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So planen Sie Ihre Aktienkäufe

Um als Privatanleger keine falsche Investition zu tätigen, ist es beim Aktienkauf wichtig, über das Unternehmen gründlich informiert zu sein. Mit einer Unternehmensanalyse können sich Anleger über verschiedene Kennzahlen ein Bild verschaffen und auf Basis dessen beurteilen, ob sich ein Investment lohnt.

Dabei gibt es verschiedene Werte, anhand derer die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens festgestellt werden kann. Neben der Dividendenrendite sind besonders das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das Kurs-Umsatz-Verhältnis und das Kurs-Buchwert-Verhältnis aussagekräftige Kennzahlen bei der Aktienauswahl.

Die Dividendenrendite setzt Aktienkurs und Dividende in Relation

Um die Dividendenrendite einer Aktie zu bestimmen, müssen Anleger Dividende und Aktienkurs zueinander ins Verhältnis setzen. Je höher der prozentuale Anteil der Dividende am Aktienkurs ist, desto rentabler kann ein Aktienkauf sein. Die Berechnung der Dividendenrendite erfolgt mit dieser Formel:

Formel  

Dividendenrendite berechnen

?
Als Grundlage der Dividendenbeurteilung dient in der Aktienanalyse die Dividendenrendite. Sie stellt eine Beziehung zwischen den ausgeschütteten Erträgen einer Aktie und dem aktuellen Kurs der Aktie her.
$$\bo\text"Dividendenrendite" = (\text"Dividende" / \text"Aktienkurs"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Je niedriger das Kurs-Gewinn-Verhältnis, desto besser

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist in einer Unternehmensanalyse eine Kennzahl, die etwas über die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens aussagen kann. Dafür wird der aktuelle Aktienkurs mit dieser Formel ins Verhältnis zum Gewinn gesetzt:

Formel  

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

?
Mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) kann untersucht werden, wie billig oder teuer eine Aktie im nationalen oder internationalen Vergleich abschneidet.
$$\bo\text"KGV" = \text"aktueller Aktienkurs" / \text"Gewinn je Aktie"$$
Ergebnis berechnen

Grundsätzlich gilt, dass Aktien mit einem KGV niedriger als 12 als günstig bewertet gelten. Dank des KGV können Unternehmen verglichen werden, allerdings müssen die jeweilige Branche und ihre Wachstumsstärke dabei beachtet werden.


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Der Nachteil ist jedoch, dass das KGV nicht für die Zukunft berechnet werden kann – höchstens mit geschätzten Werten. Ein weiterer Punkt ist, dass Unternehmen ihren Gewinn im Rahmen ihrer Bilanzpolitik schönen können und Ergebnisse dadurch verzerrt sein können.

Das KUV setzt den Umsatz eines Unternehmens mit dem Kurs der Aktie in Zusammenhang

Auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) ist eine weitere Kennzahl, die Anlegern bei der Entscheidung für ein Investment helfen kann. Je niedriger das Verhältnis zwischen Aktienkurs und Umsatz ist, desto besser steht es um ein Unternehmen. Werte unter 1 gelten als positiv und können für ein gutes Investment sprechen. Das KUV kann auf zwei Weisen berechnet werden:

Formel  

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) berechnen: Methode A

?
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) vergleicht die Marktkapitalisierung eines Unternehmens mit dessen jährlichen Umsatz. Als Faustformel gilt: Je niedriger das KUV, desto günstiger kaufen Sie eine Aktie ein.
$$\bo\text"KUV" = \text"Marktkapitalisierung" / \text"Umsatz des Unternehmens"$$
Ergebnis berechnen

oder

Formel  

Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) berechnen: Methode B

?
Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) vergleicht die Marktkapitalisierung eines Unternehmens mit dessen jährlichen Umsatz. Als Faustformel gilt: Je niedriger das KUV, desto günstiger kaufen Sie eine Aktie ein.
$$\bo\text"KUV" = \text"aktueller Aktienkurs" / \text"Umsatz je Aktie"$$
Ergebnis berechnen

Das Problem beim KUV ist, dass es nicht immer branchenübergreifend funktioniert, da es Unternehmen gibt, die aufgrund einer niedrigeren Marge einen höheren Umsatz benötigen, um auf den gleichen Wert des Unternehmens zu kommen.

Was das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) über ein Unternehmen aussagt

Das KBV sagt etwas über die Substanz eines Unternehmens aus und welche tatsächlichen Werte vorhanden sind. Dafür wird der Buchwert pro Aktie berechnet und durch den aktuellen Aktienkurs geteilt. Werte unter 1 gelten wie auch beim KUV als positiv.

Dabei wird allerdings nur der bilanziell ausgewiesene Buchwert berücksichtigt. Der Nachteil dieser Kennzahl ist, dass stille Lasten oder stille Reserven nicht mit einberechnet sind, sodass es besonders bei Immobiliengesellschaften und Beteiligungsgesellschaften zu verfälschten Werten kommen kann.

Ein Beispiel anhand der Bayer-Aktie

Die Dividendenrendite der Bayer-Aktie lag 2013 bei 2,06 %. Dieser Wert ist solide, aber mit 3 oder 4 % sind andere Aktien (E.ON, Münchner Rück, Allianz) in der Hinsicht rentabler. Das KGV der Bayer-Aktie lag 2013 bei 26,40, was den Titel als zu teuer einstuft. Auch das KUV von 2,1 und das KUB von 4,07 machen deutlich, dass die Bayer-Aktie 2013 keine optimale Investition war.

Diese Zahlen nun für die vergangenen 10 Jahre zu betrachten verdeutlicht Anlegern, wie es um die Entwicklung der Bayer-Aktie bestellt ist und ob eine Investition für die Zukunft Sinn machen könnte.

Weitere wichtige Kennzahlen

Auch der Cash-Flow oder die Eigenkapitalquote sind wichtige Kennzahlen, die bei der Aktienauswahl berücksichtigt werden sollten. Sowohl der Cash-Flow als auch das Eigenkapital sind Werte, die von den Unternehmen nicht manipuliert werden können, ganz im Gegensatz zu Umsatz oder Gewinn. So kann der Gewinn beispielsweise durch die Auflösung von Rückstellungen oder Abschreibungen positiver ausfallen, als er es tatsächlich ist.

Anleger sollten sich beim Kauf von Aktien allerdings nie an nur ein oder zwei Kennzahlen orientieren. Um eine fundierte Unternehmensanalyse zu erhalten, sollten die Kennzahlen immer im Zusammenspiel betrachtet und in einen Gesamtkontext eingeordnet werden. Wichtig ist auch, dass die jeweilige Branche betrachtet wird, da Margen und Renditen je nach Branche sehr unterschiedlich sein können.

Quartalszahlen belegen die laufende Entwicklung eines Unternehmens

Anleger sollten sich auch wenn Sie schon ein Depot haben, regelmäßig mit den Kennzahlen eines Unternehmens auseinandersetzen, um einzuschätzen wann Aktien ge- oder verkauft werden sollen. Jedes börsennotierte Unternehmen ist dazu verpflichtet, seinen Anlegern die entscheidenden Kennzahlen in Form eines Jahresberichts vorzulegen.

Auch ein Blick auf die Quartalsberichte kann lohnen, schließlich sind Veränderungen stetig und sollten für einen Kauf oder Verkauf mitberücksichtigt werden. Anleger sollten für einen Aktienkauf immer mehrere Kennzahlen berücksichtigen, da nur ein oder zwei Werte nicht aussagekräftig genug sind.

30. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.