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So ist die gesetzliche Erbfolge geregelt

Ein indonesisches Sprichwort sagt: „Geht die Dschunke unter, ist der Hai zur Stelle.“ Und das bezieht sich durchaus auf den Vorgang des Erbens. Aber wer der größte Fisch im Becken ist, pardon, wer den Vorrang beim Erben hat, regelt in Deutschland das Gesetz.

Diese tritt freilich nur ein, wenn ansonsten keine letztgültige Verfügung, kein Testament, hinterlassen worden ist. Aber dann ist sie bindend. Wenn es mehrere Erbberechtigte gibt, wird in der gesetzlichen Erbfolge auch der Anteil des Einzelnen am gesamten Erbe geregelt.

Was der Ehepartner nach der gesetzlichen Erbfolge erhält

In der gesetzlichen Erbfolge gelten für den Ehepartner des Erblassers Sonderbestimmungen. Die Höhe des Erbteils eines Ehegatten ist abhängig von dem Kreis von Angehörigen, der neben dem Ehegatten als Erbe in Frage kommt und dem jeweiligen Güterstand, in dem sich die Eheleute zum Zeitpunkt des Sterbefalles befanden.

Von Vorneherein stehen dem Ehegatten des Verstorbenen die Hochzeitsgeschenke und der eheliche Hausrat zu. Wenn neben dem Ehepartner gleichzeitig vorrangige gesetzliche Erben (sprich Kinder des Erblassers) erbberechtigt sind, dann erbt der überlebende Ehepartner ein Viertel des Nachlasses.

Wenn außer dem Ehepartner nur nachrangige Angehörige wie Eltern und Geschwister des Erblassers bzw. Nichten und Neffen u.a. vorhanden sind, erbt der überlebende Ehepartner die 50 % des Nachlasses.

Die Ordnung der weiteren gesetzlichen Erbfolge

Nach der gesetzlichen Erbfolge werden die Angehörigen neben dem Ehepartner in Erbenordnungen eingeteilt.

Zur 1. Ordnung zählen sämtliche abstammende Personen des Verstorbenen. Hierzu werden Kinder (auch die nichtehelichen und adoptierten Kinder), Enkel, Urenkel usw. gerechnet. Stief- oder Ziehkinder dagegen gehören nicht zu den Erben der 1. Ordnung.

Zur 2. Ordnung der erbberechtigten Angehörigen werden die Eltern des verstorbenen Erblassers und deren Abkömmlinge gerechnet. Dies sind Mutter, Vater, Schwester, Bruder, Nichte, Neffe, Großnichte, Großneffe usw.

Die 3. Ordnung der gesetzlichen Erbfolge setzt sich zusammen aus Großeltern des Erblassers und davon abstammenden Personen wie Großmutter, Großvater, Tante, Onkel, Cousine, Cousin usw.

Die 4. Ordnung der Erfolge setzt sich zusammen aus den Urgroßeltern des Erblassers und deren Abkömmlingen. Also Urgroßmutter, Urgroßvater, Großtante, Großonkel, Großnichte, Großneffe usw.

Zur 5. und noch weiteren Ordnungen zählen entferntere Voreltern des verstorbenen Erblassers und hiervon abstammende Angehörige.

Grundsätzlich gilt: Wenn es noch einen Verwandten einer vorhergehenden Ordnung gibt, ist der Erbberechtigte einer nachrangigen Ordnung vom Erbe ausgeschlossen. Somit schließen Angehörige der 1. Ordnung alle anderen Verwandten als unmittelbar Erbberechtigte aus. Die Bestimmungen zum Ehegattenerbrecht bilden hier die Ausnahme.

Auch wenn das deutsche Erbrecht auf den ersten Blick relativ kompliziert erscheint, hat es sich doch seit Ende der 1920er Jahre bewährt. Was es dagegen nach wie vor nicht verhindern kann, sind die Querelen und Unstimmigkeiten innerhalb von Erbengemeinschaften.

2. Mai 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.