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So funktioniert die britische Urform offener Fonds

Wer im angelsächsischen Raum in Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder in Immobilien investieren will, findet zahllose Angebote von Unit Trusts.

Sie sind per Definition zunächst nichts anderes als offene Investmentfonds und finden sich in Großbritannien, Irland und etlichen Commonwealth-Ländern.

Unit Trust – Definition und Eigenheiten

MG Unit Trust etwa investiert in Australiens größten Produzenten für Milchprodukte. Und die britische Skyline Unit Trust wurde bekannt, als sie Anlegergeld für Londons spektakuläres Bürohochhaus The Gherkin sammelte. Die Vorzeigeimmobilie wurde jedoch nur kurze Zeit später zwangsversteigert – für die Anleger die Möglichkeit, über einen Vergleich mit den anderen beteiligten Fonds abzustimmen.

Dass sie das konnten, liegt an ihrer Rechtsstellung im Unit Trust. Die rechtliche Definition des britischen Financial Services and Markets Act (FSMA) spricht von einer kollektiven Kapitalanlage, bei der das Fondsvermögen on trust für die Anleger gehalten wird. Trust bezeichnet ein Treuhandverhältnis, welches den Anlegern eigene Rechte am Trustvermögen zugesteht, wozu der Einfluss auf das Marktgeschehen gehört.


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Ein Unit Trust ist dieser Definition zufolge ein kollektives Investment wie ein offener Fonds. Die Anleger teilen sich sozusagen die Kosten und profitieren von höheren Anlagebeträge sowie einer breiten Risikostreuung in verschiedene Anlagen. Sie kaufen beliebig viele Anteile und beteiligen sich an einer Vermögensmasse, die je nach Erfolg größer oder kleiner wird. Anleger können schließlich jederzeit wieder verkaufen – wie bei einem offenen Fonds bzw. Open End Fund üblich .

Unit Trust ist offener Fonds mit Dreiecksverhältnis

Die vertragliche Grundlage zwischen den Anlegern und der Verwaltungsgesellschaft ist das Trustverhältnis. Das Vermögen wird ihnen anteilig zugewiesen, es ist jedoch nicht ihr Eigentum. Allerdings haben sie sehr wohl einen Anspruch darauf, auf das Vermögen zugreifen zu können. Es wird ähnlich dem deutschen Sondervermögen separat verwahrt, und zwar von der Vermögensverwaltung, die wiederum als formaler Eigentümer die Fondsmanager überwacht.

Was das Trustverhältnis auszeichnet, ist seine typische Dreieckskonstellation. Die Unit Holder sind die Anleger bzw. Anteilsinhaber. Der Trustee ist als Vermögensverwaltung rechtlicher Eigentümer des Trustvermögens. Und der Trust Manager betreut das operative Geschäft. Auf Detailebene kann es je nach Land wegen der steuerlichen Behandlung weitere strukturelle Besonderheiten geben.

Der Fondsmanager erzielt seinen Gewinn aus der Differenz zwischen dem aktuellen Verkaufskurs und dem Ankaufkurs der Anteile. Dieser Bid-Offer-Spread hängt von den jeweiligen Investitionsarten und der Fondsentwicklung ab. Je besser der Fonds läuft, desto größer ist die Nachfrage und desto teurer der Einstieg. Mit dem Spread kann der Manager zugleich die Liquidität steuern.

Urform britischer Fonds auf dem Rückzug

Unit Trusts sind sozusagen die Urform des britischen Publikumsfonds, der sich auch an Anleger mit „kleinem Geld“ wendet. Als offene, flexible Fonds gibt es sie dort seit 1934. Auf dem europäischen Kontinent finden sie sich übrigens ausschließlich in Liechtenstein. In den USA und Kanada existieren sie längst in eigener Form als Mutual Funds.

Trotz ihrer Tradition sind Unit Trusts gerade in Großbritannien auf dem Rückzug. Im Kommen sind dagegen Investmentgesellschaften, an denen sich Anleger als Aktionär wie an einer Aktiengesellschaft direkt beteiligen können. Dessen Vorbild stammt aus Frankreich und Luxemburg – vergleichbar mit der einer Investmentaktiengesellschaft in Deutschland.

Der Unterschied für Anleger: Gesetzlich muss der Anteilspreis sowohl im An- als auch im Verkauf gleich sein. Der Wert der Anteile ist somit transparenter. Diese Vereinfachung trägt dazu bei, dass auch bereits bestehende Unit Trusts in diese Investmentgesellschaften umgewandelt wurden.

6. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.