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So wird Ihre Witwenrente besteuert

Personen, die ihren Partner verlieren, müssen sich zusätzlich zur Trauer nach dem Tod erst einmal mit der neuen Situation zurechtfinden.

Um Witwen oder Witwern zumindest die möglichen Geldsorgen zu nehmen, gibt es die gesetzliche Witwenrente. Sie soll den Lebensunterhalt der Hinterbliebenen sichern und unterliegt einem speziellen Besteuerungsmodell.

Die Besteuerung der Witwenrente steigt seit 2005 schrittweise an

Nach §22 des Einkommensteuergesetzes ist eine Witwenrente eine steuerpflichtige Einkunft, wenn sie aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezahlt wird.

Für Witwenrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung gelten seit 2005 bestimmte Regeln, die die Besteuerung von Jahr zu Jahr schrittweise erhöhen. Für eine Rente, die ab 2005 beginnt, gilt ein Besteuerungsanteil von 50 % der Rente. Bis zum Jahr 2020 steigt der zu versteuernde Anteil nun um 2 % pro Jahr an.

100 % Besteuerung der Witwenrente ab 2040

Ab 2021 beträgt der Anstieg bis zum Jahr 2040 nur noch 1 % für alle Renten, die neu beginnen. Ab dem Jahr 2040 müssen dann alle Renten mit 100 % versteuert werden. Ein Beispiel zeigt dieses Prinzip noch genauer auf:

Eine Person, die im Jahr 2015 die Witwenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhält, muss diese zu 70 % versteuern. 2005 = 50 % + 20 % (10 Jahre x 2 %) = 70 %.

Bei einem Eintrittsdatum vor 2040 bleibt ein Teil der Bezüge steuerfrei

Die aufgrund des Eintrittsjahres in die Witwenrente festgelegte Besteuerung bleibt für die gesamte Laufzeit der Rente auf dem gleichen Niveau. Ein Jahr nach dem Beginn der Rente wird der Betrag für das gesamte Jahr aufgrund der Zahlungen im Vorjahr festgestellt und die Summe festgelegt, die steuerfrei bleiben wird.

Bei einer Versteuerung von 70 % der Witwenrente bleiben also 30 % der Bezüge steuerfrei. Für jährliche Rentenanpassungen bedeutet das, dass der Erhöhungsanteil voll versteuert werden muss. Er wird nicht zum steuerfreien Teil der Witwenrente gezählt.

Witwenrente knüpft an mögliche Altersrente an

Wenn eine Witwenrente an eine Altersrente des verstorbenen Partners anschließt, dann bemisst sich der Besteuerungsanteil anhand der Laufzeit. Bei Altersrenten mit Beginn vor 2005, muss der Besteuerungsanteil bei der Rückrechnung allerdings immer mindestens 50 % betragen. Einen geringeren Besteuerungsanteil gibt es nicht. Ein Beispiel verdeutlicht die Berechnung des Besteuerungsanteils:

Bei einem Beginn der Witwenrente im Jahr 2015 muss auch der Beginn der Altersrente des Verstorbenen beachtet werden. Bei einem Altersrentenbeginn im Jahr 2010 beträgt der Besteuerungsanteil der Rente daher nicht 70 %, sondern nur 60 % (2005 = 50 %, 2010 = 10 % extra (5 Jahre x 2 %) = 60 %).

Besonderheiten der Witwenrente

Grundsätzlich gilt für die Witwenrente wie auch bei der Altersrente die anteilige Besteuerung seit 2005, die bis 2040 schrittweise erhöht wird. Schließt die Witwenrente an eine Altersrente an, wird das Eintrittsjahr in den Ruhestand als Bemessungsgrundlage für den zu versteuernden Anteil genommen.

Eine Besonderheit bei der Witwenrente ist das eigene Einkommen des Hinterbliebenen. Überschreitet es den Freibetrag von 755,30 € pro Monat in den alten Bundeländern oder 696,70 € in den neuen Bundesländern, wird die Witwenrente anteilig gekürzt. Die ersten drei Monate nach dem Tod des Hinterbliebenen sind davon allerdings ausgenommen, in diesem Zeitraum wird die Witwenrente nicht gekürzt.

Tabellarische Übersicht zur Besteuerung der Witwenrente:

Jahr des RentenbeginnsBesteuerungsanteil in %Prozentsatz für Rentenfreibetrag
Bis 20055050
20065248
20075446
20085644
20095842
20106040
20116238
20126436
20136634
20146832
20157030
20167228
20177426
20187624
20197822
20208020
20218119
20228218
20238317
20248416
20258515
20268614
20278713
20288812
20298911
20309010
2031919
2032928
2033937
2034946
2035955
2036964
2037973
2038982
2039991
Bis 20401000

3. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.