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So funktioniert das Steuersystem in England

Wer in England lebt und arbeitet, muss sein Geld auch dort versteuern. Das Steuersystem funktioniert anders als in Deutschland: Der Steuersatz wird in großen Stufen angehoben und nicht linear zum Einkommen.

Wie auch in Deutschland gibt es in England einen persönlichen Steuerfreibetrag, bis zu dem alle Einkünfte frei von Steuern sind. Im Steuerjahr 2016/2017 (das Steuerjahr geht in England aus historischen Gründen immer vom 6. April eines Jahres bis zum 5. April des nächsten Jahres) liegt dieser Steuerfreibetrag in England bei 11.000 Britischen Pfund (GBP).

Für verheiratete Personen erhöht sich der Steuerfreibetrag, bei einem Einkommen ab 100.000 Britischen Pfund (GBP) verringert er sich um 1 GBP pro 2 GBP über der Grenze (bei einem Einkommen von 100.002 GBP liegt der Steuerfreibetrag also nur noch bei 10.999 GBP, bei einem Einkommen von 100.004 GBP liegt er nur noch bei 10.998 GBP usw.).

So wird die Einkommensteuer in England berechnet

Oberhalb des Steuerfreibetrags gibt es verschiedene Tarifbänder mit unterschiedlich hohen Steuersätzen. Das Einkommen, das über dem Steuerfreibetrag liegt, wird dann je nach Tarifband versteuert. Die Steuer wird in England wie auch in Deutschland direkt vom Arbeitgeber einbehalten und an die Finanzbehörden abgeführt.

BandZu versteuerndes EinkommenSteuersatz
Persönlicher FreibetragBis zu 11.000 GBP0%
Basissatz11.001 bis 43.000 GBP20%
Höherer Satz43.001 GBP bis 150.000 GBP40%
Zusätzlicher SatzAb 150.000 GBP45%

So hoch sind andere Steuern in England

Kapitalertragsteuer müssen die Engländer ebenso wie auch die Deutschen zahlen. Diese orientiert sich ebenfalls an den verschiedenen Tarifbändern. Für Personen im Basissatz sind 1.000 GBP steuerfrei, wer im höheren Satz Steuern zahlt, kann 500 GBP Zinsen steuerfrei erhalten und alle, die im zusätzlichen Satz ihre Steuern zahlen, haben keinen Freibetrag. Der Steuersatz ist nach dem Freibetrag dann derselbe wie beim Einkommen.

Einkommen aus Dividenden werden im Basissatz mit 7,5% besteuert, im höheren Satz mit 32,5% und im zusätzlichen Satz mit 38,1%. Die ersten 5.000 GBP Dividendenrendite sind in England von der Steuer befreit.

Wer ist überhaupt in England steuerpflichtig?

Das Einkommen eines englischen Steuerzahlers wird nach einer festgelegten Reihenfolge versteuert. Zunächst zählt das Einkommen aus Arbeit, dann die Kapitalerträge aus Zinsen und dann die aus Dividenden. Erst nachdem alle möglichen Freibeträge abgezogen wurden, wird der verbleibende Betrag versteuert.

Steuerpflichtig in England ist übrigens, wer sich an mehr als 183 Tagen im Jahr in England aufhält und dort gemeldet ist. Auch Personen, die im Ausland für eine Firma mit Sitz in England arbeiten, sind in England steuerpflichtig.

Diese Regelung gilt für deutsche Anleger mit Aktien in England

Anleger, die in England Aktien halten, müssen im Gegensatz zu Anlagen in Spanien oder der Schweiz keine Quellensteuer bezahlen, wodurch eine Geldanlage in England attraktiv sein könnte.

30. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.