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So lassen sich die Vorteile der gesetzlichen Rente mitnehmen

Galt die gesetzliche Rente lange Zeit als renditeschwaches, starres Grundversorgungssystem auf dem absteigenden Ast, so hat sich das Blatt gewendet. Die Zahl der Anträge auf freiwillige Mitgliedschaft bewegt sich auf Rekordniveau.

Gleichzeitig ist die Attraktivität der privaten Vorsorge mit dem allgemeinen Zinsniveau drastisch gesunken. Der einstige Renditevorsprung ist dahin. Kaum eine Privatrente übertrifft die derzeitige Gesamtrendite der gesetzlichen Rente von 3,2%.

Ein freiwilliger Beitrag in die Rentenversicherung kann sich also durchaus lohnen. Auch Selbständige haben die Möglichkeit, von den Vorteilen der gesetzlichen Rente zu profitieren.

Freiwilliger Beitrag zur Rentenversicherung – flexible Ansätze

Wer nicht pflichtversichert ist, kann freiwillig in die gesetzliche Rente zahlen. Monatliche Raten von beispielsweise 600 € über 30 Jahre hinweg ergeben rund 1.273 € Bruttorente. Die Beiträge sind im Gegensatz zur privaten Vorsorge steuerlich absetzbar. Derzeit sind es 80%, und zwar bis zum jährlichen Höchstbetrag von 22.172 € für Singles. Bei gemeinsamer Veranlagung das Doppelte. Der absetzbare Anteil steigt bis 2025 auf 100%. In der Hinsicht wird nur die Rürup-Rente gleichbehandelt.

Die Höhe der monatlichen Zahlungen ist frei wählbar. Die Bandbreite liegt 2015 zwischen mindestens 84,15 € und höchstens 1.131,35 €. Wenig bekannt: Der freiwillige Beitrag zur Rentenversicherung kann jederzeit erhöht, gesenkt, ausgesetzt oder beendet werden. Wer einen Antrag bis spätestens 31. März 2016 stellt, kann sich rückwirkend ab Januar dieses Jahres versichern.

Sofortrente sichert Anspruch inklusive Vergünstigung

Freiwillige Beiträge können auch als Einmalzahlung geleistet werden. Wer auf einen Schlag einzahlt, kann unter bestimmten Voraussetzungen seine bislang nicht erfüllte Mindestwartezeit nachholen, ohne die es keine Rente gibt.

Das sind mindestens 5 Jahre, in denen Beiträge gezahlt wurden. Interessant ist das gerade für Selbständige, Freiberufler und Beamte, die privat krankenversichert sind. Damit verschaffen sie sich einen Rentenanspruch, müssen aber keine zusätzlichen Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Dennoch erhalten sie darauf einen Zuschuss von 7,3%.

Überraschender Renditevorsprung

Inklusive dieser Förderung gibt es für beispielsweise 40.000 € Einmalzahlung eine Nettorente von anfangs 188 € im Monat. Beim Rürup-Vertrag wären es 53 € weniger. Nach aktuellen Berechnungen kommen die anderen privaten Anbieter auf höchstens 134 €. Wer den Vorteil mitnehmen will, muss allerdings vor September 1950 geboren sein.

Anträge können bis spätestens Ende dieses Jahres gestellt werden. Danach gibt es die Gelegenheit nicht mehr. Die Möglichkeit, mit einer Einmalzahlung die Rente kräftig aufzubessern, ist seit 1998 auf wenige Ausnahmen beschränkt. Pflichtversicherte können dies nur, wenn sie vorzeitig in den Ruhestand gehen und damit Rentenabschläge ausgleichen wollen.

Freiwillig nachzahlen können noch Mütter, die mit ihrer angerechneten Zeit für die Kindererziehung nicht auf die Mindestwartezeit von 5 Jahren kommen. Auch kann für Ausbildungszeiten vor dem 17. bzw. nach dem 25. Lebensjahr nachgezahlt werden.

Basisversorgung mit Extras

Insgesamt sollte auf die gesetzliche Rente im Mix der Altersvorsorge nicht verzichtet werden. Sie ist zwar grundsätzlich weniger flexibel als private Vorsorgeprodukte. Doch sie kommt völlig ohne Provisionen aus, die am Ertrag nagen und passt die Renten auch der Inflation an. Ganz abgesehen von Leistungen wie etwa medizinischen Reha-Behandlungen nach Krankheiten. Obendrein bietet sie lebenslangen Schutz für Hinterbliebene.

Wie viel ein freiwilliger Beitrag zur Rentenversicherung letztlich bringt, ist vom Einzelfall abhängig und sollte vorsorglich in einem professionellen Beratungsgespräch ermittelt werden. Eines aber steht fest: Rein rechnerisch ist etwa eine Einmalzahlung vor allem eine Wette auf ein langes Leben.

28. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.