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So realisieren Sie Vorteile bei der Erbschaft-/Schenkungsteuer

Die Erbschaft-/Schenkungsteuer wird auf den sogenannten „steuerpflichtigen Erwerb“ erhoben. Um diesen Betrag zu ermitteln, fasst das Finanzamt alle einzelnen Gegenstände Ihrer Erbschaftsteuer- oder Schenkungsteuererklärung zusammen, die unentgeltlich übertragen worden sind.

Ist der Wert hoch, ist auch die Erbschaft-/Schenkungsteuer hoch. Das heißt, je höher der Wert der einzelnen Gegenstände insgesamt ist, desto mehr Steuern müssen Sie zahlen.

Schenkungssteuer: Steuerklasse entscheidet über die Höhe

Die Höhe der Erbschaft-/Schenkungsteuer hängt ganz wesentlich von der Steuerklasse ab. Denn der persönliche Freibetrag, den Sie vom unentgeltlichen Erwerb abziehen können, richtet sich nach Ihrer Steuerklasse. Außerdem müssen Sie auf den steuerpflichtigen Erwerb unterschiedlich hohe Steuersätze anwenden, die sich ebenfalls nach der Steuerklasse richten. Es gibt drei Steuerklassen:

Steuerklasse I

  1. Ehegatte,
  2. Kinder und Stiefkinder,
  3. Abkömmlinge der in Nummer 2 genannten Kinder und Stiefkinder,
  4. Eltern und Großeltern bei Erwerben von Todes wegen.

Steuerklasse II

  1. Eltern und Großeltern, soweit sie nicht zur Steuerklasse I gehören,
  2. Geschwister,
  3. Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern,
  4. Stiefeltern,
  5. Schwiegerkinder,
  6. Schwiegereltern,
  7. geschiedene Ehegatten.

Alle übrigen Erwerber fallen unter die Steuerklasse III.

Steuersätze

Es gelten bei der Erbschaft-/Schenkungsteuer folgende progressive Steuersätze seit 2010:

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließlichVomhundertsatz in der Steuerklasse (in %)
IIIIII
75.000 €71530
300.000 €112030
600.000 €152530
6.000.000 €193030
13.000.000 €233550
26.000.000 €274050
über 26.000.000 €304350

Härteausgleich bei der Steuerberechnung

Die Erbschaft-/Schenkungsteuer hat feste Tarifstufen bei den Steuersätzen. Das führt in den Grenzbereichen dieser Tarifstufen zu Härten. Denn die Steuer steigt von einer Tabellenstufe zur nächsten sprunghaft an. Um die steuerlichen Nachteile zu mildern, sieht das Gesetz einen sogenannten „Härteausgleich“ vor. Kalkulieren Sie deshalb einen solchen Härteausgleich bei der Berechnung Ihrer steuerlichen Belastung direkt mit ein.

Beispiel: Sie schenken Ihrem Bruder (Steuerklasse II) 75.000 € (nach Abzug von Freibeträgen). Dafür muss der Bruder nach der Steuertabelle einen Betrag von (75.000 € x 15% =) 11.250 € zahlen. Schenken Sie ihm dagegen nur 100 € mehr, müsste der Bruder – wenn es den Härtausgleich nicht gäbe – insgesamt 20% des steuerpflichtigen Erwerbs als Schenkungsteuer zahlen, also 15.020 €. Das vermeidet der Härteausgleich. Für den sogenannten „Mehr“-Erwerb von 100 € braucht der Bruder maximal die Hälfte an das Finanzamt zu zahlen.

Gelegenheitsgeschenke sind steuerfrei

Sie brauchen natürlich nicht jede Schenkung beim Finanzamt zu versteuern. Denn die üblichen Gelegenheitsgeschenke sind steuerfrei und interessieren das Finanzamt nicht. Der Begriff „Gelegenheitsgeschenk“ wird in der Praxis allerdings unterschiedlich großzügig interpretiert. Für die Steuerfreiheit brauchen Sie jedenfalls eine „Gelegenheit“ und außerdem muss das Geschenk „üblich“ sein. Wenn Sie Zweifel haben, ob das Geschenk die Voraussetzungen erfüllt, sollten Sie die Frage mit dem Finanzamt klären.

Achten Sie aber darauf, dass das Geschenk nicht „aus dem Rahmen fällt“. Zwar muss das Finanzamt bei der Prüfung, ob das Geschenk „üblich“ ist, auch den Wert des Geschenktes. Bei einer sehr vermögenden Person muss das Finanzamt auch einen wertvollen Gegenstand noch als Gelegenheitsgeschenk steuerfrei lassen. Sobald jedoch die Vermögensverhältnisse verschoben werden sollen, wäre auch ein wertvolles Geschenk nicht mehr steuerfrei.

Nutzen Sie diese „Gelegenheiten“, um steuerfrei zu schenken:

  • bestandene Abiturprüfung, Gesellenprüfung, usw.
  • Einweihung eines Hauses
  • Geburt eines Kindes
  • Geburtstag
  • Hochzeit, Silberhochzeit, Goldhochzeit
  • Jubiläum
  • Kommunion
  • Konfirmation
  • Richtfest
  • Taufe

2. November 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Irmelind Koch
Von: Irmelind Koch. Über den Autor

Irmelind Koch ist ausgewiesene Steuerexpertin mit den Interessenschwerpunkten Grundstücksbewertung und Nachfolgeplanung sowie erfolgreiche Autorin mehrerer Steuerratgeber.