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So funktionieren Anleihen und ihre Märkte

Der internationale Rentenmarkt ist mit einem Wert von rund 45.300 Mrd. US-$ aller gehandelten Titel einer der größten Märkte überhaupt.

Anleihen sind alles andere als langweilige Papiere, mit denen man Staaten oder Unternehmen finanziert, um dafür sichere Zinsen zu kassieren. Die Tatsache, dass es am Rentenmarkt Anleihen der unterschiedlichsten Form gibt, macht es ratsam, einen Blick auf die grundlegende Struktur zu werfen.

Rentenmarkt mit Anleihen verschiedenster Formen

Zunächst steht der Begriff Rentenmarkt für alle organisierten Handelsplätze, an denen es um festverzinsliche Schuldverschreibungen, sprich Anleihen geht.

Die einzelnen Arten werden nach Merkmalen zusammengefasst in bestimmten Marktsegmenten gehandelt – beispielsweise Staats- und Unternehmensanleihen. Neben den klassischen Schuldscheinen wird mittlerweile eine ganze Reihe von Unterarten mit den verschiedensten Eigenschaften angeboten.

  • Am häufigsten sind Standard-Anleihen (Straight Bonds). Sie werden in der Regel nach einer festgelegten Laufzeit von meist 5 bis 30 Jahren zurückgezahlt und werfen bis dahin jährlich Zinsen ab. Dieser Zinskupon richtet sich nach dem Kapitalmarktzins, der Laufzeit und der Kreditwürdigkeit, sprich Bonität der Herausgeber.
  • Eines der Risiken bei Anleihen ist, dass sich der Marktzins ändert und die gehaltenen Papiere an Wert verlieren. Hiergegen gibt es entweder einige Strategieformen beim Handel oder Anleihen, die sich variabel dem Zinsumfeld anpassen – oft mit der Möglichkeit von Zinsuntergrenzen. Sie werden auch Floating Rate Notes (FRN)

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  • Bei Nullkupon-Anleihen (Zero Bonds) wiederum gibt es gar keine Zinsen. Dafür kann man sie mit einem hohen Abschlag billiger kaufen, erhält am Ende aber den vollen Betrag.
  • Eine Mischform aus Zero Bonds und Standard-Anleihen sind Discount Bonds. Einerseits ist der Abschlag beim Kauf geringer, andererseits liegen auch die laufenden Zinsen unter dem Niveau regulärer Anleihen.
  • Besonders hohe Renditen bieten High Yield Bonds. Das Risiko besteht darin, dass die Herausgeber eine schlechtere Bonität haben. Häufig werden diese Anleihen auch Junk Bonds genannt.
  • Zur Vorsorge gegen das Bonitätsrisiko gibt es spezielle Anleihen, die mit gebündelten Vermögenswerten bzw. Forderungen besichert sind, sogenannte Asset Backed Securities. Anleger profitieren von höheren Zinsen. Ähnlich funktionieren Covered Bonds. Pfandbriefe indes gehören nicht zu besicherten Anleihen.
  • Wandelanleihen schließlich geben Anlegern die Möglichkeit, sie in Aktien des Herausgebers zu tauschen. Das bietet sich an, wenn deren Kurs steigt. Dafür jedoch sind die Anleihezinsen niedrig.

Von der Markteinführung zum Wiederverkauf

Damit sind nur die gängigsten Anleiheformen genannt. Nach der Herausgabe (Emission) werden Anleihen von Banken und Brokern gekauft, um sie an ihre Kunden weiterzuverkaufen. Damit wird die Menge festgelegt. Danach findet der eigentliche Handel statt, sobald die Markteinführung abgeschlossen ist.

Die Kurse werden von den Erstbesitzern (also den Banken) gestellt. Sie legen die Brief- und Geldkurse fest, zu denen man als Anleger die Anleihen kaufen bzw. verkaufen kann. Die Differenz ist die Handelsspanne, der Spread, an dem die Anbieter verdienen. Je höher der Kauf- über dem Verkaufskurs liegt, desto teurer ist das Papier. Das wiederum hängt von der Liquidität der Anleihe ab. Je leichter sie gehandelt werden kann, desto günstiger. In der Regel sind Unternehmensanleihen weniger liquide als Staatsanleihen.

Anleihen vorwiegend außerbörslich

Im Detail jedoch ist die Preisgestaltung erheblich komplexer als etwa bei Aktien. Dies liegt an den zahlreichen Formen von Anleihen mit den verschiedensten Spielvarianten zwischen Laufzeit, Zins und Bonität. Mit den einzelnen Variablen ändern sich die Kurse fortlaufend, was eine Auflistung sämtlicher aktueller Preise an der Börse schwierig macht.

Einfacher ist es, das ganze über elektronische Handelssysteme bzw. per Telefon direkt abzuwickeln. Der Rentenmarkt für Anleihen findet zwangsläufig vorwiegend außerbörslich statt. Bei Aktien indes ist der Markt hauptsächlich die Börse. Bei Anleihen spielt sie insofern eine wichtige Rolle, als sie die Korrektheit der Prospekte und Verträge prüft sowie täglich offizielle Kurse zur Bewertung feststellt.

Spiegel von Entwicklung und Erwartung

Abgebildet wird die Entwicklung der Rentenmärkte schließlich durch die jeweiligen Indizes. Die Performance deutscher Bundesanleihen zeigt sich am deutschen Rentenindex REX. Mehr Beachtung findet der Bund-Future für Terminkontrakte auf Bundesanleihen. Er spiegelt die Markterwartung wider.

9. September 2015

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.