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So viel kostet Olympia in Rio

Derzeit finden im brasilianischen Rio de Janeiro die Olympischen Sommerspiele 2016 statt. Trotz schmerzhafter Skandale wie dem Teilausschluss der russischen Mannschaft oder dem schlechten Zustand des Olympischen Dorfes kämpft die „Jugend der Welt“ am Zuckerhut an so bekannten Sportstätten wie dem Maracaná Stadion oder der Copacabana um die Ehre und um die begehrten Medaillen.

Kosten für Olympia belasten Rio de Janeiro

Dabei hat es Brasiliens Wirtschaft zurzeit keineswegs leicht. Die Kosten für das internationale Großereignis des Sports sind immens – Forscher der Universität Oxford sprechen von 4,56 Mrd. €. Erst die Fußball-WM in 2014 und jetzt auch noch die Olympischen Spiele: Brasilien hat sich vielleicht etwas übernommen.

Und obwohl die Olympischen Spiele in Rio nicht die teuersten der Geschichte sind (die Winterspiele im russischen Sotschi kosteten 22 Mrd. €, die Sommerspiele von London in 2012 15 Mrd. €) ist der Bundesstaat Rio de Janeiro teilweise zahlungsunfähig. Rentenzahlungen bleiben aus, dringend benötigte Medikamente gibt es nicht mehr, Angestellte können nicht mehr entlohnt werden.

2016 wird das erwartete Haushaltsdefizit des südamerikanischen Landes bei 7,6 Mrd. € liegen. Brasilien steckt in der tiefsten Wirtschaftskrise seit 30 Jahren. Die Wachstumsraten sind erschreckend. Während das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch im Jahr 2010 einen Zuwachs von 7,5 % verzeichnete, schrumpfte der Wert 2015 um 3,8 %. Auch 2016 dürfte es keine Besserung beim BIP geben. Ob von den Olympischen Spielen ein Konjunkturimpuls ausgeht, ist fraglich.

Niedrige Kosten für Olympia-Touristen in Rio

Während die heimische Bevölkerung unter den Belastungen der sportlichen Großereignisse ächzt, werden sich vor allem westliche Touristen über die durchaus günstigen Preise an den Stränden der brasilianischen Metropole freuen. Wer die Angebote beispielsweise auf den Inseln des Mittelmeers kennt, wird sich überrascht die Augen reiben.

Gegenüber der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2014 hat die heimische Währung, der Real, um 20 % abgewertet. An den Stränden Ipanema oder Copacabana kostet derzeit ein Liegestuhl oder ein Sonnenschirm 1,90 €. Auch bei den Getränken wird man sich als deutscher Tourist wie im Paradies vorkommen. Beispielsweise wird für eine Trinkkokosnuss 1,40 € verlangt und ein Caipirinha gibt es für etwa 2,70 €.

Olympia-Tickets kosten beim offiziellen deutschen Anbieter Dertour je nach Wettbewerb aktuell zwischen 15 und 409 €.

Gegen den Trend – Brasilien-Fonds im Aufschwung

Auch wenn die brasilianische Wirtschaft mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, haben die besten Aktienfonds mit Schwerpunkt Brasilien zuletzt einen neuen Aufwärtstrend ausgebildet. Während es für derartige Finanzprodukte zwischen 2011 und Anfang 2016 mehr oder weniger ständig bergab ging, steigerten sich die Kurse seit Februar bis Juli 2016 um knapp 100 %. Dies könnte mit dem enormen Rückschlagpotenzial und der Hoffnung auf die Belebung durch die Olympischen Spiele verbunden sein.

11. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.