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So funktioniert die Einlagensicherung in Deutschland

Wie genau eine Bank Ihre Einlagen absichert, hängt von der Art des Instituts ab. Es gibt in Deutschland ganz unterschiedliche Sicherungssysteme, auf die die einzelnen Banken sich stützen.

Einlagensicherung: Genossenschaftsbanken und Sparkassen

Genossenschaftsbanken, also beispielsweise Volks-, Raiffeisen- und Sparda-Banken, bieten über die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken einen sogenannten Institutsschutz.

Gerät eine Bank aus diesem Verbund in Schieflage, springen die anderen ein und verhindern, dass sie pleitegeht. An das Sicherungssystem der Genossenschaftsbanken angeschlossen sind beispielsweise auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall sowie die Ärzte- und Apothekerbank.

Ähnliches gilt bei den Sparkassen, auch wenn der Institutsschutz dort anders organisiert ist, nämlich über einen Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe.

Aber auch hier wird von vornherein verhindert, dass es überhaupt zu einer Bankenpleite kommen kann. Dieser Schutz umfasst auch die Landesbausparkassen (LBS).

Entsprechendes gilt sowohl bei Genossenschaftsbanken als auch bei Sparkassen: Falls nicht eine grundlegende Systemkrise alle Institute ins Wanken bringt, sind Ihre Einlagen dort in voller Höhe abgesichert. Das gilt auch für Geldanlagen, die eigentlich nicht unter den Einlagenschutz fallen, wie beispielsweise Inhabersparbriefe und Fremdwährungskonten.

Einlagensicherung: Inländische Privatbanken in Deutschland

Die Privatbanken haben kein Interesse daran, einzelne Institute vor der Insolvenz zu retten. Sie vertreten die Ansicht: Wenn eine Bank zahlungsunfähig ist, ist das nicht das Problem der anderen Banken, die in Konkurrenz zu ihr stehen. Einen Institutsschutz gibt es folglich bei den Privatbanken nicht – wohl aber eine Einlagensicherung.


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Der gesetzliche Schutz von 100.000 € pro Bankkunde wird von der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) garantiert. Sie zahlt bei einer Bankenpleite die verloren gegangenen Einlagen bis zu diesem Höchstbetrag an die Bankkunden zurück. Viele Privatbanken bieten darüber hinaus eine freiwillige Mehrabsicherung an, deren Höhe von Bank zu Bank sehr unterschiedlich ist.

Die Unterschiede rühren daher, dass pro Bankkunde maximal 30 % des haftenden Eigenkapitals herangezogen werden. Was genau das ist, braucht Sie nicht zu kümmern. Sie müssen nur wissen: Zuständig ist hier der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Selbst kleine Banken, die diesem Fonds angehören, sichern die Einlagen ihrer Kunden oft bis in Millionenhöhe ab.

Einlagensicherung: Ausländische Privatbanken mit Sitz in Deutschland

Ausländische Privatbanken mit Sitz in Deutschland haben die Wahl: Sie können sich der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken anschließen oder dem Sicherungssystem in ihrem eigenen Heimatland. Unabhängig davon können sie die freiwillige Mehrabsicherung über den Bundesverband deutscher Banken anbieten. Aber sie müssen das nicht tun.

Wenn eine Auslandsbank ihre Einlagen in ihrem Herkunftsland absichert, muss das nicht unbedingt schlecht sein. Es gibt allerdings 2 gravierende Nachteile, die Sie im Hinterkopf behalten sollten, bevor Sie sich für eine solche Bank entscheiden:

1. Sie wissen nicht, wie gut die Absicherung wirklich funktioniert und ob das Geld dafür reicht. Im Gegensatz dazu wird in den Medien hierzulande häufiger über die Finanzausstattung und Funktionsfähigkeit der deutschen Sicherungseinrichtungen berichtet.

2. Sie müssen Ihre Ansprüche im Ausland geltend machen, was im Zweifelsfall bedeutet: andere Sprache und anderes Rechtssystem. Das kann aufwendig und teuer werden, vor allem dann, wenn Sie dafür die Hilfe eines Rechtsanwalts in Anspruch nehmen müssen.

Falls Ihre Bankeinlagen bei einem Kreditinstitut höher sind als 100.000 €, sollten Sie zudem prüfen, ob Ihre Bank eine freiwillige Mehrabsicherung leistet und in welcher Höhe.

Einlagensicherung: Bausparkassen

Alle Bausparkassen außer LBS und Schwäbisch Hall sind über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken gesetzlich abgesichert. Zusätzlich gibt es eine Mehrabsicherung für Summen über 100.000 €, für die in den meisten Fällen der Bausparkassen-Einlagensicherungsfonds zuständig ist.

Lediglich bei der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Bank Bauspar AG garantiert die Deutsche Bank für eine Mehrabsicherung. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall ist über die Institutssicherung des genossenschaftlichen Bankenverbands vor einer Insolvenz geschützt, die LBS über die der Sparkassen.

Sonderfall: Einlagensicherung bei Versicherungsgesellschaften

Viele Versicherungen machen den Banken Konkurrenz, indem sie Tages- und Festgeldanlagen anbieten, und das oft zu recht attraktiven Konditionen. Ursprünglich waren diese Angebote nur für Kunden gedacht, die etwa aus einer Lebensversicherung eine größere Auszahlung erwarteten.

Inzwischen werben einige Versicherer auch andere Kunden mit ihren Tages- und Festgeldangeboten an. Als Kunde müssen Sie wissen: Diese Gelder fallen nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung. Diese ist nämlich ausschließlich den Banken vorbehalten. Auch eine freiwillige Mehrabsicherung gibt es nicht für Versicherungsgesellschaften.

Stattdessen übernimmt bei einer Insolvenz der Versicherungsgesellschaft eine sogenannte Auffanggesellschaft namens Protektor AG die laufenden Verträge. Denn streng genommen, handelt es sich bei diesen Geldanlagen nicht um Konten, sondern um Policen. Die Verträge werden dann genauso weitergeführt wie mit der zwischenzeitlich pleitegegangenen Versicherung. Das heißt: Ihr Geld wird verzinst wie vereinbart.

Protektor ist allerdings mit nur ca. 700 Mio. € im Vergleich zu den Entschädigungsfonds der Banken finanziell eher schwach ausgestattet. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Gesellschaft das Recht hat, weitere 700 Mio. € von den in Deutschland ansässigen Versicherern einzufordern. Fazit: Ihr Geld sollten Sie folglich nur sehr finanzstarken Versicherern anvertrauen, bei denen eine Pleite höchst unwahrscheinlich ist.

Einlagensicherung: Überprüfen Sie die Mitgliedschaft im EdB

Bevor Sie sich mit nennenswerten Einlagen auf eine Bank einlassen, sollten Sie überprüfen, wie diese abgesichert sind. Gehen Sie dazu zunächst auf die Internetseite der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Klicken Sie auf „Infos für Verbraucher“ und auf „Übersicht über zugewiesene Institute“. Ist Ihre bevorzugte Bank in dieser Liste zu finden, sichert sie die Einlagen nach deutschem Recht ab.

Falls das aber nicht der Fall ist und die Bank auch nicht zum Verbund der Genossenschaftsbanken, Sparkassen oder privaten Bausparkassen in Deutschland gehört, sollten Sie Vorsicht walten lassen. Dann gilt womöglich nur der Einlagenschutz nach dem System des jeweiligen Herkunftslandes, dessen Qualität und Funktionsweise Sie nicht beurteilen können.

22. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.