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So setzen Sie Handwerkerkosten geschickt ab

Die Regenrinne tropft, die Fassade benötigt dringend einen neuen Anstrich und im Badezimmer sind die Bodenfliesen gesprungen. Diese und andere Probleme kennen viele Eigenheimbesitzer, die für die Instandhaltung ihres Hauses selbst verantwortlich sind. Wer keine Lust oder Zeit hat oder wem die Fähigkeiten fehlen Reparaturarbeiten selber durchzuführen, beauftragt einen Handwerker.

Wenn Eigenheimbesitzer einige Regeln beachten, können sie die Handwerkerkosten von der Steuer absetzen und auf diese Weise auch in 2015 wieder sparen. Um möglichst viel rauszuholen ist das Timing entscheidend, da jedes Jahr nur ein bestimmter Betrag abzugsfähig ist.

Handwerkerkosten anteilig absetzen

Um Handwerkerkosten absetzen zu können ist es notwendig, dass die Arbeiten in den eigenen vier Wänden oder auf dem dazugehörigen Grundstück durchgeführt werden. Ganz wichtig, um die Handwerkerkosten auch wirklich absetzen zu können, ist eine Rechnung! Diese sollte belegen, dass nicht bar, sondern per Überweisung bezahlt wurde – andernfalls erkennt das Finanzamt den Beleg nicht an.

20 % der Lohnkosten können Eigenheimbesitzer geltend machen. Auch Fahrtkosten und Verbrauchsmittel wie Klebeband oder Abdeckplane können von der Steuer abgesetzt werden. Materialkosten für Fliesen oder Farbe können jedoch nicht geltend gemacht werden. Die Grenze für den Abzug von Handwerkerkosten liegt im Jahr bei 6.000 €, wovon 20 % geltend gemacht werden können, also 1.200 €.

Arbeiten, die abgesetzt werden können sind sowohl die Schaffung neuen Wohnraums (wenn eine Garage beispielsweise zum Wintergarten umgebaut wird) als auch Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen.

Reparaturarbeiten nach Möglichkeit zu verschieben zahlt sich aus

Für Eigenheimbesitzer lohnt es sich, Handwerkerarbeiten wenn möglich zeitlich zu planen. Wurden in einem Jahr bereits neue Fliesen verlegt, mit denen der höchste abzusetzende Betrag von 1.200 € bereits erreicht wird, empfiehlt es sich mit einer weniger dringenden Reparatur bis zum nächsten Jahr zu warten.

Eine Dusche, die im Dezember anfängt zu tropfen erst Anfang Januar reparieren zu lassen kann sich lohnen, da die Lohnkosten der Reparatur dann im nächsten Jahr wieder abgesetzt werden können. Für das laufende Jahr wurde der Höchstbetrag bereits ausgeschöpft.

Singles, die gemeinsam einen Haushalt bewohnen, können den Gesamtbetrag von 1.200 € nur einmalig von der Steuer abziehen, nicht zweimal.

Gesonderte Regeln für Vermieter

Für Vermieter gilt, dass sie nicht nur Lohn-, Fahrt- und Verbrauchskosten, sondern auch die Materialkosten von der Steuer absetzen können. Auch der Anteil von 20 % gilt für sie nicht. Wird ein Haus von seinem Besitzer nicht selbst genutzt, sondern anderen zur Miete überlassen, können Handwerkerrechnungen beim Finanzamt komplett geltend gemacht werden.

Vermieter müssen also nicht wie Eigenheimbewohner mit den Freibeträgen taktieren. Eigenheimbewohner sollten dies unter Umständen in weniger dringenden Fällen tun, da sie auf diese Weise Geld sparen können. Reparaturen ins nächste Jahr zu schieben kann sich dann lohnen, wenn der Freibetrag für das laufende Jahr bereits ausgeschöpft wurde. Ein intaktes Haus in einem guten Zustand ist jedoch das wichtigste, weshalb die Dringlichkeit einer Reparatur von Fall zu Fall abgewogen werden sollte.

19. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.