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So sparen Sie Steuern bei der Abfindung

Es passiert nicht allzu oft in einem Arbeitsleben: Für den Abschied vom Arbeitsplatz wird eine finanzielle Abfindung angeboten. Aber kaum ist der vereinbarte Betrag auf dem Konto gelandet, verlangt das Finanzamt seinen Anteil.

Denn Abfindungen sind grundsätzlich sofort und in voller Höhe zu versteuern. Seit 2006 gibt es keine Freibeträge mehr. Dennoch ist es möglich, auch bei der Abfindung Steuern zu sparen.

Wenn ein Arbeitnehmer seine Abfindung in Beiträge zur Altersvorsorge umwandelt, kann er in den Genuss von steuerlichen Vergünstigungen gelangen. Interessant ist diese Variante in erster Linie für jene, die bereits Beiträge zu einer betrieblichen Altersvorsorge geleistet haben.

Daneben können Durchschnittsverdiener auch von der so genannten Fünftelregel profitieren. Dabei hilft diese Fünftelregel allerdings nur denen, die die erst durch die Abfindung in eine höhere Steuerklasse geraten.

Mit der Abfindung Lücken in der Altersvorsorge schließen

Wer bei der Abfindung Steuern sparen möchte, kann diese vollständig oder teilweise in seine Altersvorsorge stecken. Hierfür spricht auch: Ein frühes Ausscheiden aus dem Berufsleben verringert die späteren Leistungen der gesetzlichen Rentenkasse. Wer hier nicht entgegensteuert, muss sich im Ruhestand einschränken.

Wenn der Arbeitnehmer nämlich bereits in eine betriebliche Altersvorsorge (nach § 40b EStG) eingezahlt hat, kann er auch bei einer Abfindung mit einer niedrigeren Besteuerung davonkommen.

Voraussetzung ist: Der Arbeitnehmer darf sich den Betrag nicht bar auszahlen lassen sondern muss diesen in eine neue Direktversicherung einbringen. Dadurch ermäßigt sich der individuelle Steuersatz auf nur mehr 20 %. Je nach Jahreseinkommen müssen Arbeitnehmer ansonsten bis 45 % berappen.

Und es gibt hierbei sogar noch eine Lücke. Ersatzweise reicht als Voraussetzung um in den Genuss der Ermäßigung zu gelangen eine so genannte „Altzusage“ auf betriebliche Altersversorgung aus der Zeit vor 2005.

Alternativ zur betrieblichen Altersversorgung kann die Abfindung mit den Steuervorteilen auch in die so genannte Rürup-Rente eingezahlt werden. Empfehlenswert ist, in jedem Fall rechtzeitig mit der Personalabteilung oder dem Finanzamt zu sprechen.

Mit der Fünftelregel unmittelbar Steuern sparen

Von der so genannten Fünftelregel profitieren in erster Linie Durchschnittsverdiener. Grundsätzlich stellt sich die Richtlinie wie folgt dar: Rechnerisch wird die Abfindung nur zu einem Fünftel angesetzt und die darauf entfallende tarifliche Einkommensteuer anschließend verfünffacht. Dabei profitieren allerdings nur diejenigen, die weniger als 52.882 € brutto verdienen und die erst wegen der Abfindung in einer höheren Steuerklasse eingestuft werden.

Die Fünftelregel wie die Umleitung der Abfindung in die betriebliche Altersvorsorge sind probate Mittel Steuern zu sparen. Auch wenn diese Gelegenheiten in der Umsetzung mit einiger Mühe verbunden sind: Wer bares Geld sparen kann, sollte diese Chance auch nutzen. Arbeitnehmer, die eine Abfindung erwarten, können sich auch bei ihrem Steuerberater oder ihrem Finanzamt über die vorhandenen Möglichkeiten informieren.

1. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.