MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

So viel Geld wurde bisher an Griechenland bezahlt

Beim Thema Griechenland und Kredite geht es seit Anfang 2015 mit der neuen Athener Regierung fast täglich um neue Begriffe und Zahlen.

Von weiteren Kreditzusagen hängt viel ab. Was passiert beim sogenannten Grexit? Was steht für Steuerzahler und Anleger auf dem Spiel? Hilfreich ist hier ein Überblick über die bisherigen Hilfen bzw. Kredite und Zahlungen.

Kreditzahlungen: 227 Milliarden € seit 2010

Griechenland hat seit Anfang der Krise insgesamt 227 Mrd. € erhalten. Die Zahlungen verteilen sich auf direkte Kredite der Euro-Staaten, Kredite durch den internationalen Währungsfonds IWF sowie den Rettungsfonds EFSF.

Diese Notkredite gab es in Form von zwei Rettungspaketen: Das erste von 2010 bis 2013 und das zweite von 2012 bis 2014. Hierbei ist zwischen den zugesagten und den tatsächlich ausgezahlten Geldern zu unterscheiden.

Erstes Rettungspaket 2010 – 2013

Die Kreditgeber beim Rettungspaket I waren verschiedene Euro-Staaten auf der einen und der IWF auf der anderen Seite. Den EFSF gab es noch nicht, als dieses erste Rettungspaket geschnürt wurde.

Die finanziellen Zusagen seitens des IWF beliefen sich auf 30 Mrd. €. Bei den bilateralen Krediten der Euro-Staaten betrugen die Zusagen 80 Mrd. €.  Formal hatte dieses Rettungspaket I also ein Kreditvolumen von insgesamt 110 Mrd. €.

Ausgezahlt wurden davon jedoch nur 73 Mrd. €. Das erklärt sich unter anderem auch damit, dass die Slowakei sich letztlich weigerte teilzunehmen und sowohl Portugal als auch Irland ausschieden, weil sie selbst Hilfspakete in Anspruch nehmen mussten.

Den anderen Euro-Staaten zahlt Griechenland seit Beginn an Zinsen. Die Rückzahlung der Kredite mit einer Laufzeit von 30 Jahren soll erst ab 2020 erfolgen. Die IWF-Kredite werden seit 2013 in Raten getilgt. Deutschland ist am ersten Rettungspaket mit 15,2 Mrd. € beteiligt.

Zweites Rettungspaket 2012 – 2014

Nachdem dann 2012 ein Schuldenschnitt erforderlich wurde und viele Anleger bluteten, folgte das zweite Rettungspaket. Mittlerweile war der Rettungsschirm in Form des EFSF mit Sitz in Luxemburg gegründet worden.

Die Kredite kamen nun vom ESFS (144,6 Mrd. €) und vom IWF (19,1 Mrd. €). Zugesagte Gelder, die aus dem ersten Rettungspaket nicht ausgezahlt worden waren, wurden auf dieses zweite Paket übertragen. Das neue Kreditvolumen belief sich auf insgesamt 163,7 Mrd. €.

Tatsächlich ausgezahlt wurden davon 153,7 Mrd. €. Die noch ausstehende Tranche von 2,7 Mrd. € aus dem EFSF-Kredit sollte eigentlich im Dezember 2014 gezahlt werden. Dies aber wurde vor den Neuwahlen in Griechenland zunächst ausgesetzt. Jetzt geht es um Verhandlungen, inwieweit Griechenland bereit ist, die Voraussetzungen für die Kredite zu erfüllen.

Schon bis jetzt kamen die Euro-Staaten den Griechen entgegen: Die Laufzeit der EFSF-Kredite wurde um 15 Jahre verlängert, und Zinsen müssen erst wieder ab 2022 gezahlt werden. Die Auszahlung des restlichen IWF-Kredits hängt ebenfalls von der Umsetzung vereinbarter Reformbemühungen ab.

Auch hier wurde die Zahlung letzten Dezember ausgesetzt, um das Ergebnis der Neuwahlen abzuwarten. Im Gegensatz zu den EFSF-Krediten waren beim IWF zudem weitere Zusagen über 8,9 Mrd. € für 2015 und 2016 vorgesehen.

Risiko für Deutschland

Von den zugesagten Krediten hat Griechenland also bisher 227 Mrd. € erhalten. Sollte es das Geld nicht zurückzahlen können, wäre Deutschland in zweifacher Hinsicht betroffen. Zum einen trägt es als IWF-Mitglied anteilige Verluste mit.

Wobei die durch verschiedene Sicherungsvorkehrungen erheblich reduziert sind. Gravierender ist aber die Stellung Deutschlands als Bürge für rund 29% der EFSF-Kreditsumme. Allein auf das zweite Rettungspaket bezogen geht es um ca. 42 Mrd. €.

17. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.