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So funktioniert der Auf- und Abstieg im M-Dax

Die M-Dax-Zusammensetzung hat sich dieser Tage wieder einmal geändert: Der Ingenieur-Dienstleister Bertrandt steigt in den S-Dax ab, seinen Platz nimmt nun der Online-Modehändler Zalando ein. Doch nach welchen Regeln erfolgen solche Umstellungen?

Der M-Dax ist das Abbild der deutschen mittelgroßen Unternehmen. Deren Gewinne haben sich im Vorjahresvergleich um ganze 33% erhöht, mehr als bei den Dax-Konzernen. Auch in Sachen Performance ist der Mittelstandsindex seinem größeren Bruder voraus und beschert Anlegern durchschnittlich höhere Renditen.

M-Dax-Zusammensetzung: Weltmarktführer im Sortiment

Der Grund liegt in der M-Dax-Zusammensetzung: 50 ehrgeizige, exportstarke Firmen aus den Bereichen Pharma, Chemie, Finanzen und vor allem Maschinenbau. Viele sind Weltmarktführer mit solidem, oft inhabergeführtem Management.

In regelmäßigen Abständen ändert sich im M-Dax die Zusammensetzung, so wie auch in den anderen Indizes. Bereits im Vorfeld wird dann in der Fachpresse spekuliert, wer wohl den Index verlässt und wer neu aufgenommen wird. Aufsteiger verheißen Anlegern ein sattes Kursplus, Absteiger hingegen verlieren.

Wer wie über die Mitgliedschaft entscheidet

Entschieden werden solche Wechsel von der Deutschen Börse. Grundlage sind vorangegangene Beratungen des Arbeitsausschusses Aktienindizes. Der besteht aus Vertretern der Börse sowie 10 führenden Finanzhäusern, von Allianz über Deutsche Bank bis zu Black Rock oder Union Investment. Die Herren treffen sich jeweils am dritten Arbeitstag im März, Juni, September und Dezember. Abends ab 22 Uhr gibt dann die Börse die Ergebnisse bekannt.


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Doch wie wird entschieden, wer in den Index darf und wer rausfliegt? Die Voraussetzungen sind in einem detaillierten Leitfaden auf 65 Seiten geregelt – das Indexgesetz der Deutschen Börse sozusagen. Darin steht beispielsweise, dass nur Unternehmen Zugang zu einem der Deutsche Börse-Indizes haben, deren juristischer oder operativer Sitz in Deutschland liegt. Zudem müssen mindestens 10% aller Aktien im Streubesitz sein.

Sobald aber dieser Free Float unter die 10% rutscht, wird eine Aktie aus dem Index genommen, und zwar sofort. Das gilt auch, wenn ihr Gewicht im Index 10% überschreitet und ihr Kurs über 30 Tage hinweg Schwankungen von 250% übersteigt.

Damit sollen Kurskapriolen verhindert werden. Sofort ausgemustert werden auch Firmen, die sich durch Fusion oder Übernahme auflösen. Außerdem werden Pleitekandidaten umgehend gefeuert, deren Insolvenz mangels Masse abgewiesen wird. Bei regulären Konkursverfahren geschieht dies zum nächsten Quartalstermin.

Regeln für Zu- und Abgänge

Abgesehen von diesen außerordentlichen Anpassungen gibt es bei Veränderungen der M-Dax-Zusammensetzung Zu- bzw. Abgänge im regulären (Regular Exit/Entry) oder im Schnellverfahren (Fast Exit/Entry). Dies sind die ordentlichen Anpassungen.

Im ersten Fall wird nur im März und September entschieden, im zweiten Fall pro Quartal. Dabei greifen die Fast-Regeln zuerst. Entscheidend sind Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Gehört ein Unternehmen entsprechend einer der beiden Kriterien nicht mehr zu den 75 größten, fliegt es nach der Fast Exit-Regel aus dem Index.

Im Gegenzug wird ein Ersatzkandidat als Aufsteiger gesucht: Der muss nach der Fast Entry-Regel mindestens auf Rang 40 stehen. Danach erst kommt die Regular Exit/Entry-Regel zum Zuge: Kandidaten unter Rang 60 nehmen Abschied, andere, die mittlerweile darüber liegen, kommen rein.

Frisches Blut stärkt den Index

Die Schwachen gehen, die Starken kommen – so wird der Index in Höchstform gehalten. Im Vergleich zum Dax sind die Wechsel häufiger, denn vom M-Dax aus geht es sowohl in die Top-Liga als auch in den unteren S-Dax.

Der M-Dax wird seit 1996 berechnet, zuvor war er von 1994 an Teil des Dax 100, dem heutigen Dax. Seitdem gab es rund 300 Zu- und Abgänge. Im Jahr 2003 wurde übrigens die M-Dax-Zusammensetzung grundlegend geändert und die Gesamtzahl der gelisteten Titel von vorher 70 auf jetzt 50 reduziert.

Jüngste Fälle von Veränderungen: Im Februar verschwand plötzlich Gagfah aus dem M-Dax. Das Immobilienunternehmen wurde von Deutsche Annington übernommen. Deren Platz nahm der Ingenieur-Dienstleister Bertrandt ein, musste aber, wie eingangs erwähnt, zum 22. Juni schon wieder gehen, weil er vom Online-Modehändler Zalando überholt wird.

Folgen für Anleger

Für Anleger bedeuten diese Wechsel, dass Neukandidaten oft im Kurs steigen. Die Überrenditen sind gerade in der ersten Zeit hoch. Umgekehrt verlieren die Absteiger. Das liegt nicht allein an der allgemeinen Stimmung, viele Fonds investieren nur in Aktien renommierter Indizes wie den M-Dax.

Die Veränderungen betreffen aber auch Indexfonds, die wie ETFs den M-Dax abbilden. Hier müssen die jeweiligen Titel ge- bzw. verkauft sowie die Gewichtungen neu angepasst werden, was zwangsläufig mit Transaktionskosten verbunden ist.

1. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.