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Genussscheine: Die Möglichkeit kräftige Gewinne zu verbuchen

Wenn Sie sich die Anleiherenditen deutscher Emittenten ansehen, gibt es in der derzeitigen Niedrigzinsphase für Sie sicher keinen Grund zum Frohlocken.

Doch im Vergleich zu den Ergebnissen am Aktienmarkt, wo Sie in den letzten 18 Monaten auch kräftig verlieren konnten, ist das möglicherweise noch ein Trost.

Auf jeden Fall ist es für Sie immer noch besser, einen Teil Ihrer Anlagen in festverzinslichen Wertpapieren zu halten, statt alles in Aktien zu stecken.

Und es gibt durchaus Anleihevarianten, mit denen Sie eine sehr viel höhere Rendite erwirtschaften können als mit traditionellen Anleiheinstrumenten.

Neben den Pfandbriefen sind dies vor allem die so genannten Genussscheine, die – je nach Ausstattungsvariante – mehr oder weniger eine Art Zwitter aus Anleihen und Aktien sind.

Mit diesen Chancen können Sie bei Genussscheinen rechnen

Den Kauf eines Genussscheins müssen Sie allerdings gründlich prüfen. Dennoch weisen die meisten Genussscheine eine Reihe übereinstimmender Merkmale auf, aus denen sich Ihre Chancen als Anleger ergeben:

  • überdurchschnittlich hohe Ausschüttungen im Vergleich zu Anleihen und Pfandbriefen bei häufig garantierter Mindestverzinsung
  •  Kursgewinne je nach Zinstrend und Ausstattung des Scheins hohe Liquidität bei großen Emissionsvolumen attraktive Zusatzrechte möglich, beispielsweise Gewinnbeteiligung oder Options und Wandlungsrechte auf die Aktien des Unternehmens
  • „Flat“Notierung (= Stückzinsen sind im jeweiligen Kurs enthalten) ermöglicht Steuersparstrategie, wegen der einjährigen Spekulationsfrist jetzt aber nur noch beim indirekten Kauf über entsprechende Genussscheinfonds

Diese Risiken gehen Sie damit ein

  • kein Stimmrecht in der Hauptversammlung mögliche Beteiligung am laufenden Verlust
  • hohes Kursrisiko je nach Zinstrend und Ausstattung des Scheins
  • mangelnde Liquidität bei kleineren Emissionen
  • schlechte Vergleichbarkeit untereinander wegen sehr unterschiedlicher Genussrechte

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  • keine exakte Renditeberechnung im voraus

Zwischen diesen vier Ausschüttungsvarianten müssen Sie unterscheiden

Je nach den Ausschüttungsbedingungen sind Ihre Chancen und Risiken bei Genussscheinen sehr unterschiedlich.

Genussscheine mit fester Verzinsung haben ein geringes Anlagerisiko

Bei Genussscheinen mit fester Verzinsung verpflichtet sich der Emittent, Ihnen jährlich Zinsen zu einem festen, in den Ausgabebedingungen festgelegten Satz auf das Nennkapital Ihres Genussscheins zu zahlen.

Solche machen etwa 90% der am Markt derzeit gehandelten Emissionen aus.

Die Ausschüttung ist in diesem Fall unabhängig von der vom Unternehmen gezahlten Dividende an die Aktionäre.

Der Genussschein ähnelt dann eher einer Anleihe als einer Aktie. Das Kursrisiko ist entsprechend begrenzt.

Es hängt damit – wie bei Anleihen – von der Höhe des Zinssatzes, der Laufzeit der Genussscheine und den jeweiligen Veränderungen des Zinsniveaus am Kapitalmarkt ab:

Wenn die Zinsen steigen, fallen die Kurse, wenn die Zinsen fallen, gewinnt Ihr Genussschein an Wert.

Sie tragen allerdings bei dieser Variante dennoch das Risiko, dass die Ausschüttung ausfallen könnte, falls der festgestellte Gewinn des Unternehmens dafür nicht ausreicht.

Dieses Risiko ist bei wachstumsstarken Unternehmen und den für Sie zur allerersten Wahl gehörenden Genussscheinen der großen deutschen Kreditinstitute aber sehr gering.

Genussscheine mit fester Verzinsung und rentenähnlichem Charakter eignen sich für Sie also besonders dann, wenn Sie sich zu den sicherheitsorientierten oder risikobewussten Anlegern zählen, die bei relativ geringem Risiko höhere Zinsen als mit Anleihen erwirtschaften wollen.

Bei garantierter Mindestverzinsung ist Ihr Anlageerfolg von der Gewinnsituation abhängig

In Fall der Mindestverzinsung zahlt Ihnen der Emittent Zinsen zu einem festen, aber bescheidenen Zinssatz.

Hinzu kommt bei Scheinen dieser Variante eine gewinnabhängige Ausschüttung, die beispielsweise in Relation zur Höhe der an die Aktionäre ausgeschütteten Dividende stehen kann.

Beachten Sie, dass bei dieser Ausschüttungsvariante die Gewinnsituation des Unternehmens und die erwartete Dividende deutliche Auswirkungen auf den Kursverlauf des Genussscheins haben können.

Denn in schlechten Zeiten geht die Verzinsung Ihres Genussscheins auf einen Mindestsatz zurück oder kann in einem Verlustjahr auch schon einmal ganz ausfallen.

In guten Zeiten profitieren Sie als Anleger allerdings erheblich vom Unternehmenserfolg und erzielen Renditen von weit über dem Niveau der erste  Ausschüttungsvariante.

Genussscheine dieses Typs sind also dann für Sie geeignet, wenn Sie eher zu den risikobewussten Anlegern gehören und vom positiven Wachstumstrend des jeweiligen Unternehmens klar überzeugt sind.

Eine völlig gewinnabhängige Ausschüttung bringt große Chancen, aber auch höhere Risiken

Hierbei ist die Ausschüttung mit einem bestimmten Prozentsatz fest an die Höhe der Dividende gekoppelt.

Sie erhalten dann beispielsweise jeweils 130 oder 170% des Dividendenbetrags gutgeschrieben.

Fällt die Dividende allerdings aufgrund einer schlechten Ertragslage des Unternehmens aus, gehen Sie leer aus.

Solche Genussscheine sollten Sie also nur dann erwerben, wenn Sie bereit sind, den Verzicht auf die Ausschüttung in Kauf zu nehmen.

Bedenken Sie dabei auch, dass deren Kurs besonders sensibel auf gute und schlechte Unternehmensnachrichten reagiert, was Ihnen in einer ungünstigen Verkaufssituation größere Verluste bescheren kann.

Genussscheine mit Options und Wandelrechten reagieren stark auf Kursveränderungen der Aktien

Bei mit Optionsrechten versehenen Genussscheinen (Genussscheine cum) erwerben Sie zugleich eine bestimmte Anzahl von Optionsscheinen, die Sie nachträglich auch vom Genussschein abtrennen und über die Börse gesondert verkaufen können.

Heftige Kursbewegungen bei der Aktie machen den Genussschein mit Wandlungsrecht sehr anfällig für Entwicklungen am Aktienmarkt.

Sie sollten solche Scheine nur dann kaufen, wenn Sie zu den sehr spekulativen Anlegern gehören und sich über die damit verbundenen Kursrisiken im Klaren sind.

Checkliste: So kommen Sie zur richtigen Auswahl

  • Entscheiden Sie sich, welche der 4 Ausschüttungsvarianten am ehesten Ihren Anlagebedürfnissen entspricht! Einen Überblick über alle börsengängigen Genussscheine mit ihren spezifischen Ausstattungsmerkmalen erhalten Sie bei Ihrer Bank.
  • Vergleichen Sie – soweit möglich – die erwarteten Renditen der in die engere Wahl genommenen Scheine. Überlegen Sie bei sehr deutlich von der Zins und/oder Unternehmensentwicklung abhängigen Kursverläufen eines Genussscheins, ob der Zeitpunkt zum Einstieg richtig gewählt ist!
  • Kaufen Sie Genussscheine nur von Emittenten, deren Bonität erstklassig und deren Geschäftslage gesund ist! Davon können Sie bei den in diesem Beitrag für Sie ausgewählten umsatzstärksten Titeln grundsätzlich ausgehen.

20. August 2001

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Werner Kurzawa
Von: Dr. Werner Kurzawa. Über den Autor

Als ehemaliger Bankkaufmann ist Dr. Werner Kurzawa seit über einem Jahrzehnt freier Wirtschafts und Finanzjournalist und hat zahlreiche Bücher, Zeitschriftenartikel, Fernseh und Rundfunkbeiträge rund um das Thema Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht.