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So stellen Sie einen Elternzeitantrag

Der eigene Nachwuchs ist ein ganz besonderes Ereignis im Leben von frischgebackenen Eltern und das größte Glück. Damit dieses Glück auch noch über die Geburt und die ersten Tage hinaus genossen werden kann, entscheiden sich viele Eltern für die Elternzeit.

In der Elternzeit sind Eltern in der Regel von der Arbeit freigestellt und erhalten in der Zeit auch kein Geld von ihrem Arbeitgeber. Sie können Elterngeld in Anspruch nehmen, müssen dafür aber erst den Elternzeitantrag stellen. Dieser muss sieben Wochen vor dem Eintritt in die Elternzeit dem Arbeitgeber vorliegen und kann einen Zeitraum von bis zu drei Jahren abdecken.

Den Elternzeitantrag frühzeitig stellen

Jedem Elternteil stehen drei Jahre pro Kind zu, die an Elternzeit genommen werden können. Ob Eltern die drei Jahre am Stück nehmen oder aufteilen, können sie individuell für sich und miteinander entscheiden. Sie müssen dies nur rechtzeitig bei ihrem Arbeitgeber ankündigen.

Mindestens sieben Wochen vor dem Beginn der Elternzeit sollten Eltern ihren Arbeitgeber über ihr Vorhaben informieren. Ausnahmen gibt es bei Frühgeburten oder Adoptionen – in diesen Fällen wird auch ein späterer Antrag genehmigt. Der Elternzeitantrag muss schriftlich eingereicht werden, viele Unternehmen halten dafür vorgefertigte Formulare bereit.

Die Elternzeit wird nur zum Teil durch das Elterngeld unterstützt

Auch Elterngeld können werdende Eltern beantragen. Es hängt vom Nettogehalt ab und ist für einen Elternteil auf 12 Monate begrenzt. Über zwei Partnermonate kann das Elterngeld auf 14 Monate erweitert werden, wenn beide Elternteile Elterngeld in Anspruch nehmen. Der Anspruch auf 14 Monate Elterngeld besteht auch für Alleinerziehende.

Eltern können die 14 Monate unter sich frei aufteilen – auch sieben Monate für jeden Elternteil sind möglich. Elterngeld ist eine Leistung des Bundes und kann bei den Versorgungs-, Familien- und Jugendämtern der Stadt beantragt werden. Die kürzere Dauer des Elterngeldes im Gegensatz zur möglichen Elternzeit, die über die 14 Monate hinaus nicht vom Arbeitgeber finanziell unterstützt wird, soll den Anreiz schaffen früh wieder arbeiten zu gehen.

Entscheiden sich Eltern dafür, das Elterngeld auf 28 Monate zu strecken (Elterngeld Plus), erhalten sie jeweils nur die Hälfte der sonstigen Auszahlung, weshalb dieser Zeitraum nicht für jeden in Frage kommt.

Sonderkündigungsschutz nutzen, um Elternzeitantrag zu stellen

Grundsätzlich dürfen sich Arbeitgeber nicht gegen eine Elternzeit wehren, denn der Anspruch besteht auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers. Dennoch kommt es immer wieder zu Kündigungen, wenn die Elternzeit früher als sieben Wochen angekündigt wird und der Arbeitgeber nicht einverstanden ist.

Zwar sehen die meisten Arbeitgeber die Elternzeit als unproblematisch an, vor bösen Überraschungen ist allerdings niemand geschützt. Acht Wochen bevor die Elternzeit beginnt, beginnt der Sonderkündigungsschutz eines Arbeitnehmers. In Anbetracht der Frist von sieben Wochen für die Beantragung der Elternzeit bleibt also genau eine Woche, um den Antrag zu stellen, ohne dass mit negativen Konsequenzen gerechnet werden muss.

Eltern sollten nicht von vorneherein drei Jahre verplanen

Zwei Jahre der Elternzeit können auf verschiedene Abschnitte bis zum dritten Geburtstag des Kindes verteilt werden. Wird nur ein Jahr genommen, verfällt das zweite Jahr. Werden zwei Jahre genommen, kann das dritte Jahr entweder direkt im Anschluss genommen werden oder auf den Zeitraum zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes verschoben werden.

Nimmt also eine Mutter zwei Jahre Elternzeit von der Geburt bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes, kann sie das dritte Jahr vom zweiten bis zum dritten Geburtstag des Kindes nehmen. Sie muss dann ihren Arbeitgeber wieder mindestens sieben Wochen vor Ablauf der Elternzeit schriftlich informieren

Sie kann das dritte Jahr Elternzeit aber auch im fünften oder sechsten Lebensjahr des Kindes für ein Jahr nehmen, wenn sie sich nicht von vorneherein auf drei Jahre am Stück festgelegt hatte. Nimmt sie nur ein Jahr Elternzeit nach der Geburt des Kindes, verfällt der restliche Anspruch auf Elternzeit.

Was Eltern wissen müssen

Eltern können statt der kompletten Freistellung auch eine Teilzeitarbeit in ihrem Betrieb beantragen. Bis zu 30 Stunden die Woche dürfen dann gearbeitet werden, allerdings nur in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern. Nach dem Ende der Elternzeit haben Eltern zwar keinen Anspruch auf denselben Arbeitsplatz im Unternehmen, sondern auf einen gleichwertigen.

Den Antrag sollten sie unbedingt sieben Wochen vor dem Eintritt in die Elternzeit stellen, um die Elternzeit nicht nachträglich verweigert zu bekommen. Zudem empfiehlt es sich genau die Woche zu nutzen, die zwischen dieser Frist und dem achtwöchigen Sonderkündigungsschutz liegt. Da sich Arbeitgeber in der Regel bei der Elternzeit aber nicht quer stellen, ist auch ein früherer Eintrag meist kein Problem.

Anträge werden schriftlich beim Arbeitgeber eingereicht und können für verschiedene Zeiträume gestellt werden. Individuelle Absprachen und schriftliche Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber, die für alle Seiten in Ordnung sind, sind das A und O für eine entspannte Elternzeit.

3. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.