Menü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2016 . . . Download hier ➜

So kann man Sicherungs- und Spekulationsgeschäfte reservieren

In der Finanzwelt gibt es die verschiedensten Investmentformen für ganz spezifische Bedürfnisse. Eine der Konstruktionen ist die Swaption.

Von einer Option haben wohl die meisten schon etwas gehört. Doch was bedeutet Swaption? Die Definition als Option auf einen Swap hilft nur dann weiter, wenn die Strukturen, Ziele und die Idee dahinter klar werden.

Swaption: Definition und Erklärung

Zunächst: Aktien, Rohstoffe, Währungskurse oder Zinsen können sich fortlaufend ändern. Will man sich dagegen absichern oder auf die unabsehbare Entwicklung spekulieren, so kann man das mithilfe von Optionen. Praktisch: Bei unerwünschtem Verlauf besteht kein Ausübungszwang, eine Option ist ein bedingtes Termingeschäft.

Aktien, Rohstoffe oder Indizes sind genauso wie Währungen oder Zinsen Basiswerte, auf die sich eine Option beziehen kann. Weil man mit einer Option das Recht auf ein tatsächliches Wirtschaftsgut erwirbt, ist sie zwar selbst kein Finanzderivat also ein indirektes Investment. Wohl aber kann der Basiswert ein Derivat sein – beispielsweise ein Swap. Swaps sind Tauschgeschäfte, die ihrerseits zur Absicherung oder Spekulation dienen.

In dieser Kombination spricht man von Swaption. Der Definition zufolge handelt es sich also strukturell um ein Termingeschäft (Option) auf ein Termingeschäft als Derivat (Swap). Diese Einordnung ist nicht unwichtig, weil die Konstruktion letztlich komplexer ist, als sie auf Anhieb erscheint.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots....

  • Die IND & COMM BANK OF CHINA ist die teuerste Bank der Welt
  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Cemex (Mexico), drittgrößter Zementhersteller der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • GAZPROM (Russland) die Nummer 3 der Welt
  • Und Petrobras (Brasilien), die Nummer 4 weltweit

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Die Swapgeschäfte als Basiswerte von Optionen

Optionen werden somit auch auf Zins- oder Währungsswaps verkauft. Die beiden Swaption-Arten werden gerne von Unternehmen genutzt. Sie sichern sich aktuelle Zinsen bzw. Wechselkurse für Kredite, die sie erst in ein paar Monaten oder später benötigen. Der Swap an sich ist das Sicherungsinstrument, die Option garantiert dessen Durchführung weit im Vorfeld.

Beim Swap tauscht man gegenseitige Finanzengagements, weil man die Vorteile des jeweils anderen Partners nutzen will, um mit ihnen abweichende Entwicklungen auszugleichen. Die Abweichungen werden durch eine Differenzzahlung ausgeglichen.

Zinsen sichern

Beispiel Zinsswap: Der eine Partner hat einen Kredit mit variablen, der andere mit festen Zinsen. Beide Zinsarten werden getauscht, denn sie können sich als vorteilhaft oder nachteilig erweisen – je nachdem wie sich bis Ende einer vereinbarten Laufzeit des Tauschs die Zinsen entwickelt haben.

Am Schluss wird dann einfach die Differenz zwischen der besseren und der schlechteren Variante untereinander ausgeglichen. Damit haben sich beide Partner abgesichert. Alternativ können sie auf diese Art auch spekulieren und Gewinne einstreichen.

Devisenkurse sichern

Ähnlich funktionieren Wahrungsswaps, bei denen die jeweiligen Vorteile wie leichterer Kreditzugang bzw. niedrigere Zinsen eines Partners auf Fremdwährungsmärkten genutzt werden. Ausgetauscht und am Ende zurückgetauscht werden hier nur die Geldbeträge. Eine Kombination von beiden Formen sind Zins-Währungsswaps.

Will man sich derartige Swaps als Absicherungs- oder Spekulationsmöglichkeit sozusagen vorsorglich reservieren, kann man eine Option auf sie vereinbaren. Man zahlt eine Optionsprämie und bekommt das Recht, innerhalb einer bestimmten Zeit oder zu einem festgelegten Zeitpunkt das Swapgeschäft einzufordern. Es gelten hierbei die grundsätzlichen Spielregeln für Optionen.

Üblicherweise werden Swaptions als europäische Optionen ausgeführt, bei denen der Ausübungszeitpunkt genau festgelegt ist. Dann kann man das Optionsrecht ausüben oder verfallen lassen. Allerdings verliert man dabei die Optionsprämie, die man an die Gegenpartei, Stillhalter genannt, gezahlt hat.

Praktikabel aber extrem komplex

Berechenbar ist, dass alle Konditionen wie Zinsen, Währungen oder Laufzeiten von Anfang an festgelegt sind. sowohl beim Swapgeschäft als auch bei der Option sind die Konditionen unter den Vertragspartnern frei vereinbar.

Soweit bedeutet Swaption per Definition nichts anderes als eine Option, die auf einen Swap verkauft wird. Was griffig klingt, hat aber seine Tücken im Detail. Swaptions sind mitunter extrem komplex, da sie ein Termingeschäft auf ein Derivat mit Bezugswert sind. Damit beinhalten Swaptions Einflussfaktoren auf drei Ebenen.

Erstens der Basiswert mit Renditeprofil oder Volatilitäten. Zweitens der Swap als Tauschvertrag mit spezifischen Regelungen und Abreden. Und drittens die Option darauf, die wiederum ein Vertrag mit individuellen Vereinbarungen ist.

Die verschiedenen Variablen schreiben sich von einer Ebene auf die nächste fort und verschachteln sich ineinander. Das erfordert ein hohes Sachverständnis. Hinzu kommt, dass es Swaptions in verschiedenen Varianten und Mischformen gibt. Wer sich für derartige Investments interessiert, sollte sich gut auskennen.

7. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.