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Venture Capital-Gesellschaften: Hohe Rendite, Hohes Risiko

Hat es Sie nicht auch in der Vergangenheit immer wieder geärgert, wenn Sie bei der Zeichnung von Aktien neuer an die Börse gebrachter Unternehmen nicht in den Genuss einer Zuteilung gekommen sind? Bei Kursgewinnen von 30, 50 oder 100%  gleich am 1. Tag der Börsennotierung, wie sie möglich sind, kann man schon tränende Augen bekommen, wenn man dabei ganz leer ausgeht.

In der Zeichnung liegt also – jedenfalls unter kurzfristigen Anlagegesichtspunkten – häufig der größte Gewinn. Diesen Umstand machen sich auch Venture-Capital-Gesellschaften (VC-Gesellschaften) zu eigen.

Venture Capital: So funktioniert’s

Venture Capital (VC) ist Teil des weiter gefassten Begriffs „Private Equity“ – Beteiligungskapital, das von Investoren in nicht-börslich gehandelte Unternehmen investiert wird. Venture Capital ist Eigenkapital – die Venture-Capital-Gesellschaften als Kapitalgeber werden so Mitinhaber des Unternehmens.

Die VC-Gesellschaften wiederum erhalten ihr Kapital von Investoren, die auf diese Weise ihr Geld (Gewinn bringend) anlegen wollen.  Es handelt sich dabei um sehr vermögende Personen und insbesondere um so genannte  institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen, Pensionskassen (zur Altersvorsorge ihrer Mitglieder) oder auch große Konzerne. Einige Konzerne wie z. B. BASF oder Siemens haben sogar eine eigene VC-Gesellschaft – so genanntes Corporate Venture Capital.

Absicht der Investoren ist es, mit dem Kapital den Unternehmen den Start bzw. die ersten Jahre bis zur Marktreife zu erleichtern und so den Wert der Unternehmen deutlich zu steigern.  Die Venture-Capital-Gesellschaften als Mitinhaber der Unternehmen unterstützen diese in der Regel nicht nur finanziell, sondern auch mit ihren Erfahrungen und mit ihrem wirtschaftlichen Netzwerk.

VC-Gesellschaften: Hohe Rendite und hohes Risiko

Venture Capital bzw. Wagniskapital ist eine Form von Beteiligungskapital für Unternehmen. Insbesondere junge Unternehmen, die mit ihrer Geschäftsidee noch ziemlich am Anfang stehen (z. B. aus der Umwelt-, Medizin-, Biotechnologie), sind auf Venture Capital angewiesen.

Denn sie gelten als risikoreich und haben es deshalb schwer, Kredite von Banken zu erhalten, da diese mehr auf Sicherheit bedacht sind. Beispiele: Google und Yahoo waren in ihren Anfangszeiten u. a. mit Venture Capital finanziert worden.

So kann sich im glücklichen Fall das eingesetzte Kapital leicht verdoppeln, wenn das Unternehmen die Erwartungen wirklich erfüllt. Diese hohen „Renditen“ sind die Kehrseite des Risikos, dass die eine oder andere Beteiligung am Ende doch nicht aufgeht oder die Gesellschaft das Investment sogar völlig abschreiben muss.

Kapital und Anlagedauer

Nach einigen Jahren – meist sind es etwa drei bis sieben Jahre – verkaufen die VC-Gesellschaften ihre Unternehmensanteile  wieder, z. B. an einen Konzern oder an einen anderen Finanzinvestor, oder sie bringen das Unternehmen an die Börse.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Sie sich an VC-Gesellschaften nur mit Anlagebeträgen von mehreren Mio. € aufwärts beteiligen können. Über VC-Fonds können Sie sich bereits mit Summen ab 25.000 € an diesem lukrativen Geschäft beteiligen. Einzelne Anbieter bieten Ihnen gewerbliche Beteiligungen bereits ab 5000 €.

Welche Vorteile Ihnen Beteiligungen bringen

Eine Beteiligung an Venture Capital-Fonds kann sich also durchaus lukrativ gestalten. Diese Aspekte sprechen dafür:


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  • Bei einer Anlage in VC-Fonds profitieren Sie bis zum möglichen Börsengang oder zu einem entsprechenden Ausstiegs (= Exit) der VC-Gesellschaft am Ende der jeweiligen Beteiligungsphase von den hohen Wertsteigerungen einer solchen Anlage, die in den letzten Jahren durchschnittliche Renditen von 25% und darüber ermöglicht haben.
  • Im Vergleich zu einer Direktbeteiligung an einem sich noch in der Entwicklung befindenden Unternehmen werden Ihre Risiken bei einem Fonds wegen der Ausrichtung der Investments auf mehrere Unternehmen sehr viel breiter gestreut, ohne dass Ihre Anlagechancen dadurch wesentlich geschmälert würden.
  • Beim Erwerb von Aktien von VC-Gesellschaften nehmen Sie zwar nur indirekt an den überproportionalen Wachstumschancen von Beteiligungen teil, weil der Börsenkurs der Aktien immer auch von der Marktentwicklung und Bewertung durch die Börsianer abhängig ist.

Welche Anlagerisiken Sie beachten müssen

Den hohen Renditechancen stehen entsprechend größere Risiken gegenüber, von denen Sie folgende besonders im Auge behalten sollten:

  • Je nach Anzahl der vom Fonds erworbenen Beteiligungen und der Streuung der Mittel auf verschiedene Branchen besteht im Einzelfall immer die Gefahr, daß ein einzelner Fonds nicht die erwarteten Renditen erwirtschaften kann oder Sie am Ende sogar Kapitaleinbußen hinnehmen müssen.
  • Angesichts der inzwischen über 140 allein in Deutschland existierenden und weiter schnell wachsenden Anzahl von VC-Unternehmen besteht die Gefahr, dass Sie Ihr Geld solchen Gesellschaften anvertrauen, die sich nur auf das schnelle Geld aus sind, aber noch über zu wenig Erfahrungen und Personal verfügen, um die wirtschaftlichen Chancen einer Beteiligung richtig einschätzen zu können.

Checkliste: Wie Sie von VC-Gesellschaften am besten profitieren

  • Wenn Sie zu den risikobewußt oder spekulativ eingestellten Anlegern gehören, können Sie bis zu 10% Ihres Depotvermögens in VC-Anlagen investieren.

  • Machen Sie sich klar, dass eine solche Beteiligung – außer beim Kauf von Aktien von VC-Gesellschaften – ein langfristiges Investment darstellt und Sie das dafür eingesetzte Kapital je nach den Bestimmungen des VC- Fonds wenigstens für fünf bis zehn Jahre entbehren können müssen.

  • Wenn Sie Ihr Geld nur mittelfristig auf drei bis fünf Jahre anlegen können, sollten Sie statt auf Fonds ausschließlich auf Aktien von VC-Gesellschaften setzen, die Sie jederzeit an der Börse verkaufen können.

  • Ziehen Sie jene Fonds anderen vor, die sich auf wenigstens zehn bis 20 Unternehmensbeteiligungen stützen und deren Firmenbeteiligungen bereits bei der Zeichnung für Sie klar erkennbar sind.

  • Bei Fonds mit einer geringeren Anzahl von Unternehmensbeteiligungen sollten Sie nur jeweils die Mindestanlagesumme investieren und statt dessen auf mehrere Fonds mit unterschiedlicher Ausrichtung setzen.

  • Zeichnen Sie Fonds, aus denen Sie gewerbliche Einkünfte erzielen und auch die Möglichkeit haben, Verluste steuermindernd geltend zu machen, nur nach ausgiebiger Besprechung mit Ihrem Steuerberater, und ziehen Sie im Zweifelsfall immer vermögensverwaltende Fonds den gewerblichen vor.

20. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Werner Kurzawa
Von: Dr. Werner Kurzawa. Über den Autor

Als ehemaliger Bankkaufmann ist Dr. Werner Kurzawa seit über einem Jahrzehnt freier Wirtschafts und Finanzjournalist und hat zahlreiche Bücher, Zeitschriftenartikel, Fernseh und Rundfunkbeiträge rund um das Thema Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht.