbeiter ohne Arbeitsplatz in Ihrer Firma. Personen ohne Erwerbstätigkeit (Arbeitslosigkeit, Elternzeit), die das Zimmer zur Fortbildung nutzen. Aber auch hauptberufliche Immobilienbesitzer, die ihre Objekte vom Arbeitszimmer aus verwalten.Personen, die tatsächlich mehr als die Hälfte ihrer Zeit, in der sie für irgendeine Einkunftsart aktiv sind, im Arbeitszimmer verbringen. Wenn Sie also zum Beispiel als Angestellter auswärts tätig sind und nebenbei Ihre Immobilien verwalten, müssten Sie mehr Zeit im Arbeitszimmer verbringen, als Sie für Ihre Angestelltentätigkeit aufwenden. Für Sie kommt daher eher die Variante in der rechten Spalte in Betracht.Personen, die für Ihre einzige Tätigkeit diese Voraussetzung erfüllen, oder bei denen nur bezüglich einer Einkunftsquelle diese Voraussetzung vorliegt. Als Immobilienbesitzer verwalten Sie Ihre Immobilie regelmäßig von zu Hause und haben keinen anderen Arbeitsplatz. Dann gilt dieser Fall für Sie.

Diese Anforderungen muss ein Raum als häusliches Arbeitszimmer erfüllen

Sie können die vollen Kosten für Ihr Arbeitszimmer oder Büro geltend machen, wenn es sich nicht um ein häusliches Arbeitszimmer handelt. Der Gesetzgeber hat nur dort Beschränkungen eingeführt, wo die Gefahr besteht, dass neben der Nutzung für Ihre Tätigkeit als Vermieter auch eine private Nutzung der Räume zumindest nicht ausgeschlossen ist. Das heißt, dass bei Räumen, die nicht in Ihrem privaten Umfeld angesiedelt sind, ein voller Kostenabzug möglich ist.

Der von Ihnen genutzte Raum ist ein häusliches Arbeitszimmer, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • der Raum ist von seiner Lage, Funktion und Ausstattung in Ihren Wohnungsbereich eingebunden

  • der Raum dient vorwiegend der Erledigung gedanklicher und schriftstellerischer Verwaltungsarbeiten bei z. B. Immobilienverwaltung.

In diesen Fällen ist Ihr Arbeitszimmer in den Wohnbereich eingebunden

Wenn Sie also Ihr Büro in einem anderen Gebäude, als in dem, in dem Sie leben, untergebracht haben, sind die entsprechenden Kosten in vollem Umfang abziehbar. Liegt das Büro aber lediglich in einer anderen Wohnung in dem Haus, in dem Sie auch leben und grenzt diese Wohnung direkt an Ihre Privatwohnung an, sehen die Finanzämter hierin ein häusliches Arbeitszimmer, so dass der Kostenabzug den Beschränkungen unterliegt.

Auch wenn eine Entscheidung des Finanzgerichts Köln vom 29.09.2000 bei einem angemieteten Raum im Nachbarhaus angenommen hat, es handele sich hierbei um ein häusliches Arbeitszimmer, sollten Sie in derartigen Fällen gegenüber dem Finanzamt die Argumentation vertreten, dass es sich eben nicht um ein häusliches Arbeitszimmer handelt, da eine private Mitnutzung auszuschließen ist.

Folgende Einzelfälle hat der Bundesfinanzhof (BFH) in diesem Zusammenhang entschieden:

Lage des ArbeitszimmersDatum/Aktenzeichen/Fundstelle des UrteilsHäusliches Arbeitszimmer
unmittelbar an die Privatwohnung angrenzendes ArbeitszimmerUrteil vom 26.02.2003/ V R 124/01 / Bundessteuerblatt II 2004, S. 69ja
gegenüber der Privatwohnung liegendes ArbeitszimmerUrteil vom 26.02.2003 / V R 125/01 / Bundessteuerblatt II 2004, S. 72ja
im Hobbykeller der Wohnung untergebrachtes ArbeitszimmerUrteil vom 26.02.2003 / VI R 130/01 / Bundessteuerblatt II 2004, S. 74ja
separat angemietete Kellerräume im Mehrfamilienhaus, in dem sich auch die Privatwohnung befindetUrteil vom 26.02.2003 / VI R 160/99 / Bundessteuerblatt II 2003, S. 515nein
im Keller des selbst bewohnten EinfamilienhausesUrteil vom 19.09.2002 / VI R 70/01 / Bundessteuerblatt II 2003, S. 139ja
im Anbau zum selbst bewohnten Einfamilienhaus mit eigenem Zugang, der aber nur von der der Straße abgewandten Gartenseite aus betreten werden kannUrteil vom 13.11.2002 / VI R 164/00 / Bundessteuerblatt II 2003, S. 350ja
Arbeitszimmer macht das gesamte Dachgeschoss im Einfamilienhaus ausUrteil vom 26.02.2003 / VI R 156/01 / Bundessteuerblatt II 2004, S. 75 ja

Diese Nutzungsart macht Ihr Büro zum Arbeitszimmer

Weitere Voraussetzung dafür, dass es sich steuerlich um ein häusliches Arbeitszimmer handelt, ist neben der Lage und Funktion des Raumes auch die Nutzung zu vorwiegend gedanklicher, schriftstellerischer oder verwaltungstechnischer bzw. verwaltungsorganisatorischer Arbeit. Damit stellt ein Raum, in dem beispielsweise eine häusliche Arztpraxis untergebracht ist, kein häusliches Arbeitszimmer dar.

Bei Ihren Verwaltertätigkeiten für Ihre Mietimmobilien könnte diese Voraussetzung dann vorliegen, wenn in dem Raum nicht unwesentlicher Publikumsverkehr stattfindet, Sie also beispielsweise an mehreren Tagen dort Besprechungen mit Mietern, Mietinteressenten, Handwerkern o. Ä. abhalten. Auch Zeiten, in denen Personen, die Sie als Mitarbeiter in Zusammenhang mit Ihren Vermietungstätigkeiten beschäftigen, den Raum nutzen, sind hier zuzurechnen.

Achtung: Prüfen Sie also, ob es nicht möglich ist, Gespräche in Ihrem Büro abzuhalten, statt sich mit den Mietern in der Wohnung oder auf neutralem Boden zu treffen. Oder richten Sie für Ihre Mieter feste Sprechzeiten ein, während derer Sie Ihr Büro auch besetzt halten, um anstehende Fragen zu klären. Sie halten sich dann die Möglichkeit offen, die Kosten für diesen Bereich in vollem Umfang abzusetzen, da es sich dann nämlich nicht mehr um ein häusliches Arbeitszimmer handelt, sondern ein Büro, dessen Kosten Sie voll abziehen können.

Das sind die Voraussetzungen, damit die Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers abgezogen werden können

Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass der von Ihnen genutzte Raum ein „häusliches Arbeitszimmer“ ist, müssen Sie darauf achten, dass er nahezu ausschließlich für Ihre Tätigkeit in Zusammenhang mit der Einkünfteerzielung genutzt wird. Haben Sie beispielsweise ausschließlich Einkünfte als Vermieter, sollte das Arbeitszimmer im Wesentlichen auch nur in Zusammenhang mit der Verwaltung Ihrer Mietimmobilien genutzt werden.

Erzielen Sie aber daneben noch andere steuerpflichtige Einkünfte wie zum Beispiel aus nichtselbstständiger Tätigkeit oder Kapitalvermögen, dürfen Sie das Arbeitszimmer auch in Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten nutzen. Die Kosten dürfen dann auf die einzelnen Einkunftsarten verteilt abgezogen werden.

Eine Privatnutzung dagegen sollte weitestgehend unterbleiben. Das Finanzamt erkennt das Zimmer noch als Arbeitszimmer an, wenn die private Nutzung nicht mehr als 10% beträgt. Daher sollten Sie es unterlassen, das Arbeitszimmer gleichzeitig auch als Gäste-, Bügel- oder Spielzimmer zu nutzen. Sie kommen hier schnell über die 10-%-Grenze hinaus, was zur Folge hätte, dass die Kosten in Zusammenhang mit dem Arbeitszimmer überhaupt nicht abgezogen werden dürften. Es findet also keine prozentuale Kürzung statt, sondern die Überschreitung der 10-%-Grenze hat zur Folge, dass der Kostenabzug in vollem Umfang entfällt.

Praxis-Tipp: Achten Sie bei der Einrichtung des Arbeitszimmers darauf, dass sich dort nach Möglichkeit keine Gegenstände befinden, die nicht in Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit stehen. Stellen Sie also weder Kleiderschränke, noch Betten, Bügeltische oder TV-Geräte in den Raum und füllen Sie die Regale auch nicht mit Unterhaltungsliteratur, Fotoalben oder ähnlichen Gegenständen, die auf eine private Mitbenutzung schließen lassen. Sollten die Finanzbeamten sich nämlich vor Ort ein Bild von den Verhältnissen machen wollen, so würden sie daraus schließen, dass Sie den Raum doch in einem größeren Umfang privat nutzen.

Räumliche Abgrenzung

In diesem Zusammenhang ist auch die Frage relevant, ob es sich beim Arbeitszimmer um einen abgeschlossenen Raum handelt oder ob das Arbeitszimmer als Durchgang zu einem anderen Zimmer genutzt wird. Wenn Ihr Arbeitszimmer nicht räumlich abgegrenzt ist, sondern einen Teil des Wohnraums oder der Diele einnimmt, ist die private Nutzung mit Sicherheit größer als 10%, so dass ein Steuerabzug nicht in Betracht kommt. Bei einem Durchgangszimmer kommt es darauf an, welcher Raum hinter dem Durchgangszimmer liegt.

Wenn es sich um das Schlafzimmer handelt, so dass man nur zwei Mal am Tag das Arbeitszimmer aus „privaten Gründen“ durchquert, sollte das Finanzamt es anerkennen. Ist das Arbeitszimmer aber das Durchgangszimmer zum Wohnzimmer oder zur Küche, wird es mit Sicherheit öfter am Tag aus „privaten Gründen“ genutzt, so dass die damit in Zusammenhang stehenden Kosten vom Finanzamt wohl nicht bei den Werbungskosten anerkannt werden.

Praxis-Tipp: Legen Sie Ihr Arbeitszimmer also in einen abgegrenzten Raum, der nach Möglichkeit auch kein Durchgangszimmer ist.

Auch die Größe der Wohnung insgesamt und ihre Aufteilung spielt eine Rolle

Damit von einer Nutzung als Arbeitszimmer ausgegangen werden kann, sollte die Größe der Wohnung und die Anzahl der anderen Räume ausreichend sein, um darzustellen, dass Sie mit Ihren Familienmitgliedern auch ohne die Nutzung des Arbeitszimmers dort leben können.

Hier ein paar Beispielfälle, in denen Arbeitszimmer gerichtlich anerkannt wurden:

  • 14 Quadratmeter großes Arbeitszimmer in einer Zwei- Zimmer-Wohnung eines Singles, die eine Gesamtfläche von ca. 37 Quadratmetern hatte, hier wurde ein Arbeitszimmeranteil von 37,8% anerkannt;

  • Ein 35 Quadratmeter großes Arbeitszimmer wurde bei einer Gesamtwohnfläche des Hauses von 155 Quadratmetern anerkannt. Auf das Arbeitszimmer entfielen 22,5%;

  • Bei einer 70 Quadratmeter großen Wohnung eines kinderlosen Ehepaars wurde ein 16 Quadratmeter großes Arbeitszimmer und damit 22,8% der Gesamtfläche als Arbeitszimmer anerkannt;

  • In einer 63 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnung bei einem Ehepaar mit einem Kind wurde ein 16 Quadratmeter großes Arbeitszimmer anerkannt. Hierbei war das Wohnzimmer mit Elternschlafbereich und Küche kombiniert. Auf das Arbeitszimmer entfiel damit ein Anteil von 25,4%.

Diese Nachweise müssen Sie bringen

Wenn Sie die Kosten des Arbeitszimmers zum ersten Mal in Ihrer Steuererklärung geltend machen, sendet Ihnen das Finanzamt unter Umständen einen Fragebogen zu, in dem Sie Angaben zur Größe der Wohnung, zur Größe und Lage des Arbeitszimmers und zu seiner Ausstattung machen müssen. Hier müssen Sie möglicherweise auch Grundrisse und Fotos mit einreichen. Eine Besichtigung vor Ort wird das Finanzamt in den seltensten Fällen vornehmen.

Hinweis: In jedem Fall müssen Sie die Finanzbeamten nicht in Ihre Wohnung lassen, ohne dass dies vorher mit Ihnen abgestimmt worden ist. Steuerliche Nachteile dürfen Ihnen in diesem Zusammenhang nicht daraus erwachsen, dass Sie einen unter Umständen unangemeldeten Besuch der Finanzbeamten nicht zugelassen haben. Zeigen Sie sich aber kooperativ.

Diese Abzugsbeschränkungen müssen Sie beachten

Wenn Ihr Büro als häusliches Arbeitszimmer anerkannt werden soll, müssen Sie klären, in welchem Umfang die hiermit in Zusammenhang stehenden Kosten berücksichtigt werden können. Wie oben dargestellt, gibt es die folgenden drei Fälle:

Das sind die Voraussetzungen für einen unbegrenzten Abzug

Sie können sämtliche Kosten in Zusammenhang mit dem häuslichen Arbeitszimmer geltend machen, wenn es den Mittelpunkt Ihrer gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.

  • unbegrenzter Abzug,

  • auf 1.250 € begrenzter Abzug und

  • ein generelles Abzugsverbot.

Für diese Frage ist es nicht allein entscheidend, in welchem zeitlichen Umfang Sie das Arbeitszimmer nutzen. Es kommt vielmehr auf die Qualität der Tätigkeit an. Entschieden wurde dies beispielsweise für einen Steuerpflichtigen, der als beratender Ingenieur im Außendienst tätig war.

Die Konzepte und Berechnungen für die von ihm verkauften Produkte hatte er in seinem Arbeitszimmer erstellt. Ihm wurde ein unbeschränkter Abzug der Kosten in Zusammenhang mit dem Arbeitszimmer zugestanden, weil der qualitativ wichtigste Teil seiner Tätigkeit im Arbeitszimmer und nicht im Außendienst erbracht wurde.

Wenn die Vermietertätigkeit also das häusliche Arbeitszimmer rechtfertigen soll, kommt es daher entscheidend darauf an, dass Sie Ihre Tätigkeiten (Anzeigen schalten, um neue Mieter zu suchen, Abrechnungen der Nebenkosten, Beauftragung von Handwerkern und Ähnliches) von Ihrem Büro aus erledigen. So können Sie argumentieren, dass der qualitative Mittelpunkt zur Tätigkeit im Arbeitszimmer erbracht wird.

Wenn Sie hingegen nicht nur als Vermieter tätig sind, also noch andere Einkünfte, z. B. aus nichtselbstständiger Tätigkeit als Angestellter haben, ist folgende Besonderheit zu beachten: Für die Frage, wo der Mittelpunkt Ihrer gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung liegt, kommt es darauf an, dass der Schwerpunkt Ihrer gesamten Tätigkeit – also unter Einschluss Ihrer Angestelltentätigkeit – im Arbeitszimmer liegt.

Regelmäßig dürfte diese Voraussetzung nicht vorliegen, da der Schwerpunkt dann üblicherweise am Arbeitsplatz, an dem Sie als Angestellter tätig sind, zu sehen ist. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass ein unbegrenzter Abzug der Kosten des häuslichen Arbeitszimmers bei Vermietungstätigkeit üblicherweise nur dann in Betracht kommt, wenn neben der Verwaltung der eigenen Mietimmobilien keine anderen Tätigkeiten ausgeübt werden.

In diesen Fällen können Sie bis zu 1.250 € geltend machen

Wenn das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung ausmacht, können Aufwendungen für Ihr häusliches Arbeitszimmer insgesamt nur bis zu 1.250 € je Jahr als Werbungskosten abgezogen werden. Der Betrag von 1.250 € ist keine Pauschale sondern ein Höchstbetrag. Das heißt, Sie müssen tatsächlich Kosten nachweisen. Wenn die Kosten über 1.250 € liegen, können Sie lediglich 1.250 e geltend machen. Weisen Sie Kosten nach, die unter 1.250 € pro Jahr liegen, können Sie nur den geringeren Betrag als Werbungskosten abziehen.

Voraussetzung für diese Alternative ist,

  • dass die Nutzung des Arbeitszimmers zur Erzielung der Vermietungseinkünfte mehr als die Hälfte Ihrer gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit beansprucht

  • dass für Ihre Vermietungstätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Verbringen Sie mehr als die Hälfte der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit im Arbeitszimmer?

Auch hier müssen Sie bei der Entscheidung, ob mehr als 50% der Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer ausgeübt werden, prüfen, ob sich diese 50% auf Ihre gesamte berufliche oder betriebliche Tätigkeit beziehen. Es sind also alle Tätigkeiten, die Sie neben der Vermietung ausüben und mit denen Sie Einkünfte erzielen, in die Berechnung mit einzubeziehen. Für diese Alternative ist auf die zeitliche Komponente abzustellen. Es kommt also auch darauf an, dass Sie mehr als die Hälfte Ihrer Tätigkeitszeit im Arbeitszimmer verbringen.

Steht Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung?

Interessanter ist für Sie als Vermieter die Alternative, nach der Sie beschränkt die Ausgaben abziehen können, wenn Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Hierbei wird lediglich auf die Vermietungstätigkeit abgestellt. In der Regel dürfte es so sein, dass Sie diese Voraussetzung erfüllen und daher bis zu 1.250 € der Kosten in Zusammenhang mit dem Arbeitszimmer geltend machen können. Achtung: Der Gesetzgeber beabsichtigt, ab dem Jahr 2007 den beschränkten Abzug der Kosten für das Arbeitszimmer zu streichen. Wenn diese Regelung tatsächlich so kommt, können Sie die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nur noch geltend machen, wenn es den Mittelpunkt Ihrer gesamten Tätigkeit darstellt.

Prüfen Sie daher schon jetzt, ob bei Ihnen nicht doch ein Fall vorliegt, der zum unbeschränkten Abzug der Kosten berechtigt, und argumentieren Sie schon jetzt gegenüber dem Finanzamt so. Dies auch dann, wenn Ihre tatsächlichen Kosten im Moment unter den maximal absehbaren Kosten von 1.250 € liegen. Sonst müssen Sie später Ihre Argumentation ändern, und das wirft dann kritische Fragen auf.

Abzugsverbot

Sollten Sie keine der Voraussetzungen erfüllen, können Sie die Aufwendungen in Zusammenhang mit Ihrem häuslichen Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung des häuslichen Arbeitszimmers nicht als Werbungskosten steuermindernd geltend machen.

Das sind die Kosten, die Sie anteilmäßig geltend machen können

Nur für Eigentümer

  • Abschreibung (AfA) bei einem Arbeitszimmer im selbstgenutzten Eigentum. Die Höhe der AfA für Ihr Arbeitszimmer bemisst sich nach der Gebäude-AfA.

  • Beiträge zum Haus- und Grundbesitzerverein

  • Finanzierungskosten (Schuldzinsen, Disagio) für Kauf oder Bau Ihres Hauses/Ihrer Wohnung

Nur für Mieter

  • Miete und Nebenkosten wie Heizung

  • Strom

Für alle

  • Betriebskosten der Immobilie: Dazu zählen Strom, Gas, Heizung, Abwasser (Kanal), Schornsteinfeger, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Grundsteuer, Gebäudeversicherungen (etwa Feuer-, Elementar-, Leitungswasserversicherung), Öltankhaftpflichtversicherung, Rechtsschutzversicherung für Grundeigentümer

  • Reparaturkosten für das Gesamtobjekt. Achtung, Eigentümer! Die monatliche Instandsetzungsrücklage können Sie nicht anteilig absetzen. Nur die Beiträge, die für die Reparaturen tatsächlich ausgegeben wurden

  • Versicherungsprämien für die Hausratversicherung

  • Kosten einer Putzfrau oder für Putzmittel

  • Renovierungskosten des Arbeitszimmers (Tapeten, Bodenbelag)

So berechnen Sie den Anteil der Kosten, die auf das Arbeitszimmer entfallen

Zunächst ermitteln Sie den Anteil Ihres Arbeitszimmers an der Wohnfläche. Dazu benötigen Sie die Gesamtfläche aller zu Wohnzwecken genutzten Räume (inklusive Arbeitszimmer). Nebenräume bleiben bei Ihrer Berechnung außen vor.

Arbeitszimmeranteil in % = Fläche des Arbeitszimmers 3100 4gesamte Wohnfläche Gesamtkosten 3Arbeitszimmeranteil in % = abzugsfähige Kosten

Genaues Rechnen lohnt: Arbeitsmittel sind ohne Obergrenze absetzbar

Die Abzugsbeschränkung gilt nicht für Einrichtungsgegenstände, die gleichzeitig Arbeitsmittel sind und zur Ausstattung des Raumes gehören. Die Aufwendungen hierfür muss der Fiskus zusätzlich zu den 1.250 € berücksichtigen.

Allerdings unter einer Voraussetzung: Sie müssen die Gegenstände „weitaus überwiegend“ beruflich nutzen. Das bedeutet: Sie dürfen sie maximal zu 10% privat nutzen.

ABC der Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer

GegenstandKosten des häuslichen Arbeitszimmer oder seiner AusstattungArbeitsmittel
Abfalleimer Papierkorb
Abschreibungen
Aktenvernichter
Anrufbeantworter
Deckenbeleuchter
Beistelltisch
Besprechungstisch mit Sitzgruppe
Bilder und Poster
Blumen und Pflanzen
Bodenbelag (Parkett, Laminat, Kork, PVC)
Bücherschrank
Bücherregale
Büro- und Schreibmaterial, Schreibutensilien
CD-ROM für PC
Computer und Peripheriegeräte
Dikitiergerät
Disketten für PC
Fachbücher und Fachzeitschriften
Fax
Finanzierungskosten des Gesamtgebäudes
Finanzierungskosten für Arbeitsmittel und Einrichtung
Gardinen
Hauskosten z.B. Abgaben etc.
Hausratversicherung
Heizungskosten
Jalousien
Kalender Zeitplaner
Kopierer/Zubehör
Laptop
Leasingraten
Miete für Wohnung einschließlich Nebenkosten
Modem für den PC (nur zusammen mit dem PC absetzbar
Monitor für den PC (nur zusammen mit dem PC absetzbar)

10. April 2006

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.