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So gestaltet sich die Einkommensteuer für Freiberufler

Eine Einkommensteuer fällt an, sobald man mehr als den Freibetrag von 8.652 € verdient. Das gilt für alle Freiberufler und Gewerbetreibende. Für verheiratete Freiberufler ist der Freibeitrag bei der Einkommensteuer doppelt so hoch.

Wobei nicht alle Einkünfte als Einkommen gelten, sondern letztlich die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Die Einkommensteuer für Freiberufler betrifft die Differenz aus Einnahmen und Ausgaben, also den Gewinn.

Diese Ausgaben kann der Freiberufler geltend machen

Die Einkommensteuer für Freiberufler verlangt von den Steuerpflichtigen keine ausführliche Buchhaltung, sondern eine sogenannte Einnahmenüberschussrechnung (EÜR). Die EÜR ist ein amtlicher Vordruck, der unter anderem folgende Abzüge erlaubt:

  • Fahrt- und Kraftfahrzeugkosten
  • Kosten für Telekommunikation
  • Kosten für Rechtsberatung und ähnliches
  • Miete/Pacht für Gewerberäume

Das Büro in der Wohnung oder im eigenen Haus kann oft nur beschränkt geltend gemacht werden kann. Um das Arbeitszimmer voll absetzen zu können, muss es den Mittelpunkt der Arbeit des Freischaffenden bilden. In allen anderen Fällen kann man pro Jahr nur 1.250 € für das häusliche Arbeitszimmer geltend machen.

Bei den Kraftfahrzeugkosten ist darauf zu achten, dass bei privaten Fahrten vom Fahrzeughalter erwartet wird, diese als Betriebseinnahmen zu verbuchen, sofern das Fahrzeug zum Betriebsvermögen gezählt wird. Wird das Auto als privat ausgewiesen, können 30 Cent pro Kilometer abgezogen werden.

Es lohnt sich jedoch, das Auto zum Betriebsvermögen zu zählen, weil man in diesem Falle auch Versicherung, Reparaturen etc. als Geschäftsausgaben geltend machen kann.

Dasselbe gilt für Telekommunikations- und Internetkosten. Hier wird erwartet, dass ein Anteil als privat geltend gemacht wird. Wer es genau haben will, nutzt für private Gespräche eine zweite Telefonnummer und surft online mit einem Stick. In der Praxis kann man sich allerdings diesen Aufwand sparen und eine Schätzung abgeben.

Weitere Informationen zur EÜR

Sind die Betriebseinnahmen unter 17.500 €, müssen die amtlichen Vordrucke der EÜR nicht verwendet werden. Kleinunternehmen dürfen der Steuererklärung eine formlose Gewinnermittlung beifügen. Die Formulare mit einer begleitenden Erklärung finden sich auf der Website der Industrie- und Handelskammer eines jeden Bundesgebietes. Seit 2011 müssen Freiberufler ihre Steuerunterlagen elektronisch einreichen.

Abschreibungen für Freiberufler

Für die Einkommensteuer der Freiberufler ist es wichtig zu wissen, wie Abschreibungen funktionieren. Der Erwerb von Wirtschaftsgütern bis zur Höhe von 410 € (ohne Umsatzsteuer) kann sofort abgeschrieben werden. Diese werden geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) genannt. Teurere Anschaffungen werden anteilig jährlich abgeschrieben. Für die Abschreibungen gibt es eine extra Liste, genannt AfA-Tabellen.

Für Möbel wird dabei eine Nutzungsdauer von 13 Jahren vorgesehen, für Elektronik von 3 Jahren. Das heißt konkret: Kauft man sich eine teure Bürogarnitur, ist der Kaufpreis auf 13 Jahre abzuschreiben. Den Computer dagegen kann man innerhalb von 3 Jahren abschreiben.

Als Alternative bietet es sich an, alle Wirtschaftsgüter zwischen 150 € und 1.000 € zu sammeln und die Summe über 5 Jahre abzuschreiben. Ob diese Methode sinnvoll ist, hängt von der Geschäftsentwicklung ab. Verdient man in späteren Jahren mehr, ist es von Vorteil, steuersenkende Abschreibungen geltend machen zu können.

Einkommensteuer für Freiberufler: Im Voraus zu zahlen

Einkommensteuern müssen auch Freiberufler im Voraus zahlen. Dabei sollten sie beachten: Ist das Einkommen in einem Jahr höher als zunächst vermutet wurde, muss man im Folgejahr mit einer Steuernachzahlung rechnen.

Die Steuernachzahlung plus die Einkommensteuervorauszahlung können jungen Unternehmer vor finanzielle Probleme stellen. Denn die Vorauszahlung wird auf die tatsächliche Einkommensteuer der Freiberufler erhoben, und zwar für das abgerechnete Geschäftsjahr.

14. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.