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So kündigen Stimmungs-Indikatoren eine Trendumkehr an

Wie steht es um die Aktienmärkte? Dreht sich die Stimmung bald und wenn, dann in welche Richtung? Diese Fragen spiegeln das Bestreben, möglichst günstig zu kaufen, wenn die Kurse niedrig sind und auszusteigen, wenn sie hoch sind.

Bull/Bear Ratio – Optimisten gegen Pessimisten

Wer mit der Contrarian-Strategie antizyklisch handelt, kann Gewinne einfahren bevor der Börsentrend dreht. Doch um dies abzuschätzen, reicht der Blick auf den Indexstand alleine nicht. Hierfür gibt es Stimmungs-Indikatoren wie die Bull/Bear Ratio, die das Verhältnis von optimistischen zu pessimistischen Investoren anzeigt.

Zu den international meist beachteten gehört die wöchentliche Auswertung des US-Börsendienstes „Investors Intelligence“. Gemessen wird der Prozentsatz von über 100 befragten bullischen und bärischen Vermögensverwaltern. Jeden Mittwoch werden die Zahlen veröffentlicht, die repräsentativ für die Erwartungshaltung der Börsianer stehen. Bei Bull/Bear Ratio-Werten über 1 dominieren die Bullen, darunter die Bären.

Wöchentliche Umfrage-Ergebnisse

Ermittelt wird eine Bull/Bear Ratio, indem einfach die Zahl der Bullen durch die der Bären geteilt wird. Ein Beispiel verdeutlicht das Vorgehen: Angenommen von 100 Befragten sind 18 bullisch und 82 bärisch, so ergibt sich ein Wert von 0,22 Punkten. Sind aber 70 bullisch eingestellt und 30 bärisch, beträgt der Wert 2,33 Punkte.


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Für einen Contrarian, der gegen den Strom schwimmt, ist der erste niedrige Wert ein Kaufsignal. Der zweite Wert ist eher ein Verkaufsignal, wobei die Extremwerte über 3 Punkte liegen können. Kaufen, wenn alle pessimistisch sind, verkaufen wenn alle optimistisch sind, die Logik dahinter erklärt sich so:

Je mehr Optimisten positioniert sind, desto eher ist der Markt überverkauft, es gibt kaum noch potenzielle Käufer – der Kurs kann nicht mehr steigen. Wenn umgekehrt die Pessimisten die Überhand haben, die Mehrheit also unterinvestiert ist, kann kein zusätzlicher Abgabedruck entstehen. Damit sind diese Sentiment-Indikatoren wie die Bull/Bear Ratio Kontra-Indikatoren. Sie zeigen an, ob eine Trendumkehr bevorsteht.

Neben der Bull/Bear Ratio von „Investors Intelligence” gibt es eine Reihe anderer Sentiment-Indikatoren. In Deutschland befragt beispielsweise die Deutsche Börse jede Woche 150 institutionelle Investoren und veröffentlicht den Dax-Bull/Bear Index. Hierbei wird das Verhältnis zwischen Optimisten und Pessimisten noch mit der Gesamtzahl der Befragten gewichtet. Im Ergebnis entstehen Werte zwischen 0% und 100%.

Indikatoren richtig interpretieren

Rückblickend zeigt sich, dass sich der Markt tatsächlich meist konträr zur vorherrschenden Stimmung entwickelt hat. Dennoch sind Stimmungs-Indikatoren mit Vorsicht zu genießen. Das beginnt schon mit der Tatsache, dass die Umfragen stets eine Woche zurückliegen.

Deshalb wird meist parallel die Put-Call Ratio hergenommen. Hier geht es um das Verhältnis von gekauften und verkauften Kaufoptionen. Auch hier sind höhere Werte ein Verkaufsignal und umgekehrt.

Der Einsatz dieser Indikatoren ist allerdings gerade in ausgeprägten Trendphasen schwierig, da sie frühzeitig Signale generieren. Als Anleger läuft man damit Gefahr, zu früh oder zu spät zu handeln. Bei einer starken Aufwärtsbewegung etwa werden so mitunter erhebliche Anteile verpasst.

Insgesamt ist die Contrarian Strategie mit der Sentiment-Analyse eine Herausforderung. Erstens müssen die Indikatoren fortlaufend aktuell beobachtet werden, und zweitens ist der ideale Handelszeitpunkt nur schwer zu erwischen.

21. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.