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So öffnen sich Anleger die Tür zu Aktienmärkten weltweit

Bei aller Globalisierung: Als Privatanleger kann man nicht überall auf dieser Welt einfach interessante Aktien kaufen.

Viele Länder halten bewusst fremde Investoren fern oder erlauben nicht, dort über einen Broker ein Depot zu eröffnen. Das aber ist die Mindestvoraussetzung, wenn man Wertpapiere an einer ausländischen Börse handeln will.

Hinterlegungsschein für Aktie: Umweg über indirektes Investment

Die Lösung ist ein Hinterlegungsschein. Die Aktie erwirbt man dabei nicht direkt, sondern über einen solchen Schein, der international als Depositary Receipt bezeichnet wird. Der verbrieft den Besitz an einer Aktie. Verbriefung bedeutet, dass man das Recht hat, den Schein jederzeit gegen die vereinbarte Menge an hinterlegten Aktien einzutauschen. Diese Hinterlegungsschein-Aktie öffnet Anlegern die Tür zu fremden Märkten.

Hinterlegungsscheine werden auf Aktien, Bruchteile von ihnen oder mehrere Papiere angeboten. Anbieter sind Banken bzw. Broker, die das Emissionsprogramm auflegen und hierzulande vermarkten. Sie beauftragen einen Treuhänder vor Ort, der die Aktien in einem Sperrdepot hinterlegt. So sind sie als Sondervermögen vor einer Insolvenz geschützt.


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Damit unterscheiden sich Hinterlegungsscheine von Zertifikaten, mit denen sie übrigens nicht zu verwechseln sind, obwohl sie häufig so genannt werden. Das wiederum kommt vom englischsprachigen Gebrauch, Depositary Receits kurz als certificates zu bezeichnen.

Anleger und Firmen sparen Aufwand

Auf diesem Umweg können die jeweiligen Firmen auch deutsche Anleger ansprechen, die ihrerseits sonst kaum an deren Aktien kämen. Oft ist es für die Unternehmen schlicht eine Hürde, ihre Aktien über aufwändige Zertifizierungsverfahren in den einzelnen Ländern zu platzieren. Das Vorgehen eignet sich aber auch für etliche Schwellenländer, russische, indische, chinesische oder auch koreanische Titel.

Wer es beispielsweise auf Samsung Aktien absieht, der erspart sich, in Seoul ein Konto zu eröffnen, um an der dortigen Börse zu handeln oder sich umständlich als ausländischer Investor registrieren zu lassen. Über einen Hinterlegungsschein sind die Aktien auch für deutsche Interessenten handelbar. Erkennbar sind die internationalen Papiere am Zusatz Global Depositary Receits (GDR).

GDRs und ADRs

Verbreitet sind zudem American Depositary Receipts (ADR). Hier handelt es sich um Aktien, die Unternehmen in den USA an die Börse bringen und auf die Anleger weltweit über ADRs zugreifen können. Das Vorgehen ist dasselbe, nur die Kürzel sind verschieden. Chinas Internet-Riese Alibaba etwa entschied sich für die New Yorker Börse und wurde in Frankfurt nur über ADRs gehandelt.

Der Nachteil bei Hinterlegungsscheinen: Sie gibt es meist nur in begrenzter Stückzahl, was sie weniger handelbar und die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs größer macht. Spreads und Transaktionskosten sind teurer. Abgesehen davon aber unterscheiden sich Hinterlegungsscheine von Aktien weder im Kurs noch in Bezug auf Dividenden. Die bekommen Anleger ausgeschüttet. Nur eben läuft das über die Depotbank, die zudem die Stimmrechte für die Anleger wahrnimmt.

Aktienersatz als problemlose Lösung

Mit GDRs und ADRs begibt man sich in eine gewisse Abhängigkeit von der Bank, auch was Gebühren und den Informationsfluss angeht. Beachten sollte man zudem das Wechselkursrisiko, wenn etwa ADRs in US-$ ausgestellt werden.  Ansonsten ist ein Hinterlegungsschein ein Aktienersatz, der sich problemlos wie heimische Aktien kaufen und verkaufen lässt.

Mit dieser Konstruktion arbeiten übrigens auch deutsche Unternehmen. SAP Aktien beispielsweise lassen sich über von US-Banken herausgegebene ADRs kaufen. Damit spricht die Walldorfer Softwareschmiede amerikanische Anleger an und erweitert die Investorenbasis, und zwar ohne ein aufwändiges Listingverfahren in den USA. Dort kamen die Hinterlegungsscheine bereits 1927 auf, als dortige Investoren einen Weg suchten, Verbote und Restriktionen bei Auslandsinvestitionen zu umgehen.

3. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.