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So viel dürfen Rentner zusätzlich verdienen

Für viele Rentner ist der Eintritt in den Ruhestand ein starker Einschnitt in ihren bisherigen Alltag, der erst einmal alles auf den Kopf stellt. Um nicht plötzlich von der Vollbeschäftigung in die Langeweile zu rutschen, suchen sich einige Rentner einen Nebenjob, den sie in der Rente ausführen.

Auch niedrige gesetzliche Renten sind Gründe, die Rentner dazu motivieren, noch einen Nebenjob in der Rente auszuüben. Sie sollten dabei allerdings einige Verdienstgrenzen beachten, wenn sie nicht wollen, dass ihre Rente gekürzt wird.

Je nach Rentenart und Rentenalter gibt es verschiedene Regelungen. So haben vor 1947 geborene Altersrentner zum Beispiel gar keine Einschränkungen, Frührentner dürfen aber nur 450 € ohne Einschränkungen verdienen.

Uneingeschränkter Hinzuverdienst für alle vor 1947 Geborenen

Wer vor 1947 geboren und in Altersrente ist, hat nichts zu befürchten. Er muss keine Rentenkürzungen befürchten, wenn in einem Neben- oder Teilzeitjob noch zusätzliches Geld verdient wird. Für alle ab 1947 Geborenen ist ein unbegrenzter Hinzuverdienst möglich, sobald die Regelaltersgrenze erreicht ist. Diese wird schrittweise um einen Monat angehoben, bis zum Erreichen des endgültigen Renteneintrittsalters von 67 Jahren.

Beispiel: Herr Müller ist im Jahr 1947 geboren – er erreicht die Regelaltersgrenze, die einen unbegrenzten Hinzuverdienst möglich macht im Alter von 65 Jahren und einem Monat. Seine Frau ist 1952 geboren und erreicht die Regelaltersgrenze erst im Alter von 65 Jahren und 6 Monaten. Ab diesem Zeitpunkt können beide unbegrenzt zu ihrer Pension hinzuverdienen.

Wann die Hinzuverdienstgrenze nicht mehr gilt, kann jeder in seinem Rentenbescheid nachlesen.

Rentenschädliche Zusatzverdienste beim Nebenjob in der Frührente

Wer vor dem Erreichen des Rentenalters in Rente geht, darf nicht mehr als 450 € in einem Nebenjob verdienen. Schon ab einem Verdienst von 451 € kann die Rentenzahlung gekürzt werden. Wer aber nur einen 450 €-Minijob ausübt, beeinträchtigt seine Rentenzahlung nicht.

Zwei Mal im Kalenderjahr dürfen Frührentner das Doppelte verdienen (bis zu 900 €), ohne mit Rentenkürzungen rechnen zu müssen. Erhalten Frührentner also Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, so ist dieser Hinzuverdienst nicht „rentenschädlich“.  Die Rente wird individuell gekürzt, wenn die Hinzuverdienstgrenzen überschritten werden. Zuständig für diese Prüfung ist der Rentenversicherungsträger.

Auch Erwerbsunfähigkeitsrentner müssen aufpassen

Bei einer Erwerbsunfähigkeitsrente gelten dieselben Regeln wie bei einer Frührente. Hinzuverdienste sind auf 450 € im Monat beschränkt, ansonsten wird die Rente gekürzt. Frührentner sollten allerdings bedenken, dass Sie bei einem Einkommen durch einen Nebenjob auch Ausgaben geltend machen können.

Werbungskosten und sonstige Aufwendungen können in der Steuererklärung angegeben werden und schmälern so das Einkommen. Der tatsächliche Verdienst kann daher höher als 450 € sein, entscheidend ist am Ende die Differenz.

Bei hohen Einkünften in der regulären Altersrente werden Steuern fällig

Früh- oder Erwerbsunfähigkeitsrentner müssen dem Finanzamt einmal im Jahr eine Steuererklärung vorlegen, in der sie ihre Nebeneinkünfte ausweisen. Wurden die Einkommensgrenzen nicht eingehalten, wird der Rentenversicherungsträger hinzugezogen und es kommt zur Rentenkürzung.

Reguläre Altersrentner ab 65 (bzw. schrittweise 67) müssen zwar nicht mit Rentenkürzungen rechnen, aber je nach Einkommen trotzdem Steuern auf Ihre Einkünfte bezahlen. Hilfe zur Steuer beim Job in der Rente erhalten Rentner bei einem Steuerberater oder dem Lohnsteuerhilfeverein. Rentner, die Fragen zu ihrem Nebenverdienst haben, können sich in Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung informieren.

27. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.