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So funktioniert die Abwertung einer Währung

Europa und die USA werfen China vor, mittels einer künstlich unterbewerteten Währung die eigenen Ausfuhren zu verbilligen.

Andererseits kommt den USA ihr schwacher US-Dollar aber auch nicht ungelegen, um selbst auf dem Weltmarkt bestehen zu können.

Mehr zum Thema: „Weltkrieg der Währungen” – Ist der Dollar am Ende?

Diese wirtschaftspolitischen Hintergründe sind wichtig, um die Frage zu klären, warum Abwertungen von Währung durchgeführt werden und wie sie funktionieren.

Welche Vorteile die Abwertung einer Währung bringt

Warum eine Nation ihre Währung abwertet, liegt auf der Hand: Wird die eigene Währung billiger, lassen sich die Waren preiswerter in anderen Ländern verkaufen.

Das hilft vor allem, wenn die eigene Wirtschaft zu teuer produziert und eigentlich kaum wettbewerbsfähig ist.

Beispiele hierfür sind Italien und Frankreich, die in der Zeit vor dem Euro oft nur mit Abwertungen ihrer Währungen Lira und Franc im Vergleich zur harten D-Mark konkurrenzfähig waren.

Damit wurden ihre Produkte etwa für die deutschen Kunden günstiger, der Exportwarenwert stieg.

Da momentan beispielsweise China den Kurs ebenfalls niedrig hält, kann der Titel „Exportweltmeister“ nicht isoliert von der Abwertung der Währung gesehen werden.

Wie die Wechselkurse manipuliert werden

Wie am Aktienmarkt entscheiden auch bei Währungen Angebot und Nachfrage über die Höhe eines Kurses.

Am Devisenmarkt können zum Beispiel Unternehmer, Kreditinstitute und Staaten Währungen kaufen, die sie für die Geschäftsabwicklung in anderen Ländern benötigen.

Wie funktioniert die Abwertung einer Währung – eine künstliche Methode

China hält  den Kurs ihrer Währung Yuan niedrig, indem das Land fremde Währung am Devisenmarkt in großen Mengen einkauft.

So strömt viel chinesisches Geld in den Markt (Angebot) womit Fremdwährungen, wie US-Dollar oder Euro, gekauft werden (Nachfrage).

Das Angebot an chinesischer Währung steigt, während die Nachfrage sinkt. So kommt es zu einer Abwertung des Yuan.

Mehr zum Thema: Devisenmarkt-Umsatz – Anteile der jeweiligen Währungen

Weitere Auslöser: Wechselkursänderungen

Eine Erhöhung des Leitzinses durch die Zentralbank eines Landes bewirkt eine erhöhte Nachfrage nach dessen Staatsanleihen.

Da die Anleihen in der Währung dieses Landes bezahlt werden müssen, entsteht eine erhöhte Nachfrage nach der Währung, es kommt zu einer Aufwertung.

Bei einer Senkung des Leitzinses entsteht genau der gegenteilige Effekt und es kommt zu einer Abwertung.

Ein nachlassendes Investitionsinteresse ausländischer Unternehmer bewirkt ebenfalls eine Abwertung, da weniger inländisches Kapital benötigt wird.

Mögliche Probleme durch Währungsabwertungen

Neben etlichen anderen volkswirtschaftlichen Auswirkungen gibt es zwei direkte Konsequenzen bei der Abwertung der Währung:

  • Die Abwertung einer Währung verbessert die Wettbewerbsfähigkeit des jeweiligen Landes gegenüber anderen. Dies führt oftmals zu politischen Spannungen.
  • Es steigen die Importpreise, da für die gleiche Menge an Gütern nun mehr Geld bezahlt werden muss – es kommt zu Inflation.

Die innenpolitische Gefahr der Inflation sowie die außenpolitische Gefahr von Handelsembargos oder Interventionen durch Handelsorganisationen etc. sind nur selten in vollem Ausmaß abzuschätzen.

Von daher ist eine stabile Währung und ein gesundes Verhältnis zu anderen Währungen innen- und außenpolitisch wichtig. Dies war – und ist noch immer – eines der Ziele der Eurozone bei der Einführung der gemeinsamen Währung.

3. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.