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So finden Sie den Riester-Vertrag, der zu Ihnen passt

Riester-Angebote gibt es wie Sand am Meer. Bevor Sie nach einzelnen Anbietern schielen, sollten Sie sich erst einmal Klarheit darüber verschaffen, welche grundsätzlichen Formen der Riester-Rente es überhaupt gibt.

Erst wenn Sie herausgefunden haben, welcher Riester-Vertrag sich für Sie eignet, lohnt sich ein Anbietervergleich. Dabei sind die Testergebnisse etwa der Stiftung Warentest („Finanztest“) meist sehr hilfreich.

Riester-Rentenversicherung: Wegen hoher Gebühren keine gute Wahl

Versicherungen eignen sich für die Absicherung existenzieller Risiken, aber nicht als Geldanlage und schon gar nicht für den Aufbau von Vermögen zur Altersvorsorge. Wer diesen einfachen Grundsatz beherzigt, macht auch bei Riester-Verträgen nichts falsch. Denn Riester-Rentenversicherungen sind nicht empfehlenswert. Punkt.

Ob einfach oder fondsgebunden: Bei Versicherungen sind die Kosten meist hoch, die erzielten Renditen dagegen gering. Bedenken Sie: Von den eingezahlten Prämien und den Zulagen legt der Versicherer für Sie nur das an, was übrig bleibt, wenn die Verwaltungskosten und die an den Vermittler gezahlten Abschluss- und Bestandsprovisionen davon abgezogen werden.

In welche Wertpapiere dieser Rest angelegt wird, kommt auf die Art der Rentenversicherung an:

  • Bei einfachen Riester-Rentenversicherungen sind es vorwiegend fest verzinsliche Wertpapiere (z. B. Anleihen, Pfandbriefe) und daneben Aktien.
  • Bei fondsgebundenen Riester-Rentenversicherungen wird dieses Geld in Mischfonds investiert. Aber auch hier ist der Aktienanteil gering. Außerdem mindern die Fondskosten (Verwaltungsgebühr, ggf. Ausgabeaufschlag) die Rendite.

Warum rate ich Ihnen von Riester-Rentenversicherungen so rigoros ab. Weil sie sich in den seltensten Fällen lohnen dürfte. So spricht die Universität Bamberg bei allen Formen von Lebens- und Rentenversicherungen (auch Riester-Produkten) von häufig überhöhten Provisionen und Gebühren. Fazit: Finger weg!

Vorsicht auch bei Kombi-Angeboten

Riester-Rentenversicherungen sollten Sie auch meiden, wenn diese Ihnen etwa in Kombination mit einer Direktversicherung angeboten werden. Solche Kombinationen sind zwar möglich, aber auch sie sind höchst intransparent. Das gilt auch für die Kombination einer Riester-Renten- mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Meistens sind sie zu teuer und außerdem reicht die Deckungssumme in der Regel nicht aus, um bei einer tatsächlich eintretenden Berufsunfähigkeit den nötigen Schutz zu bieten. Wenn Sie eine Direkt- oder Berufsunfähigkeitsversicherung brauchen, schließen Sie sie lieber separat ab.

Riester-Banksparplan: Geeignet für ältere Sparer

Wenn Sie schon älter sind und die Rente immer näher rückt, ist ein Riester-Banksparplan für Sie das Beste. Denn hier entfallen in der Regel die Gebühren und Provisionen. Sie zahlen Ihr Geld einfach auf ein Bankkonto ein, das regelmäßig verzinst wird. Wie hoch sind die Zinsen? Die Zinsen sind nicht fix, sondern stets variabel. Und das heißt: Sie richten sich nach dem aktuellen Zinsniveau am Geldmarkt.

Das ist aktuell im Keller, daran gibt es nichts zu rütteln. Besonders üppig wird sich folglich aktuell auch ein Riester-Banksparplan nicht verzinsen. Mit den staatlichen Zulagen und der eventuell möglichen Steuerersparnis ergibt sich dennoch in vielen Fällen eine Rendite, die sich sehen lassen kann.

Aber aufgepasst: Längst nicht jede Bank hat solche Banksparpläne im Angebot. Da keine Gebühren anfallen, diese Form der Altersvorsorge aber sehr beratungsintensiv ist, macht der Anbieter dabei kein gutes Geschäft.

Folglich werden Sie bei Deutscher Bank, Commerzbank, Hypovereinsbank etc. in der Regel vergeblich nach einem Riester-Banksparplan suchen. Im Angebot haben Banksparpläne dagegen vor allem regionale Geldhäuser, allen voran Sparkassen und Genossenschaftsbanken (aber nicht alle).

Es ist kein Problem, einen solchen Sparplan auch bei einem weit von Ihrem Wohnort entfernten Kreditinstitut abzuschließen. Lassen Sie sich die Unterlagen zusenden und erledigen Sie den Abschluss per Post. Das bringt Ihnen keine Nachteile. Wie gesagt: Ein Banksparplan kommt vor allem für Sparer infrage, die nur noch 10 – 15 Jahre oder weniger vom Rentenalter entfernt sind.

3. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.