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So funktioniert die Einkommensteuer in Deutschland

Die Einkommensteuer in Deutschland ist eine Gemeinschaftssteuer. Das bedeutet, der Ertrag daraus steht Bund und Ländern gleichermaßen zu. Der genaue Anteil wird im Steuergesetz geregelt.

Die Einkommensteuer Deutschland muss von jeder natürlichen Person gezahlt werden. Es besteht eine uneingeschränkte Steuerpflicht, wenn der zu Besteuernde seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat und dort auch sein Einkommen verdient.

Des Weiteren gibt es die Form der eingeschränkten Steuerpflicht. Dann trifft eines oder mehrere der vorher genannten Kriterien nicht zu. Der Unterschied zwischen der uneingeschränkten und der beschränkten Pflicht ist einfach erklärt.

Die uneingeschränkte Steuerpflicht betrifft Einkommen, die nicht ausschließlich in Deutschland verdient wurden. Wer also Teile davon im Ausland verdient, muss sich trotzdem an der bestehenden Steuertabelle orientieren.

Bei der beschränkten Steuerpflicht ist dies nicht notwendig. Hier wird offiziell nur der in Deutschland erhaltene Teil zur Versteuerung herangezogen. Die Einkommensteuer in Deutschland kennt die Lohnsteuer als Unterform für abhängig Beschäftigte.

In Deutschland: Progressive Tarifgestaltung

Die Tarifgestaltung bei der Einkommenssteuer in Deutschland wird als progressiv bezeichnet. Damit ist gemeint, dass höhere Einkommen mit einem höheren Steuersatz berechnet werden. Dabei steigt dieser Prozentsatz nicht linear an, sondern erhöht sich in Abhängigkeit von Einkommensgruppen. Das Verfahren nennt sich Besteuerung auf den letzten Euro der Einkünfte.

Der Eingangssteuersatz beträgt 14%. Dieser wird ab jährlichen Einkünften von mehr als 8.652 € erhoben (Stand 2016). Bis zu diesem Betrag muss ein alleinstehender Steuerzahler keine Einkommenssteuer entrichten. Bei gemeinsam veranlagten Ehepartnern gilt der doppelte Betrag. Diese Regelung gilt, da der Staat die Ehe in dieser Hinsicht fördert. Aber auch eingetragene Partnerschaften profitieren davon.

Einkommenssteuer: Von 14% bis zu 45%

Sollte man 1 € über dem Freibetrag liegen (hat man also 8.653 € im Jahr verdient), berechnet sich die Steuerschuld wie folgt: Der Betrag oberhalb der steuerfreien Einkommensgruppe wird mit 14% veranschlagt. Also wäre die Steuerlast bei 1 € entsprechend 0,14 €.

Nach den steuerfreien 8.652 € steigt der Grenzsteuersatz auf 24% an, die bei einem Einkommen ab 13.670 € gelten. Ab diesem Punkt wird der allgemeine Anstieg des Steuersatzes geringer und erreicht bei 53.666 € den Punkt, über dem der Grenzsteuersatz bei 42% liegt.

Oberhalb davon gibt es seit der Einführung der „Reichensteuer“ im Jahre 2007 noch den Satz von 45%, der bei Einkünften über 250.000 € angewendet wird. Dieser Steuersatz wird im Allgemeinen als Spitzensteuersatz bezeichnet.

Die Steuer im internationalen Vergleich

Die Einkommensteuer in Deutschland wird allgemein als kompliziert angesehen, da man die Berechnung nicht immer einfach nachvollziehen kann. Diese Intransparenz spiegelt sich darin wider, dass die Abstufungen sehr zahlreich und klein sind. Ein positiver Effekt der einzelnen Abstufungen ist allerdings auch eine wesentlich gerechtere Behandlung jedes Einzelnen im System.

Im Vergleich mit anderen Ländern wird der Mittelstand bereits relativ früh recht hoch belastet. Die Bemessungsgrundlage der realen Steuerschuld ist hier aber auch schwer auszumachen, da mit den zahlreichen Freibeträgen und Subventionen eben diese Berechnung schwer vom Einzelnen nachvollzogen werden kann.

Die meisten Industrieländer wenden einen sogenannten Stufentarif an. Konkret sieht das dann so aus: Einkünfte zwischen 8.000 € und 25.000 € im Jahr werden einheitlich mit 15% besteuert, Beträge unter den genannten sind steuerfrei. Einkommen, das darüber liegt und bis zu 80.000 € reicht, muss zu 25% an den Fiskus abgeführt werden.

Alle Personen mit Einkommen oberhalb der Grenze bezahlen dann einheitlich 35% Einkommensteuer. Allerdings gibt es auch andere europäische Länder wie beispielsweise Frankreich, die im Vergleich zur Einkommensteuer in Deutschland noch höhere Sätze aufweisen.

20. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.