So profitieren Sie einfach vom rasanten Mittelstand

Klar, die wichtigen Indizes sind ein guter Anhaltspunkt dafür, wie profitabel Aktien als Anlageklasse sind. Schon der Blick auf den Dax zeigt ein Plus von über 84% in den letzten fünf Jahren. Ähnlich das Bild beim amerikanischen S&P 500.

Doch es geht noch viel besser. Wie wäre es etwa mit Zuwachsraten von 142% im selben Zeitraum? Gemeint sind nicht irgendwelche Einzeltitel als Glückstreffer, sondern der Mdax mit seinen 50 grundsoliden Unternehmen wie Airbus, Fielmann, Hochtief oder Rheinmetall. Auch im internationalen Vergleich kann kaum ein Index mit dem Mdax mithalten.

Mdax – per ETF das geballte Potenzial abholen 

Die einfachste und günstige Art, davon zu profitieren sind passive Indexfonds, sprich ETFs. Die entwickeln sich parallel zum Index, den sie abbilden. Mit einem Mdax-ETF nimmt man die volle Breite aller mittelgroßen Unternehmen mit, die mit ihrem Börsenwert hinter dem Dax rangieren aber einen Vorteil haben: Ihre Kurspotenziale sind bei weitem nicht so ausgereizt.

Zwar sind sie etwas schwankungsanfälliger als Dax-Titel, doch wer mittel- bis langfristig anlegt, dem kann es dann egal sein, wenn er nicht gerade den falschen Ein- und Ausstiegszeitpunkt erwischt. Für den Mdax gibt es ETFs in verschiedenen Formen, auch als taktische Short-Variante gegen fallende Kurse oder als Sparplan in übersichtlichen Raten.

In der Grundform long, bei der es um steigende Kurse geht, sind derzeit fünf ETFs im Angebot. Typischerweise verlangen sie alle keinen Ausgabeaufschlag. Allerdings ist bei den geringeren Fondsvolumina und der höheren Volatilität gegenüber Dax-ETFs die Gesamtkostenquote TER etwas höher. Die Commerzbank-Tochter ComStage verlangt 0,30%, ebenso der Sparkassen-Ableger Deka. BlackRock-Anbieter iShares berechnet 0,51% und Lyxor von Société Générale will 0,40%.

Thesaurierende Fonds mit Zinseszinsen

Dafür liegen die Mdax-ETFs in der aktuellen Konsolidierungsphase nur halb so tief im Minus wie die Dax-ETFs. In der Art der Indexabbildung finden sich sowohl physisch replizierende als auch synthetische Produkte. Physisch bedeutet, dass alle Aktien des Index vollständig enthalten sind. Bei synthetischen ETFs wird die Wertentwicklung über ein Tauschgeschäft mit einer Bank garantiert.

Lyxor setzt traditionsgemäß auf einen synthetischen ETF, Deka und iShares bevorzugen die Urform der direkten Replikation. ComStage bietet beide Varianten – zudem jeweils als ausschüttender und thesaurierender ETF. Auch der Fonds von Deka und iShares ist thesaurierend, der von Lyxor wiederum ausschüttend.

Ob Dividenden direkt ausgezahlt oder im Fonds wiederangelegt werden, ist Geschmacksache. Im ersten Fall kann man über die Zahlungen frei verfügen, im zweiten profitiert man über die automatische Wiederanlage vom Zinseszinsffekt. Der macht sich bei langfristigen Anlagen bemerkbar.

Short-ETF nur mit Erfahrung

Wer taktisch von fallenden Kursen profitieren will, findet als einziges Short-Produkt einen physischen ETF von ComStage, der letztes Jahr aufgelegt wurde. Seine Gesamtkostenquote beträgt 0,44%. So wie alle Short-Produkte hat aber auch dieser ETF seine Eigenheiten und Tücken, die man unbedingt kennen sollte. Der Leerverkauf kann riskant werden und funktioniert nur über kurze Zeit. Optionen oder Optionsscheine sind mitunter die bessere Variante.

Kostenlose Sparpläne ab 100 €

Für den, der sein Investment lieber mit überschaubaren Beträgen langsam aufstockt, werden zu allen Mdax-ETFs zwei oder drei Sparpläne angeboten, für Lyxor sogar acht. Zu den Anbietern zählen etwa Flatex Comdirect, Consorsbank oder OnVista Bank. Die volle Palette gibt es bei Sparraten ab 100 € im Monat. Bei 25 € oder 50 € sind es weniger. Generell fallen keine Gebühren fürs Depot an, für die Sparraten nur teilweise – zwischen 1,5% und 2,95%.

Was nun das beste Produkt ist, hängt von der persönlichen Konstellation sowie der Höhe der Sparraten ab. Insgesamt liegt der entscheidende Vorteil dieser Sparform in der hohen Effizienz aufgrund der niedrigen Kosten und der Flexibilität. Sparraten lassen sich bei Bedarf ändern oder aussetzen.

Allerdings ist in den meisten Fällen das erzielte Endvermögen nicht so groß wie bei einer Einmaleinlage. Generell sind ETFs mit Gebühren um Nullkomma-Bereich wesentlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds, von denen die meisten ohnehin nicht besser abschneiden.

19. Dezember 2016

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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