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So stimmen Sie Ihre Anlagestrategie auf Ihr Leben ab

Aus der Erkenntnis, dass sich allgemeine Tendenzen erkennen lassen, die auf viele von uns zutreffen, resultiert eine Art finanzielles Lebensphasenmodell, das Ihnen als Orientierung bei Ihren eigenen Anlageentscheidungen von erheblichem Nutzen sein kann.

Das Wichtigste, was uns dieses Modell mitteilt ist, dass bestimmte Anlagestrategien in bestimmten Lebensabschnitten geeigneter sind als in anderen.

Ihre 5 entscheidenden Lebensjahrzehnte im Umgang mit Geld

All dies besagt: Ob Sie kurz vor der Rente stehen oder gerade Ihre berufliche Laufbahn beginnen, ob Sie gerade dabei sind, eine Familie zu gründen oder sich um die Ausbildung und das Studium Ihrer Kinder kümmern müssen – von einer auf solche „Normalphasen“ optimal ausgerichteten Anlagestrategie hängt Ihr langfristiger Anlageerfolg ganz entscheidend ab.

Machen Sie sich dabei klar, dass ein solches Modell nur die Annäherung an Ihre persönliche Wirklichkeit sein kann. Wer über ein großes Vermögen verfügt, kann in derselben Lebensphase wie ein anderer mit weit geringerem Vermögen auch ein sehr viel größeres Risiko eingehen.

Wenn Sie eine Familie mit mehreren noch in der Ausbildung befindlichen Kindern zu versorgen haben, werden sich Ihre Anlageprioritäten sehr viel stärker an den Unwägbarkeiten des Lebens orientieren, als dies bei jemandem der Fall ist, der solche Verpflichtungen nicht hat.

Dennoch stimmen die Phasen Ihres Lebens mit denen anderer Menschen in vielen Faktoren überein.

Ihre 20er Jahre: der Start in den Beruf

Diese Phase steht ganz im Zeichen Ihres Einstiegs in den Beruf. Sie sind voller Optimismus. Ihre Risikofreudigkeit ist groß, weil sich auch Ihre persönlichen Verpflichtungen gegenüber anderen noch in Grenzen halten. Ein Auto muss her, eine Wohnungseinrichtung.

Sobald Sie über einen festen Arbeitsplatz verfügen, eine Lebensbeziehung aufgebaut und nach der Heirat eine Familie gegründet haben, beginnen Ihre Ausgaben rapide zu wachsen.

Dies ist bei den meisten heute gegen Ende ihrer 20er Jahre der Fall. Dann heißt es, zu sparen und/oder für die lebensnotwendigen Anschaffungen erste Kredite aufzunehmen.

Das 1. Ziel vieler junger Familien ist dabei der Kauf oder Bau eines eigenen Hauses oder einer selbst genutzten Eigentumswohnung.

Dafür werden Bausparverträge und vermögenswirksame Sparverträge abgeschlossen, um in den Genuss der staatlichen Förderungen zu kommen, solange das eigene Einkommen noch gering ist. Zu größeren Finanzreserven reicht es in diesem Stadium häufig noch nicht.

Ihre 30er Jahre: Wachstum in allen Bereichen

Diese Periode können Sie als Wachstumsphase begreifen. Ihre Familie wird größer, die Ansprüche an Ihre Arbeit und Ihr berufliches Fortkommen nehmen zu. Wenn Sie gelernt haben, mit Geld umzugehen, legen Sie in dieser Phase den

Grundstein für Ihr eigenes Vermögen: Sie erwerben oder bauen ein Haus.

Die Folge: Ihre finanziellen Belastungen sind gerade in den ersten Jahren erheblich, doch andererseits wächst auch Ihr Einkommen stärker. Wer sich anschickt, in seinem Beruf eine Karriere machen zu wollen, hat gute Chancen auf einen entsprechenden Höherverdienst.

Ihre 40er Jahre: Zeit der Umbrüche

In dieser Phase wächst Ihr Einkommen – nach den größeren Sprüngen in der vorangegangenen Phase – langsamer. Aber die Belastungen aus dem Immobilienerwerb sind nicht mehr so deutlich spürbar. Aus Ihren Kindern werden Jugendliche und Erwachsene.

Jetzt kommen neue Sorgen auf Sie zu: die Finanzierung von Lehre und Studium, die in größeren Familien erhebliche Summen verschlingt. Dies ist oft auch die Phase von enttäuschten Hoffnungen in familiärer wie beruflicher Hinsicht: Viele Ehen brechen auseinander.

Manche versuchen durch einen Berufswechsel, noch einmal neu anzufangen, um enttäuschte Karrierevorstellungen zu verdauen oder einen neuen Anreiz fürs Leben zu finden. Wer unterhaltspflichtig geschieden wird, dem bläst finanziell der Wind ins Gesicht:

Auf Jahre hinaus hat er damit zu tun, die hohen Belastungen zu verkraften. Wem es darin besser ergeht, der hat in dieser Phase häufig den Mut, eine vermietete Zweitimmobilie zu erwerben – aus Anlage- und

Vorsorgegesichtspunkten oder aus Gründen der Steuerersparnis. Wenn die Kinder aus dem Haus gehen, kann es sein, dass sich Ihre Lebensperspektiven noch einmal radikal ändern. Oft ist man dann bestrebt, eheliche Beziehungen noch einmal völlig neu zu gestalten.

Das Lebensalter zwischen 50 und 60 Jahren: Ihr beruflicher Zenit

In dieser Phase erreichen die meisten ihren beruflichen Höhepunkt. Endlich haben sie viel mehr Geld zur Verfügung, nachdem die Kinder auf eigenen Füßen stehen.

Jetzt geht es darum, verschärft den Blick auf das Alter zu lenken, um die zu erwartende Versorgungslücke mit Hilfe von Lebensversicherungen oder anderen Geldanlagen zu schließen.

Dabei ist das Problem für Sie umso größer, je mehr Arbeitseinkommen Sie in diesen Jahren zur Verfügung haben. Um im Rentenalter nicht in ein finanzielles Loch zu fallen, sondern den Lebensstandard halten zu können, gilt es, finanziell mit allen Mitteln zu „klotzen“.

Über 60 Jahre: Zeit der Ernte / Ruhestand

Für den, der gesund geblieben ist und rechtzeitig für finanzielle Substanz gesorgt hat, sind dies die goldenen Jahre des Lebens.

Aus den Mieteinnahmen oder dem Verkauf einer Zweitimmobilie, aus Versicherungsverträgen oder Fondssparplänen lässt sich ein ansehnliches Zusatzeinkommen gewinnen.

Da bleibt womöglich sogar noch Gelegenheit, den Übergang des eigenen Vermögens an die Nachkommen zu regeln. Am Ende zahlt sich dann das aus, was Sie in den vorangegangenen Lebensphasen an Arbeit und Mühe in den systematischen Aufbau Ihres eigenen Vermögens gesteckt haben.

Spar und Kreditphasen im natürlichen Lebenszyklus

Die Abwandlungsmöglichkeiten des Lebensphasenmodells sind beträchtlich. Auch Spar- und Kreditphasen unterliegen dem natürlichen Wandel Ihres Lebens. Ziel dabei sollte es sein, mit Eintritt in den Ruhestand alle gravierenden Schulden getilgt zu haben.

Dann bringt der Wegfall von Zins und Tilgungsleistungen eine erhebliche Entlastung Ihres Haushaltsbudgets mit sich.

18. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.