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So können ausländische Unternehmer die Vorsteuer geltend machen

Ausländische Unternehmer die in Deutschland Vorsteuer bezahlt haben, können diese in vielen Fällen geltend machen. Dieser Artikel ist besonders interessant für Unternehmer, die Ihren ausländischen Kunden beim Vorsteuerabzug behilflich sein möchten.

Auch Unternehmer aus dem Ausland, die in Geschäftsbeziehungen mit deutschen Unternehmen stehen finden hier eine Anleitung dazu wie sie bezahlte Vorsteuer geltend machen können.

Wer kann Vorsteuer geltend machen

Die Mehrwertsteuer (MwSt) wird in Deutschland steuerrechtlich auch als Umsatzsteuer bezeichnet. Umsatzsteuer, die im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit entrichtet wurde, ist als Vorsteuer abziehbar.

Umsatzsteuerbeträge, die von ausländischen Unternehmen in Deutschland bezahlt wurden können ebenfalls geltend gemacht werden.

Vorsteuervergütung an ausländische Unternehmer

In Deutschland ist das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für die Vorsteuerrückvergütung zuständig. Grundsätzlich können sich ausländische Unternehmer durch einen Antrag die Rückvergütung der bezahlten Umsatzsteuer sichern. Achtung: Der Antrag ist form- und fristgebunden. Informieren Sie sich deshalb frühzeitig über die Regelung, die in Ihrem Fall gilt.

Dabei wird im deutschen Steuerrecht zwischen Unternehmen aus Drittländern und EU-Mitgliedsstaaten unterschieden.

  • Unternehmer aus EU-Mitgliedstaaten müssen einen elektronischen Antrag stellen. Der Antrag muss bei der jeweils zuständigen Stelle im Ansässigkeitsstaat eingereicht werden.
  • Unternehmer aus Drittstaaten können den Antrag elektronisch oder mit besonderen Formularen stellen.

Vorsteuer geltend machen: Innerhalb der EU

Jeder Mitgliedsstaat der EU hat ein eigenes elektronisches Portal eingerichtet. Über diese elektronischen Portale können Unternehmer direkt von Ihrem Heimatstaat aus diein anderen EU-Ländern bezahlte Vorsteuer geltend machen. Schriftliche Anträge sind nicht möglich.

Die elektronischen Anträge müssen im Mitgliedstaat, in dem die Vorsteuerrückvergütung beantragt wird, bis spätestens 30.September des betroffenen Jahres, eingereicht werden. Ansonsten verfällt die Berechtigung auf die Rückvergütung der Vorsteuer.

Vorsteuer geltend machen: Unternehmer außerhalb der EU

Unternehmen, die ihren Rechtssitz außerhalb der EU haben, aber Lieferungen oder Dienstleistungen aus Deutschland beziehen haben auch die Möglichkeit diese Vorsteuer geltend zu machen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass zwischen Deutschland und dem Herkunftsland des Unternehmers eine sogenannte Gegenseitigkeit vorliegt.

Nur Staaten, die sich gegenseitig die bezahlten Vorsteuern verrechnen, ermöglichen es Unternehmen die Vorsteuer geltend zu machen. Eine Liste der Staaten mit denen Deutschland eine solche Gegenseitigkeitsvereinbarung abgeschlossen hat finden Sie hier:  Gegenseitigkeitsabkommen der Bundesrepublik Deutschland. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Vorsteuern auf den Bezug von Kraftstoffen in keinem Fall vergütet werden.

Fazit

Unternehmer die mit ausländischen Kunden zusammenarbeiten, sollten Ihre Kunden auf die Möglichkeit hinweisen die in Deutschland bezahlte Vorsteuer geltend zu machen. Damit wird das in Deutschland gekaufte Produkt bzw. die erworbene Dienstleistung für den Kunden günstiger und die Wettbewerbsfähigkeit steigt!

16. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.