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So versteuern Sie Ihre Betriebsrente

Eine Betriebsrente dient der zusätzlichen finanziellen Absicherung im Rentenalter. Dabei sorgt jedoch die nachgelagerte Besteuerung für eine Reduzierung der Rentenleistungen. Hinzu kommt, dass die steuermindernden Versorgungsfreibeträge für Rentner bis 2040 vollständig aufgehoben werden.

Dadurch unterliegt auch die betriebliche Altersvorsorge  zunehmend der Steuerpflicht. Allerdings können die Beiträge für die Betriebsrente in der Sparphase steuermindernd angesetzt werden.

Wege der betrieblichen Altersvorsorge

Der Staat erlaubt betriebliche Altersversorgung auf fünf Durchführungswegen: über eine Direktzusage, eine Unterstützungskasse, über eine Pensionskasse, eine Direktversicherung oder einen Pensionsfonds.

Bietet der Chef seinem Personal keine Verträge für Pensionskasse oder Pensionsfonds an, kann ein Arbeitnehmer eine Gehaltsumwandlung und beispielsweise den Abschluss einer Direktversicherung einfordern.

Vorteil dieses Modells: Durch Gehaltsumwandlung werden Teile des Bruttogehaltes des Arbeitnehmers im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge des Arbeitnehmers angespart. Der Arbeitnehmer braucht auf diese Beiträge zur Direktversicherung keine Steuern zu zahlen.

Wer zahlt die Beiträge für die Betriebsrente?

Vor allem in größeren Unternehmen zahlen die Arbeitgeber die Beiträge für die zusätzliche Vorsorge. Die entsprechenden Zahlungen sind als Sozialleistungen Bestandteile der ausgehandelten oder vereinbarten Vergütung.

Sie haben aber auch die Möglichkeit, Teile Ihres noch unversteuerten Gehalts für die betriebliche Vorsorge umzuwandeln, wenn zum Beispiel keine arbeitgeberfinanzierte Vorsorge für Sie angeboten wird.

Übrigens: Bei einer Gehaltsumwandlung aus versteuertem Einkommen haben Sie die Möglichkeit, die Riester-Förderung in Anspruch zu nehmen.

Förderung der Betriebsrente während der Ansparphase

Die Betriebsrente wird vom Staat in der Einzahlungsphase steuerlich gefördert. Bei Abschlüssen nach 2005 sind die Beiträge steuerfrei.

Diese Steuerfreiheit der Beiträge gilt dabei bis zu einer Größenordnung von 6,4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Auf diesen Betrag müssen auch keine Sozialversicherungsabgaben gezahlt werden.

Darüber hinaus können 1.800 € pro Jahr ohne Steuern in die Betriebsrente eingezahlt werden. Auf diesen Betrag müssen jedoch Sozialversicherungsabgaben gezahlt werden.

Wie Betriebsrenten zu  versteuern sind

Grundsätzlich gilt, dass Betriebsrenten nachgelagert zu versteuern sind. Wer also mit 65 eine monatliche Auszahlung aus einer betrieblichen Versicherung erhält, muss auf die Leistungen der Betriebsrente Steuern zahlen.

Für die zu zahlenden Steuern wird der herkömmliche Einkommenssteuertarif angewendet. Somit wird die Betriebsrente zu den Einkünften der gesetzlichen und privaten Rente addiert und daraus der entsprechende Steuersatz ermittelt. Im Regelfall sind die Steuersätze im Rentenalter geringer, weil das Einkommen niedriger als im Erwerbsleben ausfällt.

Außerdem muss nicht die volle Rente versteuert werden. Von Ihrer gesamten Bruttorente bleibt der sogenannte Rentenfreibetrag unversteuert. Die Rentenfreibeträge richten sich dabei ausschließlich nach dem Renteneintrittsalter, verändern sich also nicht mehr. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung gelten die folgenden Rentenfreibeträge:

RenteneintrittRentenfreibetrag
201628%
201726%
201824%
201922%
202020%
20400%

Die Steuer hängt auch vom Durchführungsweg der Betriebsrente ab

Eine einheitliche Besteuerung gibt es aber nicht. Für Direktversicherung, Pensionskassen und Pensionsfonds gelten in der Regel andere Steuerregeln als bei Direktzusagen und Unterstützungskassen.

Oft werden zudem Altverträge, die bis Ende 2004 abgeschlossen wurden, anders behandelt, als Neuverträge ab dem Jahr 2005.

Betriebsrenten aus Direktzusagen und Unterstützungskassen werden später – wie im Berufsleben der Arbeitslohn – als „Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit“ behandelt und müssen voll versteuert werden. Abziehbar sind lediglich ein Pauschalbetrag von 102 €, der Versorgungsfreibetrag sowie der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag.

Für Betriebsrenten aus Pensionsfonds, -kasse oder Direktversicherung gilt: Falls Ihre Beiträge während der Ansparphase steuerfrei geblieben sind, müssen die Renten immer als „sonstige Einkünfte“ versteuert werden.

Hier kommen Sie jedoch in den Genuss der steuerlichen Vorteile des Altersentlastungsbetrages. Dieser steht  Steuerpflichtigen seit 2005 zu, die bereits vor Beginn des Kalenderjahres ihr 64. Lebensjahr vollendet haben.

Neben der Steuer fallen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an

Neben der Steuer sollten Versicherte auch bedenken, dass auf Betriebsrenten der volle Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erhoben wird.

Dabei zahlen Sie sowohl den Arbeitnehmer- als auch der Arbeitgeberanteil.  Für gesetzlich Krankenversicherte schmälert diese Regelung die Attraktivität der Betriebsrenten ganz erheblich.

1. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.