MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

So werden vermögenswirksame Leistungen beantragt

Vermögenswirksame Leistungen sollte man nicht verschenken. Sie sind Zuschüsse vom Chef und vom Staat, die Arbeitnehmern helfen Vermögen aufzubauen. Wer davon profitieren will, muss selbst aktiv werden: beim Arbeitgeber nachfragen, einen passenden Sparvertrag abschließen und staatliche Vergünstigungen in der Steuererklärung beantragen – ohne Antrag keine Zuschüsse.

Diese Leistungen gibt es

Zunächst sollten ein paar grundlegende Dinge bekannt sein. Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen hat jeder Arbeitnehmer. Zuschüsse gibt es auf jeden Fall vom Staat. Arbeitgeber zahlen sie auf freiwilliger Basis.

Ob und in welcher Höhe sie zahlen, ist meist im Tarifvertrag geregelt. Die Leistungen rangieren zwischen monatlich 6,65 € und 40 €. Existiert keine tarifvertragliche Regelung, lässt sich ein Zuschuss auch frei aushandeln.

Der Zuschuss wird vom Arbeitgeber regelmäßig auf das gewählte Sparkonto überwiesen. Die anteiligen Steuern und Abgaben werden dabei automatisch abgezogen. Alle Zuschüsse, die dann der Staat gewährt, sind jedoch kein Einkommen und somit nicht steuerpflichtig. In der Steuererklärung müssen sie nicht auftauchen.

Nur wenn der Arbeitgeber überweist

Staatliche Zuschüsse hängen aber davon ab, ob monatliche Sparraten immer vom Arbeitgeber überwiesen werden. Gewährt er Zuschüsse und stockt man die durch Eigenleistung auf, laufen beide Anteile übers Konto. Die Eigenleistung wird dabei vom Gehalt abgezogen. Dies auch dann, wenn die Sparrate nur aus eigenen Mitteln geleistet wird, weil der Arbeitgeber nichts dazu gibt.

Die Art der staatlichen Förderung hängt dann vom gewählten Sparvertrag ab. Beim Sparen mit Aktienfonds bekommt man die reguläre Arbeitnehmersparzulage, die für Singles bis zu 80 € und für Ehepaare bis zu 160 € im Jahr beträgt, aber nur innerhalb der Einkommensgrenze von 20.000 € bzw. 40.000 €.

Beim Bausparvertrag ist die Sparzulage niedriger: sie beträgt höchstens 43 € bzw. 86 €. Die Einkommensgrenze liegt bei 17.900 € bzw. 35.800 € im Jahr. Wird das Geld später definitiv nur zum Kauf einer Immobilie verwendet, so gibt es zusätzlich die Wohnungsbauprämie: Singles bekommen bis zu 45 €, Paare bis 90 €, wenn das Einkommen 25.600 € nicht überschreitet. Bei Eheleuten das Doppelte.

Die Wohnungsbauprämie erhält man, indem man ein Antragsformular der Bausparkasse ausfüllt und dieses bis Ende des zweiten Sparjahres an diese abschickt. Die Bausparkasse meldet dann die gesamte Prämie beim Finanzamt an. Gezahlt wird sie in der Regel nach der Sperrfrist von 7 Jahren.

Vermögenswirksame Leistungen: Anlage einfach der Steuererklärung beilegen

Die Frist gilt auch für die Arbeitnehmersparzulagen. Die muss in der Steuererklärung beantragt werden. Dazu bekommt man vom Anlageinstitut eine fertig ausgefüllte Anlage VL als Bescheinigungsformular. Dieses legt man der Steuererklärung bei.

Zuvor muss lediglich auf dem Hauptformular auf Seite 1 oben das Kästchen: „Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage“ angekreuzt werden. Der Antrag wird dann ans Finanzamt geschickt. Er muss aber spätestens 4 Jahre nach Ablauf des Sparjahres gestellt werden.

Noch ein Hinweis zu den Einkommensgrenzen: Sie liegen tatsächlich etwas höher als in den pauschalen Angaben. Grund: Sie beziehen sich nur auf das zu versteuernde Einkommen. Dabei werden sämtliche Pauschbeträge, Sonderausgabenabzug, Werbungskosten oder Kinderfreibeträge abgezogen.

17. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.