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So steht es um Europas Chemiebranche

Gleich ob in der Automobil-, der Bau-, Agrar-, Konsumgüter- oder Pharmaindustrie, nichts läuft ohne chemische Grundprodukte. Entsprechend gilt die Chemiebranche als ein stabiler Pfeiler.

Sie bedient konjunkturabhängige und -unabhängige Sektoren gleichermaßen. Wichtige Unternehmen wie BASF, Air Liquide oder Akzo Nobel steuern ihre globalen Geschäfte von Europa aus.

Chemie-Aktien aus Europa: Branche im Umbruch

Lange Zeit galten Chemie-Aktien aus Europa für Anleger als sichere Bank. Doch die Branche ist im Umbruch und die Papiere entwickelten sich die letzten zwölf Monate sogar schlechter als der Gesamtmarkt. Abzulesen ist das etwa am Stoxx Europe600 Chemicals, in dem sich die Chemie-Aktien aus Europa finden lassen.

Ließ die Branche Ende 2012 ihre Krise seit 2009 hinter sich, gab der Aufschwung nach 2014 wieder nach. Fürs laufende Jahr 2016 geht allein die deutsche Chemieindustrie als Schwergewicht von einem Umsatzrückgang um 1% aus. Zurückgeführt wird das zum Teil auf verschiedene Krisen – Stichwort Ukraine und Russland. Vor allem jedoch hinterlässt die Konjunkturabkühlung in China Spuren.


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Karten werden neu gemischt

Davon abgesehen sorgt das internationale Fusionskarussell für Unsicherheit: In den USA gehen Dow Chemical und Du Pont zusammen. ChemChina interessiert sich für die Schweizer Syngenta AG. Teile der ebenfalls Schweizerischen Ineos-Gruppe gehen an den polnischen Konzern Synthos. Evonik kauft in Amerika zu. Und Bayer pokert um Monsanto, das seinerseits die Agrarsparte von BASF kaufen will.

Die Karten werden also neu gemischt, und das schon länger. Die Chinesen sind auf dem Vormarsch und konnten ihren weltweiten Anteil in den zehn Jahren bis 2014 von 10% auf über 37% ausbauen. Gleichzeitig sanken die Anteile Europas von 32% auf 18%.

Doch Umsätze allein sind nicht alles. Die Branche orientiert sich zunehmend an besseren Margen und strukturiert seit geraumer Zeit gewaltig um: weg von der Basischemie hin zur Spezialchemie. Die europäischen Chemieunternehmen werden zunehmend selbst ihr wichtigster Kunde.

Was zuversichtlich stimmt: Die Auftragsbücher sind voll und die Produktionsauslastung liegt bei 84%. Außerdem haben die Chemikalienpreise im letzten Jahr angezogen, was für höhere Margen sorgt.

Spezialist Akzo Nobel will durchstarten

Unter den Chemie-Aktien Europas ist beispielsweise der niederländische Spezialchemikalien-Hersteller Akzo Nobel erwähnenswert. Hauptgrund: Akzo Nobel erhielt nach anhaltendem Abwärtstrend Ende 2012 einen neuen Vorstand, der anfing, das Unternehmen umzubauen. Wie etwa Linde zeigt, kann dies nach einigen Jahren Früchte tragen.

In letzter Zeit lag die Aktien-Performance des Lack- und Farbenspezialisten wieder auf Höhe der europäischen Gesamtbranche. Derzeit liegt das KGV mit 13,5% niedriger als zuvor. Obwohl die Analysten geteilter Meinung sind, ist es eine Gelegenheit auf Potenziale zu setzen.

Zwar schlägt der jüngste Aufkauf der Lacksparte von BASF mit 500.000 € zu Buche, doch damit stärkt das Unternehmen seine Ausrichtung. Akzo Nobel ist international aufgestellt und mit 45.600 Mitarbeitern in 80 Ländern aktiv. Der Umsatz konnte 2015 auf fast 14,85 Mrd. € zulegen, noch deutlicher Gewinn und Ergebnis pro Aktie, das bei 3,39 € liegt.

Insgesamt wird die Zukunft der europäischen Chemiebranche mit verhaltenem Optimismus betrachtet. Vieles wird zudem vom Ölpreis und dem Eurokurs abhängen. Stabiler und unabhängiger zeigt sich in der Hinsicht vor allem die Sparte Pharma-Chemie. Stieg der Export letztes Jahr gerade in die amerikanische NAFTA-Region, wird der asiatische Markt künftig immer bedeutender.

10. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.